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Nach GerichtsurteilErste Alm-Schließung stößt auf Verständnis

Nach dem Höchstgerichtsurteil machte Almbauer auf der Sommeralm Ernst und schloss beliebten Wanderweg.

Almbauer Hannes Willingshofer von der Sommeralm sperrte nach OGH-Urteil einen beliebten Wanderweg © KK
 

Seine Almwiesen für Wanderer zu sperren, um Unfälle mit Tieren zu vermeiden und daher Schadenersatzforderungen abzuwenden: Das hat am Wochenende Hannes Willingshofer, Almbauer auf der Sommeralm im Bezirk Weiz, getan. Über die Reaktionen darauf kann er sich nicht beklagen: „Ich habe sehr viel Zuspruch bekommen, von Tirol bis Niederösterreich, aus ganz Österreich. Keine einzige negative Meldung war dabei“, berichtet der Landwirt, der einen beliebten Spazier- bzw. Wanderweg zur Stoakoglhütte damit schloss. „Ich habe das aber im Einvernehmen mit den Wirtsleuten getan.“ Letzter Auslöser war jenes Urteil des Oberstgerichtes (OGH) letzte Woche, wonach ein Tiroler Bauer mehrere Hunderttausend Euro Schadenersatz zahlen muss, weil 2014 eine Hundebesitzerin von seinen Tieren zu Tode getrampelt worden war.

Kommentare (45)

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Musicjunkie
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Weit haben wir es gebracht, erst werden die Massen in die Berge gelockt, um sich dann zu wundern das es Probleme gibt.

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wolframp2004
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Verbot

lieber killvandsch, muss Dir unbedingt recht geben, würde noch Verbot ausweiten . Ältere Leute die nicht schneller laufen können als 10 km, lärmende Kinder und vielleicht finden wir noch welche wir ausschließen könnten. Bin seit gut 40 Jahren oft mit Hund auf der Alm und bei Hütten unterwegs. Habe bis jetzt auch kein Problem gehabt das mit zum Beispiel eine Kuh auf der Sommeralm Landesstraße den Seitenspiegel rangedrückt hat und an der Seite entlangt gestreift hat. Oder das mir der Brandluckn Wirt zu Schilling Zeiten einen Strafzettel über 50 Schilling an die Windschutzscheiben deponiert hat für unerlaubtes Schwammerl suchen , die ich natürlich nicht gezahlt habe. Habe auch vollstes Verständnis für Verbote für Campieren und Grillen am Bach entlang wenn die Herrschaften ihren Müll hinterlassen. Nur wenn Wanderwege gesperrt werden werde ich die Sommeralm einfach in Zukunft meiden. Einfach die letzten paar Zeilen des Artikel mit Toni Hafellner und Franz Tischenbacher beherzigen dann passt für Bauern , Wanderern und die von Corona gebeutelten Alm Wirten.

killvandsch
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Ein absolutes Verbot

den Hund, auf mit Weidetieren bestossenen Almen, mitzuführen wäre dringendst notwendig!

Lamax2
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Selbstverantwortung

Solange es keine klare Selbstverantwortung der Almwanderer gibt, würde ich als Bauer die Weide sperren; alle sollten das machen.

scionescio
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Ich kann das Verhalten des Almbauern gut nachvollziehen ...

... aber ich gehe nach der Aussperrung der Öffentlichkeit jetzt auch davon aus, dass er die Förderungen durch die Steuerzahler auch nicht mehr in Anspruch nimmt - ich war bisher immer der Meinung, wenn ich wofür bezahle, darf ich es auch benutzen.
In meinen Augen ist jetzt der Gesetzgeber am Zug und sollte für Klarheit sorgen - sonst sind sie ja auch nicht so zögerlich ...

Elisabeth.mayer
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Almen

Ich als Bauer zahl auch bei jeder geförderten Wohnung mit und kann auch nicht darin wohnen.

notokey
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@scionescio

Auch Industriebetriebe werden gefördert. Wenn ich mich nicht irre - bitte mich zu korrigieren - haben diese beim Bau Anspruch auf 10 - 15 % der Investitionskosten (kann in die Millionenhöhe gehen). Versuch dann einmal solch eine Firma zu betreten. Auch diese Förderung ist unser "Steuergeld".

Riegulator
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Scheinbar nur Landschaftspfleger

Interessant - Bauern werden gefördert, damit Spazier- und Wanderwege für die Allgemeinheit geschaffen und gepflegt werden müssen? Nette Ansicht.

scionescio
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@Riegulator: selbst wenn es auf den ersten Blick absurd klingt - bei näherer Betrachtung hätten alle was davon ...

