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FremdsprachenunterrichtVernetzung ist ein Schlüsselwort

An der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule wird untersucht, wie es Lehrern geht, die eine Fremdsprache im Volksschulunterricht sozusagen „nebenher“ vermitteln.

Englisch etwa als Bestandteil des Sachunterrichts erfordert intensivere Vorbereitung der Lehrer, ist aber bei den Kindern erfolgreicher als andere Methoden © KPH
 

Wir leben in einer globalisierten Welt – und längst auch in einer Welt, die von jedem Sprachenkenntnisse verlangt. Die ersten Schritte dazu setzt man bereits in der Volksschule, halb lernend, halb spielerisch kommen die Kinder mit einer Fremdsprache – zu 90 Prozent Englisch – in Berührung. Im Lehrplan ist dies als „Verbindliche Übung“ vorgesehen.

Eine der Methoden ist es, Inhalte anderer Fächer (zum Beispiel den Sachunterricht oder Musikerziehung) in Englisch zu vermitteln. Der Fachmann nennt das „Content and Language Integrated Learning“ (CLIL). Es steht im Gegensatz zu anderen Methoden, die sich auf die Fremdsprache als solche konzentrieren.

An der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule (KPH) in Graz beschäftigt sich Marie-Theres Gruber mit dieser Thematik. Sie hat im Rahmen eines umfassenderen CLIL-Projektes (das auch die anderen Schulstufen einschließt) untersucht, wie zufrieden Primarpädagogen mit der Methode sind und welche Wünsche sie hätten. Dabei beteiligten sich 350 Lehrer österreichweit an einem Online-Fragebogen, und später befragte Gruber sechs Personen in Tiefeninterviews. Anders als in den höheren Altersstufen gibt es hier international noch wenig systematische Befunde.

Die Ergebnisse sind eindeutig: Was die Kinder betrifft, sind die Lehrpersonen sehr zufrieden mit der Methode. Die Schüler bekommen quasi „nebenher“ auch die Fremdsprache mit, während sie „eigentlich“ zum Beispiel etwas über Tiere und Kreisläufe in der Natur erfahren. Untersuchungen in anderen Altersstufen zeigten, dass das Modell erfolgreicher ist als ein direkter Fremdsprachenunterricht.

Die Nachteile und damit auch die Kehrseite bzw. Unzufriedenheit bei den Lehrern liegen auch auf der Hand. Die Methode wird als viel aufwendiger empfunden, die Lehrer fühlen sich in der Fremdsprache zu wenig sattelfest. In der Vorbereitung muss man sich sozusagen doppelt mit dem Stoff auseinandersetzen.

„Die Pädagogen fühlen sich zu wenig unterstützt, von den Direktionen, der Bildungsdirektion und auch bei der Aus- und Fortbildung“, sagt Gruber. Dazu muss man sagen, dass Volksschullehrer große methodische Freiheiten beim Unterricht haben und daher nur recht wenige die CLIL-Methode anwenden.

Wichtig wäre es, so Gruber, die Vernetzung zwischen den Lehrern zu verbessern. Dann könne man nicht nur Erfahrungen, sondern auch Unterlagen austauschen. Das Fort- und Weiterbildungsangebot sollte erhöht werden, notwendig wären mehr Ansprechpersonen, die dann auch in die Schulen kommen und beispielsweise mit den Direktoren Konzepte erstellen.

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