Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Steiermark an der SpitzeEin fast aussichtsloser Kampf gegen die hohe Todesfallsrate

Die Steiermark hat die höchste Rate an Corona-Todesfällen. Die Hälfte davon ist auf Pflegeheime zurückzuführen. Doch die Vorkehrungen zum Schutz sind nahezu ausgeschöpft.

Beginn Besuchsverbot in Krankenhaeusern und Pflegeheimen Klagenfurt November 2020
Besuchsverbote, wie hier in einem Kärntner Spital, sind in Pflegeheimen umstritten © Markus Traussnig
 

Die Diskussion über die hohe Corona-Todesfallsrate aus dem Frühjahr holt die Steiermark wieder ein. Allein im November starben 146 mit dem Coronavirus infizierte Menschen in der Steiermark. 373 waren es bis Mittwoch insgesamt, nur Wien verzeichnet in absoluten Zahlen mehr Todesfälle. Hochgerechnet auf 100.000 Einwohner liegt die Steiermark mit 30,1 Corona-Toten wie schon zu Beginn der Pandemie an der Spitze. Einzelne Bezirke wie Hartberg-Fürstenfeld (77,1) überschreiten diesen Wert noch bei Weitem.

Kommentare (25)
Kommentieren
scionescio
39
16
Lesenswert?

„ Das „Einsperren“ noch mobiler Bewohner ist ebenso keine Alternative, jedenfalls keine ethisch und rechtlich unproblematische.“

Man kann anscheinend alle anderen einsperren und erwartet von ihnen, dass sie sich einschränken- aber die Betroffenen selbst sind nicht in der Lage, sich schon aus Eigeninteresse selbst mit einer FFP3 Maske, Schutzbrille, Abstandhalten und Hygiene zu schützen - und die Regierung unternimmt seit 8 Monaten nichts, um die Risikogruppen dabei zu unterstützen bzw. mit entsprechenden Verordnungen nachzuhelfen!
Da das Virus für mehr als 90% der Bevölkerung nicht lebensbedrohlich ist, sind die ungeschützten Risikogruppen hauptverantwortlich für die Situation in den Spitälern- und als Konsequenz daraus auch für den Lockdown mit all seinen negativen Folgen!

Bluebiru
2
20
Lesenswert?

@scienescio

"Die Betroffenen selbst" - schöne Formulierung, die allerdings nicht stimmt. Es sind nicht nur alte Menschen im Heim betroffen, auch Kinder, Jugendliche, junge Menschen und Menschen mittleren Alters können an Covid-19 erkranken und ja, auch diese können ernsthafte Symptome haben und unter Folgeerscheinungen leiden. Es gibt auch junge Menschen, die auf der Intensivstation landen und ich kenne persönlich 2 junge Menschen (beide 24), deren Infektion schon 5 Monate her ist und die immer noch dramatisch unter den Folgen dieser Erkrankung leiden. Ob sie jemals wieder ganz gesund werden und wenn ja wann, kann man derzeit noch nicht abschätzen, weil die Krankheit dafür zu neu ist.

Es ist ja super, dass die Krankheit angeblich für 90 % aller Menschen nicht lebensbedrohlich ist, aber davon abzuleiten, dass nur alte Menschen davon betroffen sind, stimmt definitiv nicht. Den älteren Menschen auerdem noch die Schuld für ihre Erkrankung zuzuschieben, weist ein sehr gestörtes Verhältnis ihrerseits mit älteren Menschen hin. Ist Oldy-Bashing ihr neues Freizeitvergnügen?

Und im übrigen, eine Krankheit als eh nicht gefährlich einzustufen, weil sie eh nur für 10 % der Bevölkerung lebensbedrohlich ist, zeigt auch eine besondere Chuzpe ihrerseits. Wenn meine Lunge, meine Niere, meine Leber oder mein Herz für den Rest meines Lebens geschädigt sind, was auch jedem jungen Menschen passieren kann, ist diese Krankheit für jeden als gefährlich einzustufen.

rehlein
1
15
Lesenswert?

