Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Hannes Royer im Interview„Katzenfutter ist teurer als Schnitzel, das ist verrückt“

„Nur Sex ist intimer als Essen, aber am Teller wollen wir den Mercedes zum Dacia-Preis“, sagt Bergbauer und Lebensmittelbotschafter Hannes Royer, der von Bauern, Handel und Kunden radikal neue Wege einfordert. „Nur wenn wir in guten Zeiten zu Österreich greifen, haben wir in der Krise auch Österreich am Teller.“

Hannes Royer vor seinem 800 Jahre alten Hofgebäude: „Der Hof hat so viele Krisen überstanden, den gibt man nicht auf, nur weil der Preis grad nicht passt“ © Juergen Fuchs
 

Im Corona-Lockdown stieg das Image der Bauern als Nahversorger sprunghaft an, jetzt brechen alte Gräben wieder auf. Wird der Bauer nur geschätzt, wenn die Regale halb leer sind?

Kommentare (45)

Kommentieren
Ragnar Lodbrok
2
2
Lesenswert?

....der ach so mündige Bürger....

der mündige Bürger ist das Problem. 90% schauen nur auf den Preis und glauben für ein 2 Euro Schnitzel auch noch Qualität zu bekommen... Wenn beim Lidl ein Hendl aus Deutschland samt Transport billiger ist als ein steirisches Huhn - dann kann man sich eventuell die Haltung und die Qualität vorstellen.
Was ihr heute esst - muss euer Arzt morgen ausbügeln. abgesehen davon macht ihr euch der Tierquälerei (indirekt) mitschuldig.
Gute Qualität von anständig gehaltenen Tieren hat ihren Preis.

himmel17
5
4
Lesenswert?

Mainstream Fasten

Modeerscheinung: Wenn ich esse, verlier ich meine top Mager-Figur. Essen ist immer schlecht. Essen macht fett. Essen darf nur meine Katze.

duMont
2
29
Lesenswert?

Der Geschmack wurde verändert

In den Diskontern finden sich halt viele übersalzene und überwürzte Waren mit viel Zucker und Fett und Geschmacksverstärkern. Deshalb wissen Menschen, die diese Waren, die sehr lange halten, kaufen gar nicht mehr wie natürliche Lebensmittel wirklich schmecken.

schetzgo
2
14
Lesenswert?

nachdenklich macht er auf jeden Fall

dass es so nicht weiter gehen soll, wird sich insgeheim vielleicht jeder denken, wie er gesunde Ernährung und ein knappes Börserl unter einen Hut bringen soll, steht auf einem anderen Blatt.

duMont
2
10
Lesenswert?

Man kann sich auch mit wenig Geld gesund ernähren

du musst nur kochen lernen.

archiv
21
3
Lesenswert?

Mit dem Katzenfutter frisst mein Kater ..

.. jetzt endlich auch Erbsen und Karotten etc..
Gemüse, welches mein Kater im Garten aber nicht anrührt - warum wohl?

Und was ist mit Salat, Tomaten, Kartoffel etc.

bluebellwoods
0
23
Lesenswert?

Vielleicht

einfach weil es nicht seinem natürlichen Ernährungsverhalten entspricht? 🤔

lieschenmueller
3
2
Lesenswert?

Würde ich nicht sagen,

in Mäusemägen wird sich auch solcherart finden.

Willi128
15
25
Lesenswert?

Nur als Diskussionsgrundlage -Bitte nicht alles verdammen ......

Es soll auch in Österreich Leute geben, die sich keinen "Mercedes" leisten können und froh sind, dass es günstige Lebensmittel gibt, um sich außer dem "Sattessen" noch andere Annehmlichkeiten wie Urlaub, Konzertbesuche etc. leisten wollen. Ein Wort noch an die Bauernvertreter - wo blieb z.B. der Aufschrei, als durch den Mehrverbrauch an Milch in Ostasien österreichische Kunden über Nacht mit Preiserhöhungen z.B der Butter konfrontiert wurden. Wer hat da an die nun vielzitierten, "undankbaren" österreichischen Konsumenten gedacht?

duMont
7
10
Lesenswert?

