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"Storchenvater" Helmut RosenthalerEr hilft gefiederten Patienten wieder auf die langen Beine

Helmut Rosenthaler hilft in der Storchenstation Tillmitsch verletzten Tieren wieder auf die langen, roten Beine. Zuletzt fünf gefiederten Hagelopfern.

Helmut Rosenthaler mit einem seiner Patienten
Helmut Rosenthaler mit einem seiner Patienten © Storchenstation Tillmitsch
 

Die letzten Zuzügler waren Unwetteropfer: Fünf Störche wurden in der Vorwoche in Stallhofen durch Hagel schwer verletzt – einer musste operiert werden, jetzt wird das Quintett in der Storchenstation in Tillmitsch (Bezirk Leibnitz) aufgepäppelt.

Bei „Storchenvater“ Helmut Rosenthaler sind sie in den besten Händen – hat er die Tierliebe doch „in den Genen“: Schon der Vater, erzählt der 77-Jährige, sei ein „großer, großer Tierfreund“ gewesen, „er hat schon zur damaligen Zeit viele Tiere gepflegt, Rehe, Dachse, Füchse, Greifvögel. Und ich glaube, da habe ich ein bisschen etwas abgekriegt davon.“

Kein Wunder also, dass sich der Südsteirer, der bis zu seiner Pensionierung in der Schlosserei bei Voest Donawitz gearbeitet hat, immer auch für Tiere engagierte. Beim „Tierschutz in Leibnitz“ ebenso wie beim Birdlife-Projekt Weißstorch in der Steiermark, wo er Horste in drei Bezirken – Deutschlandsberg, Leibnitz und Bad Radkersburg – betreute.

Als sich Helmut Rosenthaler ein kleines Bauernhaus in Tillmitsch kaufte – wo er anfangs nur am Wochenende lebte, inzwischen aber schon längst seinen Lebensmittelpunkt hat –, zogen bald auch die ersten Störche zu. Sie machten es sich auf einem Lichtmast, den der Hausherr für sie „umfunktionierte“, gemütlich. Das war vor mehr als 30 Jahren.

Es wurden immer mehr Tiere – verletzte, flugunfähige, Waisen, die im ehemaligen Obstgarten des Bauernhofs ein Zuhause auf Zeit fanden. Heute kümmern sich ein sechsköpfiges Team und bei Bedarf Tierarzt Manfred Brandl um sie, bis sie wieder auf den eigenen langen, roten Beinen stehen bzw. flugtauglich sind.

Aber natürlich auch um jene Tiere, die draußen nicht mehr zurechtkommen würden. Wenn die meisten Weißstörche Mitte August Richtung Afrika abheben, bleiben heuer voraussichtlich 14 Gehegestörche in Tillmitsch. Sie müssen im Winter nur über Nacht in Volieren, bei Tag sind sie draußen – „die Kälte macht ihnen nichts“, Hauptsache, sie bekommen ihr Futter. Auch zwei der Stallhofener Störche werden wohl dabei sein. Oder „Blumi“, ein flugunfähiger Jungstorch, der vor zwei Tagen in Bad Blumau gemeldet und dann abgeholt worden war.

Nein, die Arbeit geht Helmut Rosenthaler, seinem Team und den freiwilligen Helfern nicht aus. Zurzeit werden 36 Störche betreut. Das geht natürlich auch ins Geld. Die Storchenstation mit dem 2005 gegründeten „Storchenverein Tierliebhaber“ lebt von Spenden – da kann’s zwischendurch eng werden. Aber auf die Tierliebe anderer kann man zählen, das weiß der Vater zweier Töchter. Zuletzt wurde etwa dringend Verbandszeug gebraucht – nach einem Aufruf sind mittlerweile die Vorräte mehr als voll.

Jüngstes, allerdings gravierendes Problem: Nicht nur die Stallhofener Störche kamen in ein Unwetter, auch bei der Station schlug in der Vorwoche ein Blitz ein. Es erwischte die Kühlanlage („was das Allerwichtigste ist bei uns“), einen PC und die Kaffeemaschine. Derzeit wird mit Kühltruhen improvisiert, es braucht aber dringend Hilfe! Alle Kontaktdaten (auch, was verletzte Tiere anlangt) finden Sie unter www.der-storchenvater.com

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