Theorie und Praxis klaffen weit auseinander.

Stellen Sie sich mal einen Heimbetrieb vor, in dem Sie allen "mobilen" Bewohnern eine FFP3 Maske aufsetzen und zwar ganztägig, denn die bewegen sich frei im Heim, nehmen an Mahlzeiten teil (wie tu ma da mit den Masken?), wohnen gro´ßteils in 2-Bett-Zimmern - müßten also 24Stunden so eine Maske tragen, Tag für Tag.

Der Großteil der Heimbewohner ist aber nicht mehr mobil, sondern sehr pflegepedürftig.
Die legen wir ebenfalls 24 Std. mit so einer Maske ins Bett, damit sie den Zimmernachbarn nicht anstecken, und das Pflegepersonal wäscht, und versorgt, und füttert, usw. diese Menschen mit einem 2 m-Stock (das wäre der ideale Abstand? Ah ja, wenn Pflegling und Betreuer IMMER eine FFP3 Maske tragen, dann brauch ma den Stock nicht, dann geht `s auch ohne.

Demente Pat., Alzheimer Pat.., verwirrte Pat. müßten dann aber zwangsfixiert werden, denn sonst behalten die die Masken nicht auf, oder sie müssen dauersediert werden, damit sie vor lauter Angst nicht sterben, die würden diese Maßnahmen nämlich nicht verstehen.

Mich würde nur interessieren, ob sie das Ihrer Mutter oder Ihrem Vater zumuten würden...

Es gibt auch Kinder und Jugendliche, die geistige Beeinträchtigungen haben - wie würden Sie mit denen verfahren, immer bitte auch vorstellen, dass nicht jeder das Glück hat 2 gesunde Töchter zu haben, so wie sie?
Erklären Sie solchen Menschen mal Ihre Ideen um sie zu schützen - sie würden Sie nicht verstehen, und müßten deshalb zwangsbeglückt werden - eine entsetzliche Vorstellung.

scionescio
8
1
Lesenswert?

... und weil es nicht für ausnahmslos alle funktioniert, machen wir für niemanden etwas und schauen einfach zu, wie das Virus in den Alters- und Pflegeheimen wütet ...

... mit konstruierten Beispielen das Nichtstun und die Versäumnisse der Regierung vertuschen zu wollen, weil man ein in der Wolle gefärbter Bastianer ist und auch sonst nicht so den großen Überblick hat ... da zwangsbeglückten wir lieber Hunderttausende mit Arbeitslosigkeit und Insolvenzen: eine entsetzliche Vorstellung!

rehlein
2
10
Lesenswert?

Werter scionescio!

Ich bin weder ein in der Wolle gefärbter Bastianer, und dass ich auch sonst keinen großen Überblick habe, können auch nur Sie behaupten - ich habe in Bereichen einen größeren Überblick als Sie, und Sie haben eben in "Ihren" Bereichen Ihre Stärken.
Ich sehe es auch nicht so, dass in Heimen "gar nichts" zum Schutz der Bewohner gemacht wird.
Wenn man allerdings nicht so verfährt, wie ich es oben als abschreckendes Beispiel geschrieben habe, dann wird das Virus diese Risikogruppe weiterhin stärker betreffen, denn man kann Pflegepersonal nicht lückenlos screenen, und man kann Bewohner nicht rund um die Uhr maskerieren (FFP3).
Das Virus wird immer wieder und weiterhin von außen eingeschleppt werden, und eine Reduzierung der Infektionszahlen in Heimen erreicht man nur, wenn die allgemeinen Infektionszahlen niedrig gehalten werden.
Pflegeheime sind keine Inseln, und auch mit entsprechenden Masken, Hygiene, Abstand und Besuchseinschränkungen, bleibt immer noch das Pflegepersonal als Hauptgefahrenquelle, und das kann man nicht tagtäglich vor Dienstantritt testen.
Man müßte Heime INKL. Pflegepersonal komplett abschotten, und das ist nicht möglich.
Meine Schwester war die letzte Zeit Ihres Lebens in einem privaten Hospiz - dort einigte man sich darauf, dass eine Dienstmannschaft 1 Woche im Dienst blieb, die anderen frei, dann Wechsel, damit weniger Bewegung beim Personal stattfindet.
Die mußten nach nur 3 Wochen damit aufhören, weil, es das Personal nicht schaffte, physisch u. psychisch.

