Über Gerüchte und VerstärkungSteirische Polizisten und Soldaten wurden nach Wien geschickt

Obwohl keine konkrete Gefährdung für die Steiermark bestehe, wurde die Überwachung neuralgischer Orte erhöht. Sprachnachricht über Terroranschlag in Graz sei Falschmeldung, so die Polizei.

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Grazer Dom
Drei Polizisten wurden auch vor dem Grazer Dom postiert © Wilfried Rombold
 

Nach der Terrorattacke in Wien Montagabend, bei der mehrere Personen in der Innenstadt angeschossen und schwer verletzt wurden und auch Todesopfer zu beklagen sind, ist man im ganzen Land in erhöhter Alarmbereitschaft. Der Terrorakt hat offensichtlich einen islamistischen Hintergrund, noch ist nicht klar, ob der Attentäter alleine gehandelt hat.

Wenige Stunden nach dem Anschlag trat in der Landespolizeidirektion Steiermark ein Einsatz- und Führungsstab zusammen. Experten aus mehreren Bereichen wurden zusammengezogen um ein ständig aktuelles Lagebild zu haben und schnell reagieren zu können. "Wir haben die Anwesenheit der Polizeikräfte im öffentlichen Raum verstärkt, haben Überwachungs- bzw. Objektschutzmaßnahmen im verstärkten Streifendienst für kritische Infrastruktur und verfassungsmäßigen Einrichtungen, für Kirchen, Plätze und Einkaufszentren angeordnet", erklärte Landespolizeidirektor Gerald Ortner

Falsche Warnung kursiert

"Für die Steiermark besteht aber derzeit keine Gefahr", betont Markus Lamb, Pressesprecher der steirischen Polizei. Es gibt keine Anhaltspunkte für eine Gefährdung, man sei aber "lieber vorsichtig und wachsam" und daher an neuralgischen Punkten, wie schon gestern Abend bekannt wurde, verstärkt mit Streifen unterwegs.

Zur Verunsicherung trug auch eine Sprachnachricht bei, die seit der Nacht via Whatsapp kursiert. "Liebe Freunde, Notfallmeldung, bitte in Graz alle zuhause bleiben ... Es steht ein Terroranschlag in Graz an", sagt eine männliche Stimme mit steirischem Idiom. Die Polizei hält dazu fest: "Es handelt sich definitiv um eine Falschmeldung."

Stärkere Bewachung

Die Grazer Synagoge wird seit gestern zur Sicherheit stärker bewacht, auch wenn man hier derzeit keine größere Gefährdung sieht. Die Israelitische Kultusgemeinde hat alle ihre Einrichtungen in Österreich zur Vorsicht heute geschlossen. Für Fahndungsmaßnahmen in der Steiermark nach dem Terroranschlag gebe es aber keinen Anlass, auch an den Grenzen werde nicht stärker kontrolliert.

"Wir sind personaltechnisch gut aufgestellt, weil wir wegen der seit 0 Uhr geltenden Covid-Ausgangsbeschränkungen sowieso vermehrt auf den Straßen kontrollieren", so Lamb. Am Vormittag wurden auch zwei Züge der Einsatzeinheit (EE) nach Wien entsandt, wo sie ihre Kollegen unterstützen werden. Die rund 50 speziell geschulten Beamten versehen sonst Regeldienst auf verschiedenen steirischen Dienststellen. Auch steirische Kriminalbeamte helfen in Wien aus.

Auch Heer steht bereit

Das Bundesheer habe den Eigenschutz vorübergehend erhöht, teilte Militärkommandant Brigadier Heinz Zöllner mit. "Auch die geplanten Kräfte für Terrorlagen wurden alarmiert und vorbereitet um möglichst schnell im Einsatz sein zu können." Rund 35 Militärpolizisten aus der Steiermark verstärken zudem den sicherheitspolizeilichen Assistenzeinsatz in Wien.

Graz wurde 2015 Opfer einer Amokfahrt. Damals raste ein Auto durch die Innenstadt- der Täter hinterließ eine Blutspur, Tote und traumatische Bilder in vielen Köpfen. Seither hat Graz auch im öffentlichen Raum die Sicherheitsvorkehrungen erhöht>> Mehr dazu hier