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Unwetter-KatastropheEntfesselte Naturgewalt: Dritte Nacht des Bangens

Hoffen auf ein Ende der Regenfälle. +++ Pegel des Schöttlbachs gehen langsam zurück. +++ Keine akute Gefahr mehr in Öblarn +++ Zahlreiche Straßen bleiben noch länger gesperrt. +++ Bäche rissen Autos, zum Teil samt Insassen, mit. +++ 10 Millionen Euro Soforthilfe werden bei Regierungssitzung beantragt.

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Die Spuren der Verwüstung von Freitagnacht waren in der Obersteiermark noch nicht einmal im Ansatz weggeräumt, da ging es Samstagabend wieder von vorne los. Und auch am Sonntag setzen sich die Unwetter fort.

  • Eine gewaltige Gewitterfront mit Regenmassen, Sturm und Hagel (vor allem bei Knittelfeld) zog über große Teile der Steiermark und richtete wie schon am Freitag schwere Schäden an.
  • Bundesheer startete Assistenzeinsatz in Öblarn
  • Katastrophenhilfsdienst Hartberg in der Obersteiermark angekommen
  • Besonders betroffen sind wieder die Gebiete, in denen schon am Tag zuvor die Katastrophe ausgerufen wurde: Oberwölz, Öblarn, die Sölktäler und das Donnerstbachtal.
  • Aber auch im Aichfeld, bei Bruck und im Bezirk Leoben richteten Gewitter schwere Schäden an.
  • Flatschach: Auto wurde von Hochwasser mitgerissen, die beiden Insassen gerettet
  • Kobenz: Bach riss 15 geparkte Autos mit
  • Dutzende Straßen sind vermurt - das Donnersbachtal ist nur für Einsatzkräfte erreichbar.
  • Wieder sind rund 1000 Feuerwehrleute im Einsatz, auch dramatische Rettungsaktionen von Autofahrern und Hausbewohnern waren dabei
  • In Oberwölz mussten nach dem Ansteigen des Schöttlbachs erneut Menschen evakuiert werden
  • Blitz schlug in Kirchturmspitze in Leoben ein und verursachte Brand.
  • Laut Hagelversicherung allein in der Landwirtschaft eine Million Euro Schaden auf 10.000 Hektar Kulturfläche
  • Krisenstab: "Instandsetzung wird viele Monate dauern"
  • Wir berichten live

22.20 Uhr. Montagfrüh sollte die Schlechtwetterfront endgültig abgezogen sein und sich der Hochdruckeinfluss wieder bemerkbar machen, so der Meteorologe Reinhard Prugger. Schon bald setzt sich wieder die Sonne durch. Die Gewitterneigung bleibt vorerst gering, erst gegen Wochenmitte könnten sich mit steigenden Temperaturen wieder Gewitter entladen.

22.00 Uhr. Statusmeldung aus Oberwölz: Der Pegel des Schöttlbachs ist langsam im Sinken. Die Evakuierungen bleiben aber dennoch sicherheitshalber über die Nacht aufrecht. Die Menschen sind teilweise in der Neuen Mittelschule und der Jugendherberge untergebracht, zum Teil kamen sie bei Verwandten und Bekannten unter. "Noch bis 2 Uhr früh werden die schweren Geräte den Schöttlbach ausbaggern", berichtet Walter Horn von der Feuerwehr. Derzeit regnet es noch, man hofft aber, dass es mit dem Regen nach Mitternacht endlich vorbei ist.

21.30 Uhr. In Seckau hat es in den letzten 24 Stunden laut ZAMG so viel geregnet wie sonst nirgends in Österreich: 94,7 Millimeter pro Quadratmeter zeichnete die Messttation dort auf. In der letzten Stunde  war der Niederschlag vor allem in Neumarkt (6 Millimeter) und Zeltweg (5,4 Millimeter) hoch.

20.45 Uhr. Ein Video von einem Murenabgang im Zeiringgraben in Oberzeiring schickte Andreas Steinberger von der FF Oberzeiring an das Team von "Aktuelle Wetterwarnungen für Österreich". Sehen Sie selbst!

 

19.55 Uhr. Auch der Bezirk Leoben ist von den Unwettern stark betroffen. Redakteurin Johanna Birnbaum liefert einen Überblick über die betroffenen Gemeinden.