Lebensmittel in den Diskontern sind in Österreich im Vergleich zu Deutschland um circa 20 Pozent teurer

Kann mir das jemand erklären. Teilweise dieselben Marken. Man sieht wirklich wie die mit uns umspringen. Man sollte aber jemand keinen Vorwurf machen, dass er billige Lebensmittel kauft. Ich kenne jemanden der hat sich einen Mercedes gekauft - das war sein Lebenstraum- der kann sich aber keine Pizza mehr beim Italiener leisten, weil er das ganze Geld für das Auto ausgegeben hat.

Guccighost
8
20
Lesenswert?

was regst dich auf

die Österreicher werden sowieso immer fetter
also weniger essen und dafür Qualität

crawler
5
36
Lesenswert?

Das stimmt schon,

aber wieso muss gerade der Bauer derjenige sein, der auf seine Kosten die angesprochenen Freizeitaktivitäten finanzieren soll. Das sollte wohl eher über Tabaksteuer, Alkoholabgabe, Abgaben für große energiefressende Fahrzeuge, höhere Steuern auf Kerosin usw. - halt alles was man nicht zum Leben braucht - finanziert werden. Normal ist es in der Wirtschaft so, dass die Nachfrage den Preis regelt, bei den Bauern ist es genau umgekehrt.

Guccighost
1
33
Lesenswert?

Kerosin bestes Beispiel

wird nicht versteuert ein Wahnsinn
aber der kleine Mann soll Klima schützen man wird nur mehr verar....t

oekoLogisch
6
26
Lesenswert?

Zeiten und Lebensstile

ändern sich. Das ganze Dilemma ist ein Gesellschaftliches! Die heutige Gesellschaft lebt von adabei. Alle wollen zumindest soviel, wie alle anderen auch, eine Flugreise, ein gutes Auto, ein schönes Haus etc. Die Politik hat es ihnen ermöglicht, indem sie den Bauern Förderung bezahlt, damit die einen Teil ihres Einkommens daraus verdienen und der Gesellschaft mehr Geld bleibt, um sich den sg. Wohlstand zu leisten. Blöd ist halt nur, dass das alles verdammt viel mit ökologischem (negativem) Fußabdruck zu tun hat. Konnten meine Eltern in den 1980iger Jahren mit ca. 30 Mutterkühen noch problemlos ohne Förderung einen landwirtschaftlichen Haushalt finanzieren, so ist dies heute trotz Umstellung auf biologisches Wirtschaften bei weitem nicht mehr möglich, außer man geht auf totalen Selbstversorger und verzichtet auf alle Annehmlichkeiten des Lebens. Die EU und Konsorten, aber auch der Durchschnitt der Gesellschaft will das so. Also um etwas verändern zu wollen, gehören jeden Tag solch objektive Berichte, wie die des Herrn Rojer in den Medien veröffentlicht. Und die Landwirtschaft müsste sich vom Weltmarkt verabschieden bzw. die Zölle für schlechten ökologischen Fußabdruck müssten massivst erhöht werden, dass es sich gar nicht rentiert, Soja aus Amazonien etc. zu importieren und und und......
Und jeder weiß was, der eine will den Wolf, der nächste will keine (Müll-)kälber, der nächste will kein Glyphosat, aber keiner findet ein Lob für die Bauern, weil ja immer alles zu teuer wäre..

melahide
3
33
Lesenswert?

Stimmt schon

Meine Großeltern waren auch Obstbauern und konnten gut davon leben. Es war ein Kleinbetrieb. Heute könnte man mit den 2 ha vermutlich gar nichts mehr schaffen.

Aber die Zeiten ändern sich. Früher war man nicht so Konsumsüchtig. Wir haben als Kinder zum Geburtstag und zu Weihnachten was bekommen. Da immer was wirklich schönes, aber unter dem Jahr nicht. Heute geht man „zum Spaß“ einkaufen und jeder hat alles. Man gibt Geld für Blödsinn aus und Dinge die man nicht braucht. Man kauft sich ohne Nachzudenken einen Kaffee um 3,50, 1 kg Zwetschgen an dem man drei Tage Freude hat, ist um das gleiche Geld aber „zu teuer“. Oder 10 Eier.

