Hase gehäutet, Katze enthauptet Warum Menschen zu Tierquälern werden

Hase gehäutet, Katze enthauptet – Fälle grausamer Tierquälerei beschäftigen die Steiermark. Der an der Uni Graz lehrende Tierethiker Kurt Remele erklärt, warum Menschen zu Tierquälern werden.

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Katze Miri wurde 2020 gehäutet und mit aufgeschnittenem Bauch in der Petrifelderstraße gefunden © Privat
 

Ein Hase, gehäutet und auf einen Baum genagelt. Eine Katze, enthauptet und neben einem Spazierweg abgelegt: Das sind die zwei jüngsten Fälle von Tierquälerei in der Steiermark. Im vergangenen Jahr haben zwei gequälte und gehäutete Katzen in Graz für Entsetzen gesorgt. Was aber  bringt einen Menschen dazu, Tiere auf so brutale Art und Weise zu quälen? Und ist so ein Mensch noch zu Schlimmerem fähig?

Kommentare (6)
beneathome
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Echt grausam

kann nur ein Mensch sein. Wer ist nun nur eine Sache wert. Fragt doch mal unsere gescheiten Gotteshüter. Wer da noch an seinen Schmarren glaubt, dem ist wirklich nicht zu helfen.

CuiBono
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Seltsame Welt / Teil 2

Wenn ich dann erlebe, wie heute (Haus-)tiere immer mehr vermenschlicht und als Spielgefährten und tlw als Partner-/Kinderersatz missbraucht werden, kommt mir das Kotzen.
Hunde im Bett, Katzen in der Küche – immer wieder auf den Arbeitsflächen und Esstischen, Nagetiere in der Wohnung die frei herumlaufen und ihre Stoffwechselproduktion frei ausleben. Von den Exoten wie Amphibien etca ganz zu schweigen.
Auffallend auch die vielen Viecher, die sich Leute aufgrund irgendwelcher verquerer Gedankengänge zulegen und dann vollkommen unfähig sind, für eine artgerechte Haltung und vor allem bei Hunden für eine entsprechende Erziehung zu sorgen. Hier werden tlw für das Umfeld hochgefährliche gestörte Tiere gezogen und bei Überdruss dann bestenfalls im TIKO abgegeben/entsorgt. Die aktuelle Fotostrecke der KlZ von dort zeigt das Problem nur allzu genau.

ICH denke es wäre besser, wenn Kinder/Jugendliche auch die Nutzungsseite (Aufzucht – Tötung - Verwertung) frühzeitig kennen lernen MÜSSTEN (inkl Jagd und Abschuss). Muss ja nicht gleich eine Vorstellung sein, wo ein ausgebildeter Jagdhund einer Streunerkatze zeigt, wo sie hin gehört).
Auch sollten die „Kleinen“ frühzeitig begreifen, dass ein Tier mit vier Beinen nichts im Bett oder am Tisch verloren hat. Nicht zuletzt – wegen der Hygiene warat’s.

Und NEIN – ich bin kein Jäger, hab nix gegen Katzen und Hunde (hätt’ gerne einen, krieg ihn allerdings von meiner Frau nicht erlaubt) und sonstiges Getier.

zweigerl
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Noch das Bessere

Auch interessant, dass die Frau die Hundeanschaffung unterbindet. Hier zählen offenbar die für anthropozentrisch denkende Menschen übertriebenen Hygieneregeln. Ich finde auch, dass die leicht perverse Haustierverzärtelung auf Defizite des Umgangs der Menschen miteinander aufmerksam macht. Auch Tiere, die in einer von Zäunen, Straßenverkehr, Siedlungsagglomeraten, Lärm und Gestank eingeengten Umwelt leben müssen, sind wahrscheinlich nicht unfroh über diese häuslichen Zärtlichkeitsbeweise. Wiewohl: Eine Katze dürfte nur haben, wer einen Garten besitzt, und einen Hund, wer die tägliche Zeit zum Gassigehen aufbringen kann.

CuiBono
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Seltsame Welt

Ich bin schon ein älteres Semester und habe in meiner Kindheit mit erlebt, wie beim kleinen Fleischhauer in der Nähe damals Tiere (Schweine u. Rinder) geschlachtet wurden. In allen Einzelheiten der danach folgenden Aufarbeitung und Verwertung. Selber hatten wir - wie auch alle Nachbarn - Hühner und ein paar Haushasen. Da ging es hauptsächlich um die Fleischversorgung. Der Vater war begeisteter Jäger und auch da war für mich als Kind bzw. Jugendlicher genug zu sehen, was das kontrollierte Ableben von Wild und dessen Verwertung bedeutet.

Selber hab ich damals Hasenfutter mit der Sense erarbeitet, die Ställe geputzt, die Tiere gefüttert und natürlich auch miterlebt, wie die Mutter mit der Zuchthäsin am Fahrrad zum Rammler gefahren ist. Die Zeit der Trächtigkeit und des Wurfs der neuen Hasenkinder war immer ein Erlebnis, allerdings war klar, wozu das ganze statt zu finden hatte.
So habe ich damals Hühner und Hasen getötet, zurecht geputzt und für die Küche vorbereitet. Dem Vater beim Ausziehen eines Rehs oder eines Wildhasens zu helfen war eine voraus gesetzte Selbstverständlichkeit.

Vielleicht haben mir gerade diese Erfahrungen dabei geholfen, das unendliche Tierleid, dass heute durch die Massentierhaltung - von Aufzucht über Transport bis zur Schlachtung - verursacht wird, zu verstehen.
Meine Empathie ist durch die Erfahrungen der Jugend nicht vermindert, sondern realitätsbezogener.

Trotzdem geniesse ich ein gebratenes Tauernlamm, ein Stück vom Bioschweinchen, ein Hendl,..

silviaCH
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Solange Tiere eine Sache sind...

...und jegliche Grausamkeiten keine Konsequenzen haben, werden weiter Tiere gequält und getötet...nur aus Frust und Langeweile. Leider wird unsere Gesellschaft immer roher, auch das Elend und die abartige Quälerei von Milliarden Nutztieren auf diesem Planeten interessiert kaum jemand ernsthaft.

klaxmond
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Tierschutzerziehung in der Schule

ist nun ja kein schlechter Ansatz. Ich frage mich aber, was die Eltern den Kindern eigentlich noch beibringen sollen. Sollte das Kind mit 6 Jahren schon empathielos gegenüber Lebewesen sein, wird sich das in der Schule sicher nicht mehr ändern lassen. Und solche Tierquäler gehören weggesperrt, für immer und ewig.