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Drei Tote am StefanitagBrand-Tragödie in Köflach war schon zweiter Schicksalsschlag für Familie

Zweite Tragödie auf abgeschiedenem Bauernhof in Graden: Fünf Jahre nach tödlichem Traktorunfall kamen gestern drei Menschen in den Flammen um. Darunter ein zweijähriger Bub.

Um 15:30 Uhr war es traurige Gewissheit. Bei der Brandtragödie gibt es drei Todesopfer zu beklagen. © Breitegger
 

Sein starrer Blick ist auf die Brandruine gerichtet. Regungslos steht er da, der Mann in seiner grün-orangen Arbeitsjacke und seinem weiß-grünen Hut. „Haben sie hier gewohnt?“ – „Nein“, antwortet er mit leiser Stimme. „Ich bin woanders aufgewachsen, aber meine Mutter liegt da drinnen. Sie suchen noch nach ihr.“

Die Tragödie auf dem entlegenen Anwesen in 1100 Meter Seehöhe, hoch über dem weststeirischen Ort Graden, nimmt am Stefanitag bereits frühmorgens ihren Lauf. Um 5.30 Uhr geht bei „Florian Voitsberg“ der Notruf ein. Als die ersten Löschfahrzeuge eintreffen, steht das alte Bauernhaus bereits in Vollbrand.

 

Eva Sch. (29), ihr älterer Sohn Andre (7), ihr Lebensgefährte Michael S. (33) und dessen drei Kinder Elisabeth (5), Marian (7) und Adrian (8) können den Flammen in allerletzter Minute entkommen, zwei von ihnen über den Balkon. Nur notdürftig bekleidet werden sie von Feuerwehrmännern in Sicherheit gebracht.

Brigitta Sch. (70), die Besitzerin des Anwesens, ihr zweijähriges Enkelkind Maximilian und die 77-jährige Dorothea Sch., die auf dem Bauernhof einst als Magd gearbeitet hat und seit geraumer Zeit pflegebedürftig war, werden vermisst.

Graden: Drei Menschen nach Brand vermisst

Die Feuerwehr löst Abschnittsalarm aus, denn die Brandbekämpfung gestaltet sich schwierig. Zu dem entlegenen Anwesen führt nur ein schmaler Weg und oben gibt es kein Löschwasser. Sieben Feuerwehren (Graden, Voitsberg, Köflach, Maria Lankowitz, Salla, Piber und Bärnbach) müssen das Wasser mit Tanklöschfahrzeugen fünf Kilometer steil hinauftransportieren. Die Zu- und Abfahrten der Feuerwehrfahrzeuge müssen aufgrund der geografischen Gegebenheiten genau koordiniert werden. Trotz des Großeinsatzes wird das Bauernhaus vollkommen zerstört.

Stunden später flackern immer noch Flammen auf. Die Löschtrupps kämpfen sich nach und nach zu den Trümmern vor. Enorme Hitze erschwert die Suche nach den Vermissten. Gerald Sch., der Sohn der Besitzerin, steht daneben. Fassungslos beobachtet er das Geschehen. „Ich gehe nicht weg, ich bleibe hier, bis man sie gefunden hat“, sagt er fest entschlossen.

Die Brandermittler des Landeskriminalamtes und ein Brandsachverständiger sind eingetroffen und beginnen mit ihrer Arbeit. Plötzlich holt ein Feuerwehrmann einen Polizisten zur Seite. „Komm mit“, fordert er ihn auf. Wenig später wird eine Tote geborgen. Es ist Dorothea Sch. Sie hatte sich noch vor die Haustür geschleppt, brach aber im Vorbau zusammen und starb. Am Nachmittag wird die Leiche der Besitzerin gefunden, kurze Zeit später ihr Enkelkind. Der Zweijährige war im Gitterbett verbrannt.

2012: Mit Bergtraktor in den Tod gestürzt

Es ist die zweite Tragödie auf dem Anwesen in fünf Jahren. 2012 war der damalige Freund von Eva Sch. mit dem Bergtraktor (Metrac) in den Tod gestürzt.

Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer und Stellvertreter Michael Schickhofer haben der Familie Hilfe zugesagt.

 

O-Ton

Einsatzleiter Markus Murgg zum Brand in Graden © Antenne

 

 

 

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