Man geht aus, trinkt ein Bier nach dem Anderen oder einen „Cocktail“ um 10 Euro, aber das Schnitzel darf nicht mehr als einen Euro kosten.

Sam125
5
9
Lesenswert?

Leider ist das Ungleichverhältniss zwischen Produktion(Bauern)und Endverbraucher

nicht nur hier bei uns ,sondern in ganz Europa in ziemlicher Schieflage! Und ja,wie sollten alle nicht soviel Fleisch essen,doch hier bei uns ist das Fleisch im Vergleich zu Deutschland um einiges teurer und das,obwohl die Deutschen ein viel höheres Einkommen haben und überhaupt viel "günstiger"wie wir Österreicher leben.Wenn nun auch noch die Fleischpreise stark erhöht werden,ja würde dann geschehen?Ja, ALLES aber auch Alles würde wieder teurer werden und das zu einer Zeit,in der eine geregelte und gerechte Entlohnung,nicht mehr für jeden selbstverständlich ist!Und das in einem Land,indem die Entlohnung zu den hohen Lebensgrundversorguns- Kosten schon vor Corona emens hoch waren!

melahide
1
20
Lesenswert?

Leider

kam ja eher mit den Supermärkten die ganz große Wende, also, wo Produkte das ganze Jahr über verfügbar sind. Man verlernt dann viel. Erst wenn man am „echten“ Bauernmarkt einkauft sieht man, was wann regional Saison hat. Dafür hat man fast das ganze Jahr über abwechslungsreiche Kost.
Mit den Spritzmitteln bin ich geteilter Meinung. Ja, Schädlinge gibt es viele. Dann kann man entweder spritzen oder auf biologische Landwirtschaft umstellen, wobei die Umstellung finanziell dramatisch ist! Weil man massiv investieren muss, zwei Jahre muss man biologisch produzieren darf sich aber noch nicht „Bio“ nennen, und es ist viel viel Arbeit. Ungefähr so, wie es unsere Großeltern gemacht haben. Wo Pflanzen „vorgezogen“ wurden und oftmals „per Hand“ eingesetzt. Das schafft man bei den heutigen Flächen nicht mehr.

hfg
4
11
Lesenswert?

Es liegt sicher am Konsumenten

In Österreich wird überwiegend ziemlich schlechte Qualität zu ziemlich hohen Preisen konsumiert. In Frankreich erhalten die Kindergartenkinder ein Gourmet Essen und lernen gutes Essen kennen und schätzen. Gestern bei uns im Tierpark und am See bekommt man im Gasthaus miese Qualität, große Portionen und zahlt für diesen „Mist“ überteuerte Preise. Aber man hat leider gar keine andere Wahl. Bei uns schmeckt das Gemüse im Supermarkt nicht und ist überteuert. Es ist am Bauernmarkt leider nicht immer viel besser. Der Bioschmäh und auf die Herkunft achten usw. alles nur Marketing. Wichtig wäre beste bzw. gute Qualität beste Zutaten, aber vor allem Geschmack der Preis ist dann zumindest nicht das Wichtigste. Das ist leider fast nicht zu bekommen. Warum? Weil produziert und gekocht wird was dem Kunden schmeckt. In Italien ist der Café bestens und kostet al banco max 1.10 im schnitt. Bei uns ist der Café fast überall miserable (es gibt schon einige Ausnahmen) über kostet das 3 mal soviel.

Balrog206
5
7
Lesenswert?

In

Italien trinkst den Espresso meist im stehen , bei uns sitzt mit einem verlängerten eine halbe std im cafe! Toilette hast meist ein schäbiges Loch, bei uns oft eine Oase des Wohlfühlens ! Ausnahmen gibts nat ! Ein Italiener hat sich nicht unser Gehalts Niveau!

hfg
1
0
Lesenswert?

Genau das ist die Einstellung

Die Toiletten schön - aber der Kaffee zum scheiss.... - Für mich muß die Toilette nur sauber sein und das ist auch meist besser in Italien. Die Portionen groß - aber die Qualität bestenfalls genügend
Der Preis ist immer höher wie die Qualität. Und weil die Preise „niedrig“ sein sollten ist die Qualität schlecht. Es gibt natürlich auch bei uns einige Ausnahmen aber die Regel ist leider so.