19.50 Uhr. Etwas Aufatmen im Bezirk Liezen: In einer Besprechung des Feuerwehr-Führungsstabs teilte Einsatzleiter Gerhard Pötsch mit, dass die Schadstellen großteils aufgearbeitet werden konnten. Es bestehe in allen betroffenen Gemeinden keine Gefahr mehr im Verzug. Einen großen Dank richtete Pötsch an die Einsatzkräfte:  "Was heute geleistet wurde, ist enorm und beinahe unvorstellbar, ich bin stolz auf jede Frau und jeden Mann, der den Sonntag für den Dienst am Nächsten geopfert hat." Dank gab es aber auch an die Bevölkerung, die sich den ganzen Tag über mit Verpflegung für die Helfer einstellte.

Soldaten und Feuerwehr arbeiten Hand in Hand Foto © Bundesheer/Pusch

19.10 Uhr. Keine guten Nachrichten von der Wetterfront. Laut "Aktuelle Wetterwarnungen für Österreich", ist in den Katastrophengebieten auch in den kommenden Stunden mit Starkregen zu rechnen. Höchste Warnstufe!

 Unwetter kobenz

18.30 Uhr. Ein heftiges Gewitter mit Starkregen geht derzeit auch in Graz nieder. Es gab auch bereits Einsätze der Feuerwehr und des Roten Kreuzes nach Blitzeinschlägen in der Augasse sowie in der Remygasse. Verletzte gibt es nach ersten Informationen aber nicht.

18.15 Uhr. Der für den Hochwasserschutz zuständige Landesrat Johann Seitinger (ÖVP) zeigte sich erschüttert über das Ausmaß der Unwetterkatastrophe. Er verwies aber auf die Investitionen in den Hochwasserschutz und der Wildbachverbauung in der Höhe von rund 20 Millionen Euro seit dem Jahr 2011 (Katastrophe im Paltental und Oberwölz). Ohne diese Schutzbauten wären die Auswirkungen des aktuellen Ereignisses noch weit dramatischer.

18.00 Uhr. Eine Mure ging am Nachmittag auch in Wald am Schoberpass (Bezirk Leoben) ab. Die gewaltige Geröll- und Schlammlawine überschüttete den Stocksportplatz und verlegte die Zufahrt zum Freizeitsee. Verletzt wurde niemand.

Schlammlawine in Wald am Schoberpass Foto © Norbert Ortner

17.41 Uhr. Seit den frühen Nachmittagsstunden hilft auch der Baupionier- und Katastropheneinsatzzug des Militärkommandos bei den Aufräumarbeiten in Öblarn mit. Am Montag kommen dann auch die Pioniere aus Villach.

Das Bundesheer ist in Öblarn eingetroffen Foto © KK

17.12 Uhr. Eilt! Die Situation in Oberwölz spitzt sich wieder zu. Der Schöttlbach steigt aufgrund von Anlandungen im Bachbett derzeit wieder an, nun müssen Ortsteile entlang des Baches evakuiert werden. Die Bewohner eines Altersheimes werden in die oberen Stockwerke verlegt, berichtet Walter Horn von der Feuerwehr. Die Evakuierungen in Oberwölz betreffen laut Horn zwischen 120 und 150 Personen. "Sie werden mit Mannschaftsbussen in die Neue Mittelschule Oberwölz gebracht."

16.50 Uhr. Auch am Red Bull Ring, wo ja in den nächsten Tagen der MotoGP-Zirkus anreist, gab es Samstagnacht einen Feuerwehreinsatz, Teile des Rings waren überflutet.

Red Bull Ring Samstagnacht Foto © FF Spielberg

16.40 Uhr. Zwischendurch wieder eine gute Nachricht aus dem Krisenstab. Jene drei Wanderer, die am Vormittag noch in den Sölktälern vermisst wurden, konnten gefunden und ausgeflogen werden. Sie sind wohlauf. Derzeit wird niemand mehr vermisst, auch gibt es keine Meldungen von Verletzten.

