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Eine Lehrerin erzähltKinder wünschen sich oft einfach Ruhe

Elisabeth Wilhelm unterrichtet seit 37 Jahren Kinder: Wie sie die Veränderungen der letzten Jahrzehnte im Klassenzimmer wahrnimmt.

Elisabeth Wilhelm unterrichtet seit 1995 in der VS Puch bei Weiz
Elisabeth Wilhelm unterrichtet seit 1995 in der VS Puch bei Weiz © Markus Beck
 

Lehren bedeutet, ein Leben für immer zu berühren.“ Das steht auf einer Karte, die seit vielen Jahren auf meinem Lehrertisch liegt. Ich weiß gar nicht, woher ich diese Karte habe, der Spruch ist von Seneca. In diesem einen Satz steckt eigentlich alles, was es dazu zu sagen gibt. Zu unterrichten ist eine große Verantwortung. Meinen beruflichen Weg hat ein Lehrer ganz entscheidend beeinflusst, nämlich Peter Angerer. Er war mein Klassenvorstand in der vierten Klasse Hauptschule in St. Michael. Er war so unglaublich offen für alles Neue, hat den ersten Computer an die Schule gebracht, mit uns zum Abschluss einen Film gedreht. In ihm hat immer dieses Feuer gebrannt. Seine Begeisterung hat mich fasziniert, sie hat mein Leben berührt, und eigentlich hab ich mich mit 14 Jahren sehr überzeugt dazu entschlossen, selbst Lehrerin zu werden. Wenn ich heute an meinem Computer sitze und den Unterricht für das Distance Learning vorbereite, denke ich oft an ihn.

Kommentare (6)
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erstdenkendannsprechen
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absolut lesenswert - und schön, von so tollen lehrern zu lesen.

meiner erfahrung nach sind es die mehrzahl der lehrer - der fokus der öffentlichen aufmerksamkeit liegt leider nicht auf ihnen.

einem satz kann ich aber - aus eigener erfahrung - so gar nicht zustimmen "richtig gut bist du erst, wenn du selber kinder hast". ich durfte zwei lehrerinnen haben, die keine kinder hatten. eine davon war ordensfrau, die andere hatte eben keine kinder. das waren die besten lehrerinnen, die ich in meiner schullaufbahn hatte.
es gibt auch wieder welche, die nach den kindern nicht mehr den fokus auf ihre arbeit legen (können) wie vorher. ob ein lehrer kinder hat oder nicht, ist wohl egal.

lapinkultaIII
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Ein lesenswerter und netter Artikel

Aber wie verbringt man 19 Stunden an 22 Schulen?

workinggirlie
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Als evangelische Religionslehrerin

(so wie sie es im Artikel erwähnt), hatte sie sehr viele verschiedene Schulen zu betreuen. Im Unterschied zum römischen-katholischen Religionsunterricht, der in der VS 2 Stunden pro Woche umfasst, gibt es für Kinder mit ev. Glaubensbekenntnis nur eine Stunde pro Woche - und da werden dann auch Schüler aus mehreren Klassen zusammengefasst. Daher sind diese Lehrer*innen sehr viel im Auto unterwegs...

heku49
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Indem Frau zwischen den Unterrichtseinheiten im Auto sitzt und...

...jeder Unterrichtstag von 7.15 bis 15.00 dauert....
...Fahrtzeiten werden nicht bezahlt!

erstdenkendannsprechen
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ja - hat mich auch gewundert.

es könnte mit blockunterricht gehen, ansonsten - keine idee...

merri1at
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Wirklich wahre Worte!

Danke für diesen ausgezeichneten Bericht aus dem Schulalltag und dem Leben einer engagierten Lehrerin im besten Sinne des Wortes!