ReinholdSchurz
7
28
Lesenswert?

Selbstgemacht ist der Bauern leid🐑

Früher einmal vor nicht all zu langer Zeit gab es nur am Sonntag Fleischgerichte am Tisch under der Woche wurde alles mögliche gegessen, weil einfach das Geld fehlte.
Der Bauer bekam auch das zigfache für seine Tiere bitte erklärt mir einmal wie das alles dermaßen so schief laufen konnte, man hat den Kleinbauern vernichtet und die Zuverdiener ( Kleinlandwirtschaft ).
Ich finde es komisch das die gleichen jetzt wieder in die Richtung von früher drängen🐖
Schuld sind abgehobenen Bauernvertreter ( Großbauer und Großgrundbesitzer )in der Kammer und Politik🐂

Nihiltimeo
1
7
Lesenswert?

Warum sollte es bei den Lebensmitteln anders sein

Als bei allen anderen Produkten auch ? Es ist doch alles massiv billiger geworden. Und wenn landwirtschaftliche Produkte teuerer werden gibt man den „Bauern im Mercedes“ die Schuld.
Dabei wäre es ganz einfach: Stopp mit den Agrar-Subventionen ! Nur dort den Bauern etwas bezahlen wo es um Landschaftspflege geht.

ReinholdSchurz
4
11
Lesenswert?

Früher einmal🙆🏻‍♂️

Noch was, meine Großmutter war eine wirkliche Bäuerin die konnte fast alles vom Bauernbrot backen bis zur Verarbeitung aller Tiere am Bauernhof und einmal im Jahr gab es sogar einen kurz Buschenschank wo sich vor allem im Dorf eigene und Umkreis Bewohner trafen wo eigen produzierte Sachen wie Kübelfleisch Geselchtes eigenes Gemüse und vor allem eigener Wein und Most getrunken wurden, nur der Zuckerzwieback kam vom eigenen Bäcker in der Nähe und nicht von irgendwo.
Das Kürbiskernöl hatte man sowieso am Hof wurden die Kerne händisch vom Plutzer entfernt gewaschen und getrocknet und was ist Heute alles maschinell und das Kernöl ist sehr teuer🥇👍

ReinholdSchurz
4
13
Lesenswert?

Falsch gelaufen🙆🏻‍♂️

Von früher her weis ich ganz ganz genau was ich da schreibe, meine Großeltern hatten vom Pferd bis zu den Schweinen und Kühen, Kälber und sogar den Gemeindestier am Hof und angebaut wurde alles was man für die Tierhaltung brauchte und die Maschinen waren weitaus nicht so modern wie Heute und Zeit ist auch noch reichlich für andere Dinge gewesen mein Großvater war begeisterter Traubersetzer in der Mur und es gab oft Murfisch zum Essen und einmal die Woche kam ein verserter Kriekskollege zum Tauben essen die man vorher vom eigenen Taubenkogel geschossen hat ( wegen der Überpopulation ).
Zur Weinlese fuhr man mit der Pferdekutsche zum Kellerstöckel ohne Stress und umweltfreundlich und alles hat funktioniert😀
Was ist da schief gelaufen liebe Bauernvertreter in der Kammer und Politik?🤔

Plantago
1
6
Lesenswert?

angefangen hat es wohl damit,

als der Traktor das Pferd ersetzt hat. Manche alten Bauern sind "altvaterisch" geblieben und haben die Anschaffung eines Traktors lange verhindert, aber die "fortschrittlichen" Jungen haben dann die neuen Maschinen angeschafft und sich voll ins neue Wirtschaften hinein gestürzt, dann kamen Massentierhaltung und Monokultur, die Obstbäume mit den alten Sorten wurden umgeschnitten und Obstplantagen errichtet etc.

archiv
19
9
Lesenswert?

re- schurz .....

Was ist da schief gelaufen?

Ganz einfach, dass viele Geld und die Förderungen, mit dem die Bauern heute "überhäuft werden" - noch Fragen?

 
Kommentare 1-26 von 45