16.30 Uhr. Weitere Luftbilder aus dem Ennstal und aus Kobenz zeigen das Ausmaß der Zerstörung:

 

16.10 Uhr. Der Katastrophenhilfsdienst (KHD 47) Hartberg ist mittlerweile in Öblarn angekommen. "Wir wurden um 11.30 Uhr alarmiert und sind hier mit 14 Fahrzeugen und 82 Leuten im Einsatz", sagt der Leiter des KHD-47-Stabes, Andreas Dunst. Die Hauptaufgaben der oststeirischen Helfer: "Es geht darum, die Straßen wieder sauber zu bekommen. Auch haben wir einen Nasssauger für die überfluteten Keller mit."

82 Feuerwehrleute aus der Oststeiermark helfen beim Aufräumen in Öblarn Foto © KK

16 Uhr. Ein neues Video aus der Luft zeigt die Dramatik der Lage.

Sölk und Öblarn: Hubschrauberaufnahmen vom Katastrophengebiet

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15.50 Uhr. Tagsüber stehen bzw. standen steiermarkweit 165 Feuerwehren im Unwettereinsatz, heißt es seitens der Landeswarnzentrale.

15.25 Uhr. Das Berghaus des Alpenvereins in der Walchen, in dem am Samstag eine Hochzeitsfeier hätte stattfinden sollen, wurde von einer Mure teilweise weggerissen. Die Aufnahme aus dem Hubschrauber lässt das Ausmaß der Zerstörung nur erahnen, man sieht auch das letztlich ungenutzt gebliebene Partyzelt...

Foto © BFVLI/Schlüsslmayr

15.10 Uhr. Erste Bilder aus dem Hubschrauber zeigen die Zerstörung der Sölkpassstraße. Auf einer Länge von rund 100 Metern wurde sie komplett weggerissen.

Foto © BFVLI/Schlüsslmayr

15.00 Uhr. Die B75 ins Donnersbachtal ist für den Verkehr gesperrt. Auch die Einsatzkräfte können derzeit nur mit Fahrzeugen mit maximal 5 Tonnen Gesamtgewicht ins Tal, weil die Straße an einer Stelle massiv unterspült wurde. Mittels Steinschlichtungen versucht man nun dieses Nadelöhr soweit zu stabilisieren, dass auch mit schwerem Gerät passiert werden kann.

14.40 Uhr. Nach dem schweren Unwetter vom Freitag musste die kirchliche Hochzeit von Miriam und Armin Zehner am Samstag schon vom Berghaus in der Walchen nach Pürgg verlegt werden. Bei der Feier in der Mehrzweckhalle Öblarn holte sie das nächste Unwetter ein.

14.35 Uhr. Im Bezirk Liezen konzentrieren sich die Einsatzkräfte auf drei wesentliche Schadstellen: Dem Sölktal, den Raum Öblarn mit dem Walchental sowie das Donnersbachtal. Laut Bereichsfeuerwehrkommandant Gerhard Pötsch dürfte der Schaden die Unwetterkatastrophe von 2010 im Sölktal noch übersteigen. Und in der Region schüttet es bereits wieder wie aus Kübeln. Derzeit können keine Hubschrauber aufsteigen.

14.22 Uhr. Das sieht übel aus. Von Oberitalien kommend zieht eine massive Gewitterfront heran, wie man an der aktuellen Blitzkarte sieht. Derzeit gibt es über dem Murtal und dem Ennstal bereits Starkregen.

Eine massive Gewitterfront zieht von West nach Ost und wird die Steiermark in den nächsten Stunden erreichen. (je heller die Farbe, desto jünger der Blitzeinschlag) Foto © de.blitzortung.org
 

14.08 Uhr. LH Hermann Schützenhöfer sagt, er habe bereits mit Finanzminister Hans Jörg Schelling über finanzielle Hilfe gesprochen. Er bedankte sich bei "allen, die anpacken und helfen die Unwetterschäden zu beseitigen. In diesen schweren Stunden müssen wir mehr denn je zusammenhalten."

LH Schützenhöfer beim Lokalaugenschein in Kobenz Foto © KK

13.50 Uhr. Kurzer Lagebericht aus dem Katastrophengebiet um Oberwölz, von Feuerwehr-Bereichssprecher Walter Horn. "Zehn Gehöfte können wir noch immer nicht erreichen. In der Nacht wurden 14 Personen evakuiert, heute weitere acht." Es handelt sich zum einen um eine deutsche Urlauberfamilie, und um Bewohner von Häusern, die von Hangrutschungen betroffen bzw. bedroht waren. Wie schon am Samstag war man hier auch am Sonntag Dutzende Helfer am Werk, um Sandsäcke zu füllen und zu postieren.

In Oberwölz werden Sandsäcke gefüllt und postiert Foto © Thomas Neffe

13.45 Uhr. Aus den Sölktälern und dem Raum Öblarn sind mittlerweile alle Personen ausgeflogen worden, die das auch wollten, heißt es von der Feuerwehr. Es handelt sich durchwegs um Einheimische, alle Evakuierte seien wohlauf.

13.40 Uhr. Soldaten unterstützen vorerst die Feuerwehr bei Aufräumarbeiten, der Hubschrauber fliegt Personen aus. Am Montag rücken Villacher Pioniere mit schwerem Gerät an. Hier gibt's die näheren Infos dazu.

13.33 Uhr. Nach einer ersten Lage-Beurteilung steht nun auch fest, in welcher Höhe Soforthilfe seitens des Lands fließen könnte - bei der Regierungssitzung wird Katastrophenschutzreferent Michael Schickhofer 10 Millionen Euro für die Aufarbeitung der Schäden beantragen.

13.21 Uhr. Es gibt auch gute Nachrichten zu vermelden: Jene vier Personen, die mit ihrem Auto auf der Sölkpassstraße wegen Vermurungen eingeschlossen waren, konnten mittlerweile ausgeflogen werden.

13.13 Uhr. LH Schützenhöfer, Vize-LH Schickhofer und Betroffene berichten in unserem neuen Video aus Kobenz:

Unwetter in Kobenz: Betroffene berichten, Politik verspricht Hilfe

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12.40 Uhr. Der behördliche Krisenstab hat Sonntagvormittag auch in Öblarn getagt. Dabei wurden mehrere Erkundungsflüge mit Hubschraubern beschlossen. "Auch, um zu eruieren, ob bei den vier nicht erreichbaren Almen in der Sölk Personen Hilfe benötigen." Einige Personen werden via Hubschrauber evakuiert. Eingesetzt sind mehrere Hubschrauber des BMI und Bundesheer.

Hier eine Übersicht, was in den Gemeinden jetzt geschieht:

Öblarn. Hier wird ein Baggerfahrer in das Walchental eingeflogen, um seine gestern begonnen (und eigentlich abgeschlossene) Arbeit fortsetzen zu können, so dass Verklausungen nicht zu weiteren Überschwemmungen im Ortsgebiet von Öblarn führen können.
Das Ortsgebiet, in dem zahlreiche Keller unter Wasser stehen, sollen heute alle ausgepumpt werden, außerdem sämtliche verschlammte Verkehrswege wieder frei gemacht und gereinigt werden. Dazu werden gegen 13 Uhr auch 30 Soldaten mit Schanzwerkzeug im Krisengebiet eintreffen.

Donnersbachwald. Die B75 nach Donnersbachwald bleibt bis auf weiteres gesperrt, da an zwei Strassenabschnitten ein Überfahren nur in Gegenwart eines Sachverständigen möglich ist. Die Straße soll bis zum späten Nachmittag durch das Einbringen von Material soweit gesichert werden, dass Einsatzkräfte und schweres Gerät in einem etwa einstündigem Zeitfenster in das Tal gelangen können. In diesem Zeitraum sollen auch Personen aus dem Tal gebracht bzw. gelotst werden. Eine Gastgeber- und eine Gastfamilie auf der Mörschbachalm werden ausgeflogen.

Sölk. Acht Gebäude mit 28 Personen wurden bereits in der Nacht auf heute von der Feuerwehr evakuiert, zwei nicht gehfähige Personen durch die Bergrettung. Ein Gebäude ist massiv gefährdet, mehrere Brücken zerstört bzw. verschüttet. Die Erzherzog Johann Strasse ist über eine Länge von ca. 100 m nicht mehr existent. Ab dem Stausee taleinwärts gibt es kein Stromnetz mehr, die Instandsetzung wird Monate dauern. Die Ortsteile Mössna und St. Nikolai werden von 600 kVA mit Strom provisorisch versorgt. Eine Sennerin ist mit Kindern eingeschlossen in der Seifriedinger Breitlahn - sie sollen ausgeflogen werden. 

Vier Almen sind weiterhin nicht erreichbar.

Der Katastrophenhilfsdienst wird in Öblarn untergebracht.

12.15 Uhr. Nach einem Lokalaugenschein in Kobenz sagt Katastrophenschutzreferent Michael Schickhofer, dass am Donnerstag im Zuge der Regierungssitzung Soforthilfemaßnahmen beantragt werden. Und er sagt weiter: "Der Klimawandel zeigt sich in der Steiermark durch immer häufiger auftretende Starkregen-Ereignisse, die unsere Einsatzkräfte erfordern. Es ist daher Gebot der Stunde, dass sie für ihren Einsatz bestens geschult und ausgerüstet sind."

Katastrophenschutzreferent Michael Schickhofer mit Betroffenen in Kobenz Foto © KK

12 Uhr. Unsere Redakteurin Sonja Haider-Krätschmer war in den Katastrophengebieten um Kobenz sowie in  St. Georgen ob Judenburg unterwegs - und hat dazu einige Videos gemacht:

Video-Artikel: Was die Betroffenen sagen

Einsatzleiter Gerhard Mayer über die Lage in Kobenz

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11.45 Uhr. Wir haben eine aktuelle Übersicht über alle unwetterbedingten Straßensperren in der Steiermark zusammengestellt:

11.25 Uhr. Das Ausmaß der Schäden wird nun nach und nach sichtbar. Neue Hilfe wird angefordert. So rückt das Bundesheer nun zum Assistenzeinsatz nach Öblarn aus. Der Katastrophenhilfsdienst des Bereichs Hartberg rückt ebenfalls in die Obersteiermark aus.

11 Uhr. Eilt: "Die Sölkpassstraße ist nicht mehr existent" heißt es aus dem Krisenstab. Sprich: Die L704 sei derart zerstört, dass sie wohl auf sehr lange Zeit gesperrt sein wird.

10.45 Uhr. Wie sich beim Treffen des Krisenstabs herausstellte, wurden im Sölktal elf Wanderer vermisst. "Wir hatten lange Zeit keinen Kontakt zu ihnen. Mittlerweile haben wir acht von ihnen finden und mit dem Hubschrauber ausfliegen können", heißt es aus dem Krisenstab. Das bedeutet: Drei Wanderer werden weiterhin vermisst. Sie waren nicht bei der Gruppe, die gefunden wurde.

10.35 Uhr. Auch die Landwirtschaft ist von den Unwettern betroffen. Laut Hagelversicherung wurden in der Steiermark 10.000 Hektar Kulturfläche von den Gewittern (zum Teil schwer) in Mitleidenschaft gezogen. Ersten Schätzungen zufolge beläuft sich der Gesamtschaden in der Landwirtschaft auf rund eine Million Euro. Vom Hagel betroffen sind die Bezirke Murtal, Bruck-Mürzzuschlag, Deutschlandsberg, Weiz und Leoben. Getroffen hat es vor allem die Kulturen Mais, Getreide und Wein sowie Grünland.

10.30 Uhr. Die Landesregierung mit LH Hermann Schützenhöfer und seinem für Katastrophenschutz zuständigen Vize-LH Michael Schickhofer sind in Kobenz eingetroffen, wo derzeit der Krisenstab tagt.

Krisenstab trifft sich in Kobenz Foto © KK

10.30 Uhr. Das sieht nicht gut aus. Bis Montagmorgen sollen noch einmal größere Regenmengen in der Steiermark dazukommen, wie diese aktuelle Warnkarte zeigt:

10 Uhr. Eine erste Übersicht über die Zahl der Feuerwehreinsätze letzte Nacht: Laut Einsatzzentrale waren steiermarkweit 310 Einsätze von 137 alarmierten Feuerwehren abzuarbeiten. "Die Hauptaufgaben waren das Auspumpen von Kellern, die Beseitigung umgestürzter Bäume, die Beseitigung von Verklausungen, Schutz von Objekten vor Überflutung sowie das  Freimachen von Verkehrswegen. Besonders betroffen waren die Bereiche Murau,  Judenburg, Knittelfeld,  Liezen,  Leoben, Bruck, Weiz, Voitsberg und Hartberg."

