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17./18.Jahrhundert

Bettlerjagden im Barock

Nichts ist neu: Fremde wurden auch vor 300 Jahren als verdächtig und bedrohlich empfunden, vor allem wenn sie auch noch arm waren und in Massen auftraten.

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Krankensaal um 1770
Krankensaal um 1770 © KK
 

„In der Barockzeit waren auch in der Steiermark Elend, Verfolgung und bitterste Not allgegenwärtig“, berichtet der Grazer Rechtshistoriker Helfried Valentinitsch in seinem Artikel „Fremd und arm im Zeitalter des Barock“. Das war die Kehrseite zum üppigen Barockleben einer schmalen Oberschicht, das uns in schönen Bildern überliefert wird. In der Steiermark lebte die breite Masse so, wie man es heute in sogenannten Entwicklungsländern sieht: fast ohne Infrastruktur, ohne Krankenversorgung, ohne Ausbildungsmöglichkeit und ausgebeutet. Dazu kamen gegen Ende des 30-jährigen Krieges (1618-1648) immer mehr fremde Obdachlose in die vom Krieg verschonte Steiermark. Und wie immer war es die Unterschicht, die besonders betroffen war. Das waren damals Gesellen ohne Aussicht auf eine Meisterstelle, Dienstboten und Tagelöhner sowie Keuschler, Nebenerwerbsbauern, Witwen sowie entlassene Soldaten, die verroht und bettelnd herumzogen. Weiters Zigeuner, Hausierer, Arbeitslose, Prostituierte und fahrendes Volk wie Gaukler, Zahnbrecher und Komödianten - sie alle hatten keinen festen Wohnsitz und konnten nicht ohne fremde Hilfe leben.

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