lieschenmueller
0
8
Lesenswert?

@rehlein

Das tut mir leid, dass es mit Ihrer Schwester kein Happy End gab. Als relativ junger Mensch zu versterben, ist ganz was anderes als wenn es der natürliche Verlauf eines Lebens ist. Nämlich erst in höherem Alter.

rehlein
0
4
Lesenswert?

Danke liebes lieschen!

Ja, meine Schwester ist leider letzten Sonntag verstorben.

mobile49
0
7
Lesenswert?

@rehlein

mein aufrichtiges beileid
liebe grüße und viel kraft für die zukunft
bitte gesund bleiben

rehlein
0
3
Lesenswert?

Danke mobile!

---------

Mein Graz
0
8
Lesenswert?

@rehlein

Das ist eine traurige Nachricht. Mein Beileid zu deinem Verlust!

Dir wünsche ich weiterhin alles Gute und viel Kraft.
Ganz liebe Grüße aus Graz!

rehlein
0
3
Lesenswert?

Danke Mein Graz!

-----------

DannyHanny
9
10
Lesenswert?

Was soll das herum Gerede!


Schreiben Sie einfach kurz und bündig: 10% der Bevölkerung wegsperren, damit 90% ihr gewohntes Leben ohne Einschränkung leben können!

lieschenmueller
0
9
Lesenswert?

@DannyHanny

Ich weiß schon, wie es gemeint ist. Aber wenn ich an die Berichte von vielen "Jungen" denke, also betteln müssen die auch nicht um Corona, liest sich etwas unentspannt, wo man da durch muss.

lieschenmueller
0
28
Lesenswert?

@scionescio

Uns als Gesellschaft kann anscheinend nur mehr diese erhoffte Impfung retten, damit wir uns nicht total spalten.

Meine Mutter selig war ein Mensch, der unheimlich gerne lebte. Sich auch an dieses klammerte. Mit Erfolg - so sah es auch der Arzt. Weil mit dem allen, was sie hatte, wäre sie ohne dieses Festhalten nie auf diese vielen Jahre gekommen.

Aber würde sie Ihre Zeilen vorgelesen bekommen (oder hätte ich sie als Tochter gesagt, was ich mir nie verziehen hätte), sie würde sich schuldig fühlen an etwas, für das sie null hätte können (will man den Alten dieses Virus ankreiden?) und ich könnte mir vorstellen gedacht "wenn ich so eine Last bin, dann mag ich auch nimmer".

Wollen WIR DAS? In Bezug auf einen Spuk, der in absehbarer Zeit wieder vorbei sein kann?

Und lieber scionescio, setzen Sie bitte auch das zweite EINGESPERRT unter Anführungszeichen. Weil DAS sind wir nicht. EINGESCHRAENKT ist das richtige Wort.

scionescio
6
9
Lesenswert?

@Lieschenmueller: ich stimme dir - wie meistens - vollinhaltlich zu, aber es ist mir auch wichtig, nicht missverstanden zu werden ...