... der Bauer spart sich die Massentierhaltung und das Kraftfutter für die Produktion von nicht benötigter Milch, die subventioniert nach Afrika exportiert wird und dort den lokalen Bauern den Markt ruiniert - und die dann als Wirtschaftsflüchtlinge nach Europa kommen.
Es gibt eine gewaltige Überproduktion von Milch und die Sicherung der Eigenversorgung ist ein Märchen der Bauernvertreter und Molkereibetriebe.
Für nachhaltige und ökologische Bewirtschaftung (und dafür und nicht für das Produzieren von sinnlosen Überschüssen!) wird der Bauer gerecht entlohnt - der Umwelt würde es gut tun, den Tieren geht es besser und ich kann die Natur geniesen ... für mich eine nette Ansicht;-)

SagServus
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Es gibt eine gewaltige Überproduktion von Milch und die Sicherung der Eigenversorgung ist ein Märchen der Bauernvertreter und Molkereibetriebe.

Bei der Almwirtschaft und vor allem der Mutterkuhhaltung geht es vorrangig um die Fleischproduktion.

"Für nachhaltige und ökologische Bewirtschaftung (und dafür und nicht für das Produzieren von sinnlosen Überschüssen!) wird der Bauer gerecht entlohnt - der Umwelt würde es gut tun, den Tieren geht es besser und ich kann die Natur geniesen" - Almen sind keine Natur sondern durch den Menschen und die Tiere künstlich erzeugte Landschaften.

Ohne Almbewirtschaftung hast du auch keine Alm da diese in kürzester Zeit wieder verwildern würde.
Um die Alm also entstehen zu lassen, benötigst du die Tiere.

scionescio
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@SagServus: und wo genau habe ich geschrieben, dass ich keine Tiere auf der Alm haben möchte?

Ich finde es nur absurd, dass Massentierhaltung und importiertes Kraftfutter subventioniert wird, um damit Überschüsse zu produzieren, die kein Mensch braucht!
Besser weniger, langsamer und dafür qualitativ hochwertig!

Mein Graz
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@scionescio

Auch die Forstwirtschaft bekommt Förderungen. Trotzdem waren schon bisher Wälder gesperrt, etwa zum Betreten oder zum Sammeln.
Warum sollte die Bewirtschaftung von Almen nicht mehr gefördert werden, es werden doch nicht die Wege gefördert?

silentbob79
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@Mein Graz

Das Betretungsrecht (Betreten, nicht befahren!) des Waldes ist ganz eindeutig im Forstgesetz geregelt. Den Wald kann man nicht einfach aus Jux und Tollerei sperren, sondern nur wenn dort bspw. besondere Gefahren durch Waldarbeit herrschen. Ausgenommen vom Betretungsrecht sind (per Gesetz) Jungkulturen mit Wuchshöhe unter 3m oder Sonderkulturen wie zb Baumschulen oder Christbaumzucht.

Und wie kommen Sie drauf, dass man, auch wenn man den Wald betreten darf, einfach irgendwas sammeln dürfen muss? Darf ich, nur weil jemand Wohnbauförderung bekommt auch in sein Haus gehen und mir irgendwas nehmen? Oder wenn jemand Förderung für ein E-Auto kommt drauf bestehen, dass er mich kostenlos mitnimmt?

Mein Graz
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@silentbob79

Im Forstgesetz 1975 wird bestimmt, dass jedermann grundsätzlich den Wald zu Erholungszwecken betreten und sich dort aufhalten darf. Davon gibt es Ausnahmen und es dürfen nicht benützt werden:

- Waldflächen, für die die Behörde ein Betretungsverbot verfügt hat;
- Waldflächen mit forstbetrieblichen Einrichtungen, wie Forstgärten, Holzlager- und Holzausformungsplätze, Material- und Gerätelagerplätze, Gebäude, Betriebsstätten von Bringungsanlagen, einschließlich ihres Gefährdungsbereiches;
- Wiederbewaldungsflächen sowie Neubewaldungsflächen, solange deren Bewuchs eine Höhe von drei Metern noch nicht erreicht hat;
- Waldflächen, die vom Waldeigentümer gesperrt sind.

Hier ist vor allem der letzte Punkt wichtig, denn der Waldeigentümer kann anscheinend ohne jeden Grund seinen Wald sperren.
Das ist ja auch sein gutes Recht, er gehört ja ihm.

ABER wenn er Förderungen erhält kommt doch dann auch hier die Forderung von @scionescio zum Tragen, dass der Waldbesitzer entweder auf die Förderung zu verzichten hat oder den Wald öffnen müsste...

PS: ich persönlich sammle nicht - außer auf meinem eigenen Grund.

silentbob79
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@Mein Graz

Diese angesprochenen Waldsperren sind aber nur sehr eingeschränkt möglich.

- insgesamt maximal 5% der Waldfläche, höchstens aber 15ha (auch die Esterhazys können also auf diese Art max 15ha sperren)
- im engen örtlichen Zusammenhang mit dem eigenen Wohnhaus

Im Wesentlichen geht es da also darum, dass man als Waldbesitzer rund um sein eigenes Haus nicht jedermann in seinem Wald dulden muss. Genauso wie Sie auch niemanden in Ihrem Garten dulden müssen.

Und warum MUSS der Wald geöffnet werden, wenn man Förderung dafür erhält? Muss eine Wohnung auch für jedermann geöffnet werden, weil man Wohnbauförderung erhält?

Mein Graz
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@silentbob79

Anscheinend reden wir aneinander vorbei.
Ich kritisiere doch die Aussage von @scionescio, der fordert, dass Almen für die Förderungen erhalten werden, der Öffentlichkeit zugänglich sein müssen.
NUR deshalb habe ich das Beispiel der Wälder gebracht, auf deren Besitzer dann doch dieses Recht auch zutreffen müsste.

Ich bin weder für die Öffnung der Almen noch die der Wälder, nur weil Besitzer Förderungen erhalten. Ich finde es äußerst wichtig, dass es solche Förderungen gibt, denn nur dadurch wird das Landschaftsbild erhalten und die Natur/Umwelt geschützt.

SagServus
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Hier ist vor allem der letzte Punkt wichtig, denn der Waldeigentümer kann anscheinend ohne jeden Grund seinen Wald sperren.

Nein, kann er nicht.

Eine dauerhafte Sperre von Waldgebiet ist nur unter bestimmten Vorraussetzungen möglich.

Dauernde Sperren sind nur zulässig für Waldflächen, die

a) aus forstlichen Nebennutzungen entwickelten Sonderkulturen, wie der Christbaumzucht, gewidmet sind;

b) der Besichtigung von Tieren oder Pflanzen, wie Tiergärten oder Alpengärten, oder besonderen Erholungseinrichtungen, ohne Rücksicht auf eine Eintrittsgebühr gewidmet sind;

c) der Waldeigentümer sich oder seinen Beschäftigten im engeren örtlichen Zusammenhang mit ihren Wohnhäusern vorbehält und die insgesamt 5% von dessen Gesamtwaldfläche, höchstens aber 15 ha, nicht übersteigen; bei einer Gesamtwaldfläche unter 10 ha dürfen bis zu 0,5 ha gesperrt werden.

Mein Graz
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@SagServus

Ich habe nichts von dauernden Sperren geschrieben sondern nur vom Sperren von Waldflächen allgemein.

SagServus
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Ich habe nichts von dauernden Sperren geschrieben sondern nur vom Sperren von Waldflächen allgemein.

Es gibt keine allgemeine Sperren von Waldflächen und vor allem gibt es keine Sperren wo der Waldeigentümer dies ohne Grund machen kann.

Auch befristete Sperren unterliegen entsprechenden Gründen die zutreffen müssen, damit überhaupt gesperrt werden darf.

Ein Waldeigentümer kann also nicht einfach ein Schild aufhängen mit "Wald gesperrt".

silentbob79
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Seit wann

gibt es seitens der Öffentlichkeit Förderungen für Wanderwege? Haben SIE schon einmal auch nur einen Groschen/Cent für einen Wanderweg bezahlt? Wenn ja, wo war das?

SagServus
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aber ich gehe nach der Aussperrung der Öffentlichkeit jetzt auch davon aus, dass er die Förderungen durch die Steuerzahler auch nicht mehr in Anspruch nimmt

Bekommt man die Förderung für den Wanderweg oder für die Bewirtschaftung des Alm- und Weidegebiets?

Ich glaub ja eher für zweiteres.

limbo17
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Das ist der Zeitgeist!

Jeder pocht auf seine Recht aber von Pflichten will man nix hören!

MrTillman35
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Oberstgericht?

Was ist ein Oberstgericht? Kann man das Essen?

Carlo62
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Der OGH,

auch Oberster Gerichtshof oder kurz Oberstgericht, witzig sein geht anders!

anonymus21
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ist der Oberst

nicht der vom Bundesheer? Einer mit so vielen goldenen Keks. :D

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Vollstes Verständnis für den Umgang und die Entscheidungen des Landwirtes,......

hoffentlich wachen die sensationssüchtigen Ignoranten mal auf und begreifen endlich das sie nicht nur sich selbst das Wasser abgraben sondern der Mehrzahl der bedachten und logisch denkenden auch, wegen einigen sogenannten "gehirnamputierten" zahlt die Allgemeinheit die Zeche, leider wie so oft immer das gleiche Prozedere!
Endlich mal ein Landwirt der das macht wovon viele nur reden und nicht realistisch denkend umsetzen um die unbelehrbaren in die Schranken zu weisen!

 
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