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Steirer des TagesIm Herzen ein halber Steirer

Der Sturm-Trainer Roman Mählich verrät, warum er die Steiermark so gerne hat, und erzählt viel Überraschendes.

Roman Mählich © APA/Erwin Scheriau
 

Als Roman Mählich am vorigen Montag als neuer Trainer des SK Sturm präsentiert wurde, wurden bei vielen Fans Erinnerungen wach. Immerhin spielte der Mittelfeldspieler zwischen 1995 und 2003 für die Grazer, gewann mit ihnen zwei Meistertitel sowie drei Cuppokale und hatte einen großen Anteil an den legendären Champions-League-Erfolgen. „Die Euphorie in den Straßen, das war ein Traum“, sagt Mählich, der vom damaligen Präsidenten Hannes Kartnig am Festnetztelefon engagiert wurde, weil er einer der wenigen Spieler war, die Trainer Ivica Osim unbedingt haben wollte.


Wegen jener glorreichen Zeit „glauben viele, dass ich Steirer bin“. Dabei erblickte der 47-Jährige in Wiener Neustadt das Licht der Welt, wuchs in Wiens größtem Bezirk Donaustadt in einem Gemeindebau auf. Früh kam er mit dem Fußball in Kontakt. „Ich war, wie in Wien üblich, ein klassischer Käfigkicker“, sagt Mählich, der zwei Berufswünsche hatte – Pilot und Fußballer. „Aber einmal das Leiberl mit dem Bundesadler tragen und die Nationalhymne hören war mein großer Kindheitstraum.“ Es sollte gelingen. Mit 20 Jahren debütierte der 1,72-Meter-Mann unter Ernst Happel für Österreich – 19 weitere Länderspiele, inklusive WM-Teilnahme 1998, folgten.

Neuer Sturm-Trainer: Die besten Bilder von Roman Mählich

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Für seine Profikarriere brach Mählich die Schule ab. Vor ein paar Jahren holte er die HAK-Matura nach. „Ich wollte das unbedingt fertig machen, vielleicht aus Selbstbestätigung“, sagt er. Maturaball gab es für ihn aber keinen. „Aber Bälle habe ich bei Sturm genügend gehabt“, sagt der Sympathieträger lachend und bezieht sich auf seine Spielerkarriere, in der er das Leben gerne genoss. „Diese Zeit damals hat das hergegeben. Aber diese Zeit ist vorbei. Der Roman Mählich 2018 ist in vielen Dingen nicht mehr jener von 1998. Ich bin ruhiger geworden“, sagt er und kommt auf seine Familie zu sprechen. „Meine Frau ist ein sehr lieber und guter Mensch, der mir echt guttut. Wir sind eine super Patchworkfamilie. Meine Frau hat aus erster Ehe einen Sohn mitgebracht, ich aus meiner zwei Töchter.“ Die Familie bleibt in Wien, weil die Kinder noch schulpflichtig sind. „Auch wenn sich das kitschig anhört: Diese tolle Familie ist der Grund, warum ich sehr glücklich bin. Alle sind gesund, jetzt habe ich auch einen tollen Job. Ich war in anderen Dingen vielleicht etwas leichtsinnig, aber finanziell gesehen geschickt. Wir sind gut abgesichert und können auch eine Krise überstehen.“

Zur Person

Roman Mählich, geboren am 17. September 1971 in Wr. Neustadt, aufgewachsen in Wien.
Spitzname: Romsche
Familienstand: verheiratet mit Conny, drei Kinder (Sofia, 17, Juliana, 14, Felix, 13).
Spielerkarriere, u. a.: Wiener Sportclub, Tirol, Sturm, Untersiebenbrunn, Austria, Schwadorf.
Trainerkarriere: Parndorf, Lassee, Mannsdorf, St. Margarethen, Admira U18, Austria Am., Austria U18, Wiener Neustadt, Sturm.
Größte Erfolge: 2 x Meister, 3 x Cupsieger, Champions-League-Zwischenrunde (jeweils mit Sturm), 20 Länderspiele für Österreich, WM-Teilnahme 1998.
Hobbys: Musik, Lesen, Sport.


Der Wunsch, Fußballtrainer zu werden, kam erst vor ein paar Jahren richtig auf. Mählich hat sich vom Nachwuchs langsam hochgearbeitet. Seit 2009 trat er als ORF-Experte auf, bestach dort nicht nur als messerscharfer Analytiker, sondern auch im humorvollen Doppelpass mit Herbert Prohaska. „Mit dem Trainerjob kann man es aber nicht vergleichen. Beim ORF habe ich Video-Analysen gemacht. Da schaust du dir entspannt ein Spiel an und hast keinen Druck“, erklärt Mählich. „Jetzt habe ich mit Menschen zu tun. Da musst du Entscheidungen treffen und ständig Spielern wehtun.“ Warum er rhetorisch so geschickt ist? „Ich bin kein Einstein, mir kommt aber vor, ich bin nicht ganz dumm. Ich verschlinge Bücher nicht, aber ich lese ganz gern. Das spielt sicher eine Rolle“, sagt Mählich, der betont, dass er das Rampenlicht nie gesucht hat, aber es „in dieser Branche dazugehört“. Alles hat aber seine Grenzen, denn auf sozialen Netzwerken ist er nicht aktiv. „Ich habe keine Berührungsangst, aber Leute, die in der Öffentlichkeit stehen, werden schon genug diffamiert, beschimpft und angegriffen.“


Sich selbst charakterisiert Mählich als „bodenständig, humorvoll, optimistisch, ehrgeizig, aber manchmal impulsiv“. Warum Graz so besonders für ihn ist? „Hier habe ich als Spieler viel erreicht und meine Frau kennengelernt. Was ich noch liebe, ist die Windstille. Das kenne ich von Wien nicht. Und die Landschaft mit den Bergen rundherum ist herrlich. Die ganze Steiermark“, fährt er fort, „fasziniert mich. An der Weinstraße, der steirischen Toskana, bin ich oft mit meiner Frau. Die netten Menschen hier, die Gemütlichkeit und das gute Essen – es ist einfach schön.“ Sturm statt Windstille – so lautet nun das Motto, um Sturm wieder in die Spur zu bringen.

Kommentare (1)

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Sam125
0
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Roman Mählich

Alles Gute und viel Erfolg, beim SK Sturm!

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