Steirerinnen des TagesStarke Frauen hat(te) das Land

Riki Erwa-Winter und Doris Berger fanden sich, als es galt, an steirische Frauen im Widerstand zu erinnern.

Doris Berger und Riki Erwa-Winter © Alexander Danner
 

Die eine ist langjährige Kulturredakteurin, Ausstellungsgestalterin, Veranstaltungsexpertin: Riki Erwa-Winter, seit zwei Jahren in Pension.
Die andere ist HTL-Absolventin für Elektronik und Informatik, Nachhilfelehrerin, arbeitet nebenbei bei der Holding Graz: Doris Berger, Aktivistin der KPÖ in Graz. Über ihre Bewunderung für starke Frauen haben sie sich gefunden: Frauen, die den Widerstand zu ihrem Anliegen gemacht haben, die keine Gefahren scheuten, um den Nazis Paroli zu bieten. Im Frauenarbeitskreis der KPÖ treffen sich Frauen, die nicht notwendigerweise KPÖ-Mitglieder sind.


Darum, was Frauen in der Steiermark brauchen, geht es ihnen. Der Tod von Zeitzeugin Maria Cäsar, einer ganz Großen, im vergangenen Jahr, der Frauentag am 8. März und das Gedenkjahr 2018 ließen die Idee einer Ausstellung reifen, um die Geschichten steirischer Kommunistinnen im Widerstand und starker Frauen in der Zeit danach zu erzählen. Erwa-Winter und Berger packten an, Sahar Mohsenzada, Valerie Erwa und Christine Braunersreuther unterstützten.


Es sind Geschichten, die die Frauen selbst stark berühren: „Was die geleistet haben, Flugzettel verfasst, Partisanen begleitet, obwohl sie wussten, dass sie sich und ihre Kinder in Gefahr brachten“, staunt Berger. „Sie waren in einer Zeit politisch aktiv, in der es noch nicht üblich war, dass Frauen am politischen Leben teilnahmen“, erinnert Riki Erwa-Winter.


„Streiflichter“ heißt die Ausstellung, und sie ist als Wanderausstellung konzipiert, soll später in die Regionen gehen. Heute, Mittwoch, um 18 Uhr wird sie eröffnet, und zwar im Bildungsverein der KPÖ in der Lagergasse in Graz.

Die Ausstellung

Streiflichter – Geschichten von Kommunistinnen in der Steiermark: Die Ausstellung wird am Mittwoch um 18 Uhr eröffnet und ist bis 10. Juni im KPÖ-Bildungsverein in der Lagergasse 98 zu sehen. Termine auf Anfrage:
Tel. 0 316/71 29 59


Gemeinsam haben die Frauen die Texte verfasst, die Tondokumente installiert – Zeitzeuginnen wie Maria Cäsar sind zu hören, ein Flugblatt von Elisabeth Sinic zu lesen, mit dem Titel „Wollen wir das?“ nach dem Novemberpogrom. Zwei Jahre Haft brachte es ihr ein.

Geschichten über starke kommunistische Frauen: Streiflichter - Frauen im Widerstand

Eine Mutter im Gefängnis

Die Jacke strickte Anna Cadia für ihre damals 14 Jahre alte Tochter, im Polizeigefängnis von Graz.

Gigler

Klares Bekenntnis

Anna Cadia später: "Ich würde nie anders handeln können."

Gigler

Zeugnisse der Vergangenheit

Ein Frauenleben: Zeugnisse des Postverkehrs der Widerstandskämpferin, die ihr Leben illustrieren

Gigler

Maria Cäsar: Eine ganz Große

Jahrzehntelang hat Maria als Zeitzeugin in Schulen von ihren Erfahrungen im Widerstandskampf berichtet. Im Vorjahr ist sie verstorben - es war Anlass dafür, das Leben starker Frauen bei dieser Ausstellung zu dokumentieren.

Gigler

Frauenarbeitskreis der KPÖ

Im Frauenarbeitskreis der KPÖ (links im Bild KPÖ-Chefin Claudia Klimat-Weithaler) entstand die Initiative: Parteimitglieder und Nicht-Parteimitglieder kümmern sich dort um Anliegen der Frauen. Die Geschichten über Kommunistinnen im Widerstand haben alle gleichermaßen beeindruckt.

Gigler
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Eine Jacke als Exponat hat es Doris Berger und Riki Erwa-Winter besonders angetan: Anna Cadia hat sie im Jahr 1941 für ihre damals 14 Jahre alte Tochter gestrickt, im Polizeigefängnis von Graz.

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