... auch ich habe eine hochbetagte Mutter, die GSD nicht dement ist und bei so guter Gesundheit, dass ich sie nicht aus ihrer gewohnten Umgebung reißen und in ein Heim stecken muss, weil ich ihr eine ausgezeichnete 24h Pflege finanzieren kann.
Da ich sie noch länger nicht missen möchte und auch sie noch genug Lebensfreude hat, war es klar, dass ich mich bei Medizinern im Freundeskreis erkundigt habe, was sie in dieser Situation mit ihren Eltern machen - so ziemlich ausnahmslos alle verfolgen das selbe Konzept: FFP3 Maske, Schutzbrille, Abstandhalten und Hygiene ... und sind bis dato sehr gut damit gefahren!
Für mich war es naheliegend, das auch mit meiner Mutter in einer Art und Weise zu besprechen, dass natürlich keine Schuldgefühle in ihr entstehen (wofür auch?), sondern ihr klar ist, dass sie damit in erster Linie ihr eigenes Risiko minimiert und zugleich auch die möglichen Auswirkungen auf andere (zB ihre Enkel) reduziert - mag es an der Übermittlung gelegen haben oder am Verständnis meiner Mutter: das Problemfeld "zur Last fallen" ist auch nie nur gestreift worden (und ist es natürlich auch nicht)
Natürlich kreide ich das Virus auf keinen Fall den Alten/Risikopatienten an - genau so wenig wie den Kroatienurlaubern, Partytigern, der unverantwortlichen Jugend, etc. !
Das Virus ist einfach ein Faktum und es gilt, dort Maßnahmen zu setzen, wo sie am effektivsten sind und gleichzeitig am wenigsten Kollateralschäden anrichten!

lieschenmueller
0
11
Lesenswert?

Interessehalber (wir hatten auch 24-Stunden-Pflege) Scionescio,

wie funktioniert das mit dieser im Moment? Bleiben die länger da, können sie überhaupt kommen, die Schwestern? Wir hatten welche mit Diplom, so riesig wäre die Alternative nicht gewesen, fiele da eine aus. Slowakei, später Kroatien.

Wenn das in Richtung guter Lösung geht, was Sie anführen, mit Handkuss genommen. Die Möglichkeit der Umsetzung? Für alle die es brauchen?

PS: Man kann mir glauben im Forum, ich bin auch keine Heilige. Bei schwerkranken Angehörigen keimt in einem öfter der Gedanke auf, was bringt das überhaupt noch? Um ihn im nächsten Moment wieder zu verwerfen, weil er einem nicht zusteht. Meine Mutter war in den letzten Monaten geistig nicht mehr die Frau, die ich bisher kannte. Ihr das näher zu bringen, allein schon die Schutzmaßnahmen, schwierig. Ich vermisse sie als Mensch sehr. Aber dass wir Zwei, also sie und ich* DA nicht mehr durch müssen, durch diese Situation, die Durchführung und das Durchhalten durch diese, nicht.

*beim "ich" kommt schon wieder das schlechte Gewissen meinerseits. Aber das flammt auf, wenn es jahrelang schwierig ist. Dabei war ich absolut privilegiert mit diesen für mich unverzichtbaren Pflegerinnen, die mir so viel abnahmen

scionescio
4
4
Lesenswert?

@Lieschenmueller: ich bin da etwas privilegiert, weil ich im Unternehmen MA aus der Slowakei habe, die im Endeffekt alles für mich regeln und dabei auf ihren lokalen Bekanntenkreis zurückgreifen ...

... es handelt sich um 2 diplomierte Krankenschwestern, die sich im Regelfall alle 4 Wochen abwechseln (sie machen sich das mehr oder weniger untereinander aus und die einzige Vorgabe meinerseits ist, dass die eine erst wegfährt, wenn die andere angekommen ist, damit sichergestellt ist, dass meine Mutter nie alleine ist), ganz normal angemeldet sind und deutlich mehr verdienen, als sie in der Slowakei in einem Krankenhaus bekommen würden - es ist wie überall: wenn man bereit ist, mehr Geld auszugeben, bekommt man auch das entsprechende Personal.
Mir ist natürlich klar, dass sich das nicht alle leisten können, aber da ich - mit ein bisschen zutun meinerseits - auf die Butterseite des Lebens gefallen bin und deutlich mehr Geld für relativ sinnbefreite Dinge ausgebe, bin ich sehr froh, meiner Mutter diese Lösung anbieten zu können.

lieschenmueller
0
8
Lesenswert?

