Weniger GeldAMS-Kürzungen: Großes Zittern bei Caritas & Co

Bei steirischen Anbietern von AMS-geförderten Ausbildungen und Jobs auf Zeit herrschen Sorge und Verunsicherung in der Belegschaft.

© KLZ/Jürgen Fuchs
 

Nach der Aufregung folgte die Einordnung: Standen zunächst massive Sparmaßnahmen für aktive Arbeitsmarktpolitik im Raum, ruderte die Bundesregierung im letzten Moment ein wenig zurück und stellte zusätzliche 50 Millionen Euro bereit. Von einer „Entkrampfung“ sprachen anschließend die AMS-Spitzen.

Dennoch ist klar: Es gibt heuer deutlich weniger Geld als ursprünglich geplant. Das Förderbudget des steirischen AMS sinkt um bis zu 8,8 Millionen Euro unter den Budgetvoranschlag der alten Regierung – etwaige Mittel für die speziell auf ältere Langzeitarbeitslose abgestimmte „Aktion 20.000“ sind in dieser Rechnung schon exkludiert. Bei den steirischen AMS-Partnern, die (Langzeit-)Arbeitslosen „Jobs auf Zeit“ anbieten oder Ausbildungen betreuen, sorgt das abgespeckte Förderbudget für große Verunsicherung.

"Mitarbeiter beunruhigt"

„Ja, unsere Mitarbeiter sind beunruhigt. Kommt es bei Projekten zu Kürzungen, hängen da die Jobs von Fachausbildnern, Sozialpädagogen oder Lehrlingsbetreuern dran“, sagt Jugend-am-Werk-Geschäftsführer Walerich Berger. Bedroht sieht er den gesamten Bereich der sozialökonomischen Betriebe, bei denen dank AMS-Förderungen Langzeitarbeitslose auf dem Weg zurück in die Arbeitswelt zumindest für mehrere Monate Arbeit bekommen. Auch um den Fortbestand der „überbetrieblichen Lehre“ bangt Berger, da die Regierung diese infrage stellt.

Der Chef des Berufsförderungsinstituts (BFI), Wilhelm Techt, wartet auf den konkreten Kürzungsplan des AMS: „Wir haben ja allein in den Fachausbildungen derzeit 548 Teilnehmer, die wir qualifizieren.“ Steiermarkweit könnten bei allen Trägern für diese Programme mehr als nur Dutzende „Trainer-Jobs“ wackeln, meinen Berger und Techt. Auch, dass Menschen, die am Arbeitsmarkt kaum vermittelbar seien, die Chance zur Qualifizierung genommen werden könnte, bereitet Techt Kopfzerbrechen.

Eine Sorge, die Caritas-Direktor Herbert Beiglböck teilt: „Ich denke, dass es bei unseren Projekten nach anfänglicher Verunsicherung für heuer eine Entspannung gibt, weil die Regierung noch diese 50 Millionen Euro nachgeschossen hat. Aber für 2019 ist die Sorge groß, weil unklar ist, wie die Koalition mit diesen schwierigen Zielgruppen weiter umgeht.“ Beiglböck betont, er habe Sozialministerin Beate Hartinger-Klein nachdrücklich erklärt, dass „es für diese Menschen auch in Zeiten guter Konjunktur weiterhin geschützte Bereiche geben muss, weil sie es am normalen Arbeitsmarkt nicht schaffen“.

AMS-Boss Karl-Heinz Snobe will aktuell „kein Statement abgeben, weil sich seriös noch nichts sagen lässt“. Die Neuberechnungen würden noch laufen, zur finalen Entscheidung kommt es am 19. April. Dann tagt das Landesdirektorium, trifft sich also die AMS-Leitung mit den Sozialpartner-Vertretern. Schon einen Tag zuvor kommt es in Wien zu einer entscheidenden Zusammenkunft: Die AMS-Bundesgeschäftsführer suchen die Spitzen der Bundesregierung auf.

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