Ohne sie steht der alpine Tourismus still: Seilbahntechniker sichern täglich jene Infrastruktur, die Millionenumsätze im Winter- und Sommertourismus ermöglicht. Doch der Beruf ist eine Nische – hoch spezialisiert, technisch anspruchsvoll und geografisch eng an den Alpenraum gebunden. Wie bildet man Nachwuchs für einen Beruf aus, den es nur dort gibt, wo Berge wirtschaftlich genutzt werden?

Seilbahntechnik ist ein relativ junger Lehrberuf, den es erst seit 2008 offiziell gibt. „Vorher hat man die Leute selber ausgebildet oder zu den Herstellern auf Kurse geschickt“, erzählt Rudolf Huber, Geschäftsführer der Loser Bergbahnen. In den letzten 20 Jahren hat sich der Beruf professionalisiert. „Und er ist sehr vielfältig“, sagt Daniel Berchthaller, Geschäftsführer der Reiteralm.

Vom Lehrling zum Pistenchef

Denn er beinhaltet mehr als nur Seilbahnen und Lifte. Man decke das ganze Portfolio eines Skiberges ab, so der technischer Leiter Thomas Trinker. „Elektrotechnik, Mechanik, Hydraulik, Schlosserei. Aber auch den Betrieb bei der Kassa oder beim Parkplatz.“ Man lerne nicht nur viel Technik, sondern auch den Umgang mit Gästen, ergänzt Huber. „Auch Beschneiung und Pistengerät sind ein Thema.“

Durch diese breite Basis stehen einem auch alle Türen offen, erklärt Berchthaller. „Manche haben bei uns gelernt und mittlerweile den Betriebsleiter gemacht und sind jetzt Pistenchef. Oder eine Dame ist Pistengerätfahrerin geworden.“

Österreicher, Deutsche und Südtiroler

Die Lehre dauert dreieinhalb Jahre, die Auszubildenden müssen dafür in die Berufsschule in Hallein (Salzburg). Sie ist sozusagen das Zentrum für die Ausbildung im deutschsprachigen Raum, alle Lehrlinge aus Österreich, Deutschland und Südtirol kommen dahin. „Sie hat eine sehr hohe Qualität und gute Vortragende aus der Praxis“, sagt Berchthaller. Einige machen auch eine Doppellehre mit Elektrotechnik – „bei den Jungen geht der Trend in diese Richtung, weil die Anlagen auch immer diffiziler werden“.

Ausbildung und Beruf würden sich sicher in den nächsten Jahren noch verändern, prognostiziert Berchthaller. „Das Thema Digitalisierung und auch KI wird immer mehr.“

Acht Lehrlinge haben Ausbildung abgeschlossen

Und wie sieht die Nachwuchssituation bei den heimischen Seilbahnen konkret aus? Die meisten Nachwuchskräfte der Skiberge kommen aus der Region. Wohl am meisten Lehrlinge bilden die Planai-Hochwurzen-Bahnen aus. Im Februar haben acht junge Männer erfolgreich ihre Lehrabschlussprüfung absolviert. 15 weitere sind gerade in Ausbildung. „Unsere Nachwuchsfachkräfte sind ein wesentlicher Bestandteil für die Zukunft unseres Unternehmens“, sagt HR-Managerin Katharina Rainer.

Auf der Tauplitz werden derzeit drei Nachwuchskräfte im Bereich Seilbahntechnik ausgebildet. Besonders stolz ist man darauf, dass 2022 einer von ihnen als bester Seilbahntechnik-Absolvent Österreichs ausgezeichnet wurde. Die Reiteralm hat derzeit einen Lehrling, „für den Sommer hätten wir gern noch zwei weitere“, sagt Berchthaller. „Wir sind immer auf der Suche.“ Niemanden in Ausbildung hat man derzeit am Loser.

Reiner Männerberuf?

Übrigens interessieren sich auch immer mehr Frauen für den Beruf, sagt Berchthaller. „In Summe überwiegen die männlichen Kandidaten. Aber auch für junge Damen ist das interessant und wir würden ihnen gerne die Chance geben.“