Nach dem Brand eines Kranwagens am Freitag im Gleinalmtunnel auf der Pyhrnautobahn (A9) haben am Samstag die Sicherungsarbeiten begonnen. Wie die Asfinag in einer Aussendung mitteilte, sind 80 Meter des Tunnels zum Teil schwer beschädigt worden.

Seit Samstagfrüh werden Stahlstützen in den Tunnel geliefert, mit denen die Zwischendecke stabilisiert werden soll. "Knapp 700 Stützen werden benötigt", hieß es von der Asfinag. Am Montag zu Mittag sollen diese ersten Arbeiten abgeschlossen sein, erst dann können Brandsachverständige den ausgebrannten Autokran unter die Lupe nehmen.

Betonzwischendecke wird abgebrochen

Der weitere Fahrplan sieht vor, dass danach die Sanierungsarbeiten beginnen. Zuerst muss dazu die Betonzwischendecke abgebrochen werden. Laut ersten Schätzungen müssen fünf der neun mal 16 Meter großen Betonfelder der Zwischendecke entfernt werden. Eine Mammutaufgabe, denn jedes Feld ist etwa 50 Tonnen schwer. Diese Felder werden dann neu betoniert. Erneuert werden muss auch die gesamte Sicherheitstechnik in diesem Bereich: Kameras, Sensorik und Beleuchtung sowie Notrufnischen und Verkehrszeichen.

Autofahrer konnten Fahrzeuge selbst wieder aus dem Tunnel fahren

Die Höhe des Schadens konnte vorerst nicht abgeschätzt werden. Die Autofahrer, die am Freitag ihre Pkw im Tunnel stehen lassen mussten, sind aber glimpflich davongekommen: Laut Auskünften der Asfinag konnten die Autobesitzer ihre Fahrzeuge bereits selbst wieder aus dem Tunnel fahren.

Jahresmautkarte wird automatisch verlängert

Wie lange der Tunnel genau gesperrt bleiben wird, war auch am Samstag noch unklar - jedenfalls werde die Sperre aber mehrere Wochen dauern. Für Jahresmautkartenbesitzer, die nun diese Strecke nicht benutzen können, gibt es aber eine Lösung, verkündete die Asfinag: Für die Dauer der Sperre wird eine automatische Verlängerung der Jahresmautkarte durchgeführt.

Keine Störungen auf Ausweichrouten

Bis auf Weiteres müssen die Fahrzeuge aber noch ausweichen. Wie der ÖAMTC am Samstag auf APA-Anfrage mitteilte, wurden von den Ausweichrouten keine Störungen gemeldet, was aber wohl dem Wochenende geschuldet ist. Wie die Lage sein wird wenn der Pendlerverkehr einsetzt, bleibt abzuwarten.

Der zu einem Camper umgebaute Bus war 2016 total ausgebrannt, der
© APA/Feuerwehr

Brand 2016 kam der Asfinag teuer

Der Brand vor zwei Jahren kam die Asfinag übrigens teuer: Ein  umgebauter Reisebus einer dänischen Gruppe hatte im (alten) Tunnel Feuer gefangen - der Tunnel wurde schwer beschädigt, blieb drei Wochen lang gesperrt. Zum Glück gab es keine Verletzten.

Die Asfinag forderte damals von der Versicherung des Dänen drei Millionen Euro. Tatsächlich wurden 1,2 Millionen Euro in zwei Tranchen gezahlt. Diese Summe ist nach dem Eisenbahn- und Kraftfahrzeughaftpflichtgesetz gedeckelt, wenn dem Fahrzeughalter kein Verschulden nachgewiesen werden kann. Die Kosten für Sanierung und Personal konnten damit gedeckt werden, aber mit rund 600.000 Euro nur ein Teil des damals entstandenen Mautentgangs.

 

Richtiges Verhalten bei einem Notfall im Tunnel: