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Interview mit Grazer BürgermeisterKastner & Öhler: „Fassade zum Berg hat Vorrang“

So will der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl die Altstadt-Causa um Kastner & Öhler unter Dach und Fach bringen.

Das Blechdach soll nun seine „Tarnfarbe“ bekommen © Juergen Fuchs
 

Herr Bürgermeister, seit acht Jahren verzögert sich die Fertigstellung des Blechdachs von Kastner & Öhler in der Altstadt. Welterbe-Hüter und Altstadtschützer sind ungeduldig, die Grazer Baubehörde setzt eine Frist zur Finalisierung mit Ende 2019 – wie geht das Ringen aus?

SIEGFRIED NAGL: Ich verstehe die Ungeduld, stehe hinter der Behörde und es ist gut, dass in die Sache Bewegung kommt. Aber ich will die Sache in engem Einvernehmen mit Martin Wäg und Kastner & Öhler lösen. Er ist ein Unternehmer, dem ich vertraue, dessen Ehrenwort ich habe, dass das Dach – wie vereinbart – bronzefarben ausgestaltet wird. Es fehlt ja auch noch ein Kubus auf dem Flachdach im Norden. Auch der wird kommen.

Bis wann?

Das werde ich mit Wäg ausverhandeln. Die Materialtests laufen, es sind dort schon Probeplatten montiert. Wir machen uns jetzt den Umsetzungsplan aus, aber bis Ende 2019 wird nicht alles gehen. Vielleicht schaffen wir es, die Dachfassade zum Schloßberg vorzuziehen, das hat einmal Vorrang.

Kritiker meinen, man zeigt da zu viel Geduld ...

Ich möchte schon betonen, dass wir hier eines der schönsten Einkaufszentren der Welt haben und Kastner ein ganzes Altstadtviertel hochqualitativ gestaltet hat, ohne je einen Cent von der Stadt zu verlangen; und das alles in schwierigen Zeiten für die Branche, der auch der Online-Handel zusetzt. Anderswo baut jemand Blechhütten auf die grüne Wiese und nennt das Einkaufszentrum ...

Man hört, Sie suchen Wege, wie die Stadt bei der Finanzierung helfen kann. Eine Förderung ist rechtlich wohl ausgeschlossen ...

Das ist ein Investment von sechs Millionen Euro, das niemand so einfach heben kann. Fördern können wir aus Gründen der Wettbewerbsverzerrung nicht. Aber vielleicht kann die Stadt mit einem Darlehen mit günstigen Konditionen unterstützen.

Kommentare (4)

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diss
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Das ist ein wahrer Bürgermeister!

Wie lange will er seinen Freunden noch die Stange halten?
Ein normaler "Häuslbauer" hätte schon vor Jahren abreißen müssen!

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10solach
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Politik ist so...

Egal wo man hinschaut wirst du ähnliche Fälle wie diesen finden. Manch andere Gemeinden treiben die freunderlwirtschaft sogar noch mehr auf die Spitze. In dem konkreten Fall würd ich’s sogar noch akzeptieren, da der Kastner (allein dank Tiefgarage) die Grazer Innenstadt gegenüber der ganzen Einkaufszentren ausserhalb vom Stadtzentrum belebt und somit schon Geld für die gesamte Innenstadt erwirtschaftet!

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Mein Graz
7
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Hr. Nagl,

es mag stimmen, dass der Kastner ein schönes Einkaufszentrum ist - ich gehe nicht hin, mir hat der frühere Kastner besser gefallen, nicht nur optisch, sondern auch das Angebot.

Allerdings hat die Firma Kastner den Umbau sicherlich nicht aus Menschenfreundlichkeit sondern aus wirtschaftlichen Gründen durchgeführt. Und die Firma hat gewusst, welche Kosten mit dem Umbau auf sie zukommt. So ist das Argument, dass 6 Millionen nicht so einfach zu heben sind, völlig irrelevant!

Der Fehler liegt wohl in erster Linie bei der Stadt Graz, die kein Zeitlimit zur Vollendung vorgegeben hat.
Jetzt einer Privatfirma mit einem vom Steuerzahler unterstützen Kredit unter die Arme zu greifen ist m.E. Missbrauch von Steuergeld!

Für mich ist das wieder der typische Fall von "eine Krähe hackt einer anderen kein Auge aus".

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10solach
5
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Lustig aber wirklich

JEDER wusste bereits zu Baubeginn dass dieses Dach wohl nie vollkommen realisiert wird. Der kastner ist für die Grazer Innenstadt einfach so wichtig, dass er in Wirklichkeit eh tun und lassen kann was er will.

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