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Steirer des TagesForscher aus Leidenschaft

Zwei Leobener Spitzenwissenschaftler erhielten jeweils zwei Millionen Euro hohe Europa-Stipendien zur Forschung.

Werkstoffwissenschaftler Dozent Marco Deluca (links) und Dozent Raul Bermejo forscht zu neuen Keramikstrukturen (rechts) © MONTANUNI (2)
 

Es kommt wahrlich nicht oft vor, dass man so einen Preis erhält – in Österreich gibt es bislang nur sehr wenige Empfänger: Einen sogenannten ERC-Grant, ein großzügiges Europa-Stipendium, das von einer internationalen Jury vergeben wird.


Jetzt haben gleich zwei Leobener Spitzenwissenschaftler so ein Forschungsstipendium erhalten: Je zwei Millionen Euro stehen ihnen zur Verfügung, um in ihren Bereichen Forschung voranzutreiben und junge Kollegen anzustellen.


Beide sind sie längst „Beutesteirer“ und überzeugte Montanisten, auch wenn ihre Herkunft ganz woanders liegt.
Der gebürtige Italiener Marco Deluca stammt aus Triest. Nach seinem Studium im Fach „Chemical Engineering“ dissertierte er in Kyoto in Japan, ehe er 2009 nach Leoben in das Institut für Werkstoffwissenschaften kam, wo er sich vor zwei Jahren habilierte. Konkret arbeitet der Privatdozent am Materials Center Leoben (MCL), einem Kompetenzzentrum, das mehrheitlich zur Montanuni Leoben gehört. Er entwickelt dort Materalien, die für künftige Energiespeicher für Sensoren wichtig werden. Mit dem Forschungsstipendium wird er in den nächsten fünf Jahren spezielle Materialkombinationen untersuchen, in denen dünne Schichten aus Perowskiten eine Rolle spielen.


Von diesen keramischen Stoffen erhofft man sich wesentlich höhere Energiedichten und außerdem schnellere Ladezeiten. Zum Einsatz kommen sollen diese „Batterien“ in autonomen Sensorsystemen, etwa bei Gas-Sensoren.
Als Ausgleich zur Forschungsarbeit hat der 39-jährige Deluca, der verheiratet ist, mehrere ganz unterschiedliche Interessen. Zum einen betreibt er Pilates, ein systematisches Ganzkörpertraining. Zum anderen aber steht er auch auf der Bühne – als Gitarrist der Pop-Rock-Gruppe „Lazy Chain“, die sowohl mit Coversongs als auch mit Eigenkompositionen auftritt.
Auch sein Kollege Raul Bermejo stammt aus dem Süden, konkret aus Spanien. Er studierte Maschinenbau in Valladolid und schloss seine Master Thesis in San Diego (USA) ab; die Promotion folgte dann in Barcelona. Auch er ist bereits seit Jahren in der Montanstadt Leoben tätig und erhielt 2015 die Lehrbefugnis für das Fach „Struktur- und Funktionskeramik“. Er ist derzeit als Privatdozent sowohl an der Montanuni als auch an der Penn State University (Pennsylvania, USA) tätig.


Raul Bermejo erhält das Forschungsstipendium für die Entwicklung und Erforschung neuer Konzepte, um keramische Baustoffe schadenstoleranter und zuverlässiger zu machen. Dabei orientiert er sich an der Natur – beispielsweise, wie eine Muschelschale im Inneren aufgebaut ist. Er will „bio-inspirierte“ Vielschichtstrukturen erzeugen, wie man sie ähnlich etwa auch in Holz oder Knochen findet und dabei moderne Fertigungsmethoden wie 3-D-Druck einsetzen.


Der 43-Jährige widmet sich in seiner Freizeit vor allem seiner Familie mit drei Kindern. Und zum sportlichen Ausgleich widmet er sich Zumba, einer Kombination aus Aerobic mit lateinamerikanischen Tänzen.

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