9.40 Uhr. Wie schnell die Wassermassen etwa in Öblarn daher kamen, zeigt dieses Video, das auf Facebook/AktuelleWetterwarnungenfürÖsterreich gepostet wurde.

9.30 Uhr. In der Gemeinde Kobenz schwoll der Kobenzbach binnen weniger Minuten so stark an, dass dieser 15 neben dem Bach geparkte Autos mitriss und erst nach einigen Metern wieder frei gab. Da bereits mehrere Brücken weggerissen wurden, wurde für die Gemeinde Kobenz eine Zivilschutzwarnung mit Lautsprecherfahrten ausgegeben. Teile der Bevölkerung waren von der Umwelt abgeschlossen - in der Erstphase war überhaupt keine Kommunikation möglich. Während die PKW geborgen wurden, wurde die ganze Nacht hinweg rund um die Gemeinde Kobenz die Unwetterschäden beseitigt, berichtet Oberbrandinspektor Gerhard Mayer von der Feuerwehr Kobenz.

9.25 Uhr. Eine sehr brenzlige Situation erlebten zwei Personen in einem Auto in Flatschach. "Binnen weniger Minuten schwoll der Flatschacher Bach zu einem reißenden Fluss an, wobei ein PKW mit zwei Insassen mitgerissen wurde. Sprichwörtlich in letzter Sekunde konnten die beiden Personen mittels Steckleitern von der Feuerwehr Flatschach aus dem Fahrzeug gerettet werden, schildert Abschnittsbrandinspektor Andreas Stürzl von der Feuerwehr Flatschach. 

9.10 Uhr. Einen ersten Lagebericht aus dem Murtal gibt Feuerwehrsprecher Thomas Zeiler: Demnach waren bzw. sind 300 Einsatzkräfte von 16 Feuerwehren im Einsatz: "Dabei traf es die Orte Flatschach, St. Marein und Kobenz am schlimmsten." Über die ganze Nacht hinweg, mussten dutzende Keller ausgepumpt, umgestürzte Bäume beseitigt, Verkehrsunfälle und Vermurungen beseitigt werden. 

8.50 Uhr. Ein Video aus dem Katastrophengebiet im Ennstal:

 

Sölk, Öblarn und Donnersbachwald: Schlaflose Nacht für die Feuerwehren

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8.22 Uhr. Die Leobener Feuerwehren wurden Samstagnacht zu einem Brand der Waasenkirche alarmiert. Ein Blitz hatte direkt in die Kirchturmspitze eingeschlagen.

Im gesamten Stadtgebiet von Leoben hatten die Feuerwehren viel zu tun: Unwetter verursachten Brände, Überflutungen, Verklausungen und Verschlammung. Auch die Feuerwehren in St. Michael, Kraubath, St. Stefan, Niklasdorf und Eisenerz waren in ihren Gemeinden im Einsatz.

8.15 Uhr. Hier eine erste Fotoserie von den Geschehnissen Samstagnacht.

8 Uhr. Dutzende Straßen wurden vermurt oder überschwemmt. Hier ein erste Übersicht über die Straßensperren:

  • S 35 Brucker Schnellstraße: Nach einem Murtenabgang ist beim Knoten Bruck jeweils nur ein Fahrstreifen offen, die Brucker Begleitstraße ist komplett gesperrt.
  • B 72 Weizer Straße zwischen Birkfeld und Ratten wegen Vermurung gesperrt
  • B 75 im Ortsgebiet von Oberwölz nach Unwettern gesperrt
  • B 317 bei St. Georgen/J. ist die Unterflurtrasse weiterhin gesperrt
  • L 104 zwischen Birkfeld und Gasen nach Erdrutsch gesperrt
  • L 704 der Sölkpass ist gesperrt
  • L 514 zwischen Oberzeiring und Schönberg-Lachtal
  • S 36 Murtal Schnellstraße: Richtung Judenburg ist die Schnellstraße zwischen Feistritz und Knittelfeld-Ost wegen Überflutungen gesperrt (siehