Tier-SensationSeltener weißer Tiger als Patient in Wies

Das Raubtier, sechs Monate alt, 40 Kilo schwer, wird von dem auf Exoten spezialisierten Tierarzt Johannes Wipplinger operiert.

Tierarzt Johannes Wipplinger mit seinem Patienten Madras © (c) Juergen Fuchs (FUCHS Juergen)
 

Prinzipiell wäre das putzige Kerlchen ja perfekt zum Abknuddeln. Wehe aber, der sechs Monate alte Vierbeiner bekommt ein anderes Tier (für ihn gleichbedeutend mit Frischfleisch) zu sehen – dann packt das Raubtier der Jagdinstinkt, es versucht sich sofort von der Leine loszureißen. Madras heißt der 40 Kilo schwere, weiße Tiger, der vorübergehend in Wies (Bezirk Deutschlandsberg) Quartier bezogen hat.

Seit ein paar Tagen wohnt er bei Tierarzt Johannes Wipplinger. Grund: „Madras hat sich bei einem Sturz eine Verletzung der Wachstumsfuge an der rechten Vorderpfote zugezogen, die das Längenwachstum blockiert“, so die Diagnose des Tierarztes. Weil der weiße Tiger später einmal satte 250 Kilo haben wird, muss er rechtzeitig operiert werden – die OP ist für heute Abend angesetzt.

Video: Tierarzt Johannes Wipplinger über Madras

Tierarzt Johannes Wipplinger über Madras

Wieso der Tiger mit der seltenen Farbvariante gerade in Wies behandelt wird? Johannes Wipplinger, gebürtiger Oberösterreicher und seit 2004 in Wies, hat sich als Spezialist für Exoten einen Namen gemacht. Ob Giraffe, Elefantenkuh, Affe, Nilpferd – Wipplinger ist im In- und Ausland gefragter Experte. „Madras kommt aus Deutschland, er gehört einem Tierlehrer, mit dem ich schon lange zusammenarbeite.“

Video: Spaziergang und Schlammbad mit dem weißen Tiger

Spaziergang und Schlammbad mit dem weißen Tiger

Bevor der Tiger unters Messer kommt („die OP ist keine Routinegeschichte“), gab es gestern noch eine letzte Vollmahlzeit. Und einen Spaziergang zu einem Bacherl, inklusive Bad im Schlammloch. „Er ist halt eine Katze, die bissl schwerer ist“, schmunzelt Wipplinger über seinen Patienten.

Nach der OP bekommt Madras übrigens keine Schiene verpasst – „die würde er gleich wieder runterfetzen.“ Raubtier bleibt eben Raubtier, auch in jungen Jahren.

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