Uni-Frauenklinik in der NS-ZeitGewalt, Zwang und brutale Forschungen

Ein Symposion befasste sich am Montag an der Med Uni Graz mit der üblen Rolle der Frauenklinik im Dritten Reich. Auch der ehemalige Bundespräsident Heinz Fischer hielt ein Referat.

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Üble Vergangenheit der Universitäts-Frauenklinik in der Nazi-Zeit © Jürgen Fuchs
 

Einem traurigen Kapitel widmete sich am Montag Nachmittag eine gut besuchte Fortbildungsveranstaltung an der Medizin Universität Graz. Professor Karl Tamussino, Vorstand der Grazer Frauenklinik, hatte zu einem Symposion über die üble Rolle dieser Klinik in der NS-Zeit geladen. Kernpunkt der Tagung, die von den beiden Rektoren Hellmut Samonigg (Med Uni) und Martin Polaschek (Karl-Franzens-Universität Graz, zu der damals Frauenklinik dazugehörte) eröffnet wurden, waren vor allem zwei Referate: Uni-Archivar Alois Kernbauer beleuchtete die Umstände nach dem "Anschluss" und wie sich binnen weniger Tagen die Nazis (die meisten waren ohnehin schon vor Ort) sich der Klinik bemächtigten. Graz wurde zu einem besonderen medizinischen Knotenpunkt im Dritten Reich. So wurde an der medizinischen Fakultät / LKH die SS-ärztliche Akademie angesiedelt, und die Heilanstalt Feldhof wurde zu einem Ort im Reichsgau Steiermark, wo rund 1000 Erwachsene und hunderte behinderte Kinder getötet wurden. Alle Akten zum Thema SS-Akademie sind übrigens vernichtet worden.

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