@scionescio

Danke!

Und ja, man muss auch finanziell dazu in der Lage sein. Unsere Schwestern bekamen knapp 90 Euro pro Tag. Dazu noch Fahrtkosten, Verpflegung, plus noch Geld ans Institut pro Monat. Knapp "ausgegangen" mit Pension, das was der Staat zuschießt und Pflegegeld ist es sich erst in den letzten Monaten mit Stufe 6. Und man möge davor bewahrt bleiben, in diese hohe Stufe zu kommen, weil da geht es einem schon ziemlich mies. Dass die eine wegfährt erst wenn die andere kommt, war vertraglich geregelt. Wir hatten 14-Tage-Rhythmus.

Es war zum Schluss für die Frauen schon schwer zu schaffen, aber sie versprachen zu bleiben. Der Arzt meinte, meine Mutter gehöre schon längst in ein Heim. Das blieb Gott sei Dank erspart. Und JETZT dorthin jemand zu geben fühlt sich fast an wie ihn zum Sterben dort hingeben. Ob überhaupt noch aufgenommen wird, bezweifle ich fast. Also was tun? Ich hätte mir keinen Rat gewusst mehr.

PS: Da ich viel - durch den Hund - draußen unterwegs bin, treffe ich etliche, die gleiches tun. Ein Jogger kam daher, wo aufgrund des Wetters der Atem von weitem sichtbar war. Vor meinem geistigen Auge die Aerosole. Ich drehte mich mit dem Kopf zu einem Thujenzaun, damit ich nicht direkt in sie traf. Ungerecht wahrscheinlich, weil der geht seinem Hobby nach und denkt gar nicht dran. Aber wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht anfangen, gegenseitig zu beschuldigen. Was wir im Grunde schon tun.

mobile49
2
34
Lesenswert?

@scionescio

wie willst du demenzkranke mit und ohne wandertrieb (gar nicht so selten) von der wichtigkeit von abstandhalten- masketragen - hygiene überzeugen ?
diese personen sind in der kindheit angekommen , nur die sturheit hat etwas "altes" bis "aggressives" .
auf beruhigungsmittel reagieren diese personen oftmals paradox- der wandertrieb wird noch verstärkt .
ausserdem ist das kurzzeitgedächtnis von fast allen alten menschen nicht mehr "up to date" und personen ohne diese einschränkungen sind äusserst selten in pflegeheimen .
ausserdem : niemand darf "zwangsbeglückt" werden
es darf nicht einmal das bett gegen herausfallen "gesichert" werden
um nur einige beispiele zu nennen .
du warst anscheinend noch nie mit der realen "welt" in einem pflegeheim konfrontiert
bleib gesund

scionescio
9
5
Lesenswert?

@mobile49: es ist für mich nicht redlich, mit Extremen/Ausnahmen gegen ein Konzept/Prinzip zu polemisieren ...

... selbstverständlich wird das nicht lückenlos funktioniern und selbstverständlich wird es nicht in allen Fällen Sinn machen, aber das kann doch niemals eine Rechtfertigung sein, deshalb gar nichts zu machen - selbst es nur bei 50% der Betroffenen hilft, gibt es kein Problem mehr mit den Intensivbetten ... ist es nicht das, was wir erreichen wollen?
Ich könnte in ählicher Weise argumentieren, dass es für die Eltern von Kleinkindern auch nicht leicht ist, ihnen zu erklären, warum sie nicht auf den Spielplatz dürfen ... warum dürfen die "zwangsbeglückt" werden?
Es stimmt, dass ich nicht allzu viel Erfahrungen mit Pflegeheimen habe, weil sie für mich die ultima ratio darstellen, wenn es gar nicht mehr anders geht und ich auch schon sehr viel Negatives von schlecht geführten Heimen gehört habe - ich glaube, dass man alte Bäume nicht mehr verpflanzen und es unseren Verwandten ermöglichen sollte, im gewohnten Umfeld ihren Lebensabend zu genießen.

rehlein
2
4
Lesenswert?

@scionescio

"...selbst es nur bei 50% der Betroffenen hilft, gibt es kein Problem mehr mit den Intensivbetten ..."

Dass so viele Heimbewohner Intensivbetten belegen, da sind Sie vollkommen falsch informiert.

Die derzeitige Hauptgruppe besteht zu ca. 80% aus Menschen zwischen 40 und 60. Ein paar jüngere und noch weniger alte Menschen.

Fakt ist, dass Menschen aus Heimen, wenn Sie schwerere Symptome im Heim zeigen, vorrangig vom Heim auf eine Normalstation verlegt werden.
Viele alte Patienten haben eine Patientenverfügung, die Intensivmedizin aus verschiedensten Gründen ablehnt. Meist weil schon ein hohes Alter erreicht ist, und man das Sterben annimmt, oder weil Vorerkrankungen bestehen, wo die Pat. wissen, dass auch eine intensivmedizinische Behandlung keine Lebensverlängerung bringt.
Oder die Patienten haben schon einen Patientenbevollmächtigten, der zu Lebzeiten Bescheid weiß, was der Wunsch des Pat. wäre - die meisten wollen weder reanimiert, noch künstlich am Leben erhalten werden.

Also Heimbewohner "besetzen" die wenigsten Intensivbetten.
Normalstation ja, aber dort werden sie nur symptomatisch behandelt, und erleichternd.
Entweder gesunden sie dann wieder und kommen zurück ins Heim, oder sie versterben.

Die meisten versterben im Heim selbst.
Haben meist keine schweren Symtome, versterben aber trotzdem - meist weil schon eine Herzschwäche vorhanden ist, Lungenbeeinträchtigung, Nierenprobleme, etc.
Vorerkrankungen eben.

Sie haben aber einen geringen Anteil an Intensivbehandlung.

mobile49
1
4
Lesenswert?

@scionescio

da musst du die gesetzgeber und die regierung fragen .
kinder aber sind "erziehungsberechtigt" , also von erwachsenen zu beaufsichtigen und wenn diese nicht " hinausdürfen " .....
bei erwachsenen gibt es aber seit jahrzehnten ein gesetz , welches zwangsmaßnahmen nicht erlaubt , es sei denn, sie werden zwangseingewiesen( richterlich) und das sind dann "sonderanstalten" oder ähnliches
genauere auskunft darüber könnte ein anwalt geben (also nicht ich)

scionescio
2
2
Lesenswert?

@mobile: Ich glaube, dass die Eltern "beziehungsberechtigt" sind und die erzogen werden ...

... wenn kranke/alte Menschen nicht mehr für ihr Tun/Nichttun verantwortlich gemacht werden können, sind sie wieder auf etwa dem selben Status wie unmündige Kinden und müssen eben besachwaltet werden - den großen Unterschied kann ich jetzt nicht erkennen.

mobile49
0
3
Lesenswert?

@scionescio

auch ein besachwalteter darf in einem pflegeheim nicht "zwangsbeglückt" werden (nach meiner kenntnis)
ausserdem hat @rehlein dir ausführlich geschrieben , ich will nichts von ihr wiederkäuen :-))

lieschenmueller
0
12
Lesenswert?

@scionescio

Bei Dir ist es so, wie wenn ich mir eine Übertragung aus dem Parlament antue. Redet AB denke ich mir, der oder die hat recht. Folgt CD ans Rednerpult und sagt in die Richtung ziemlich was andere, ebenfalls.

Es gibt für so vieles im Leben nicht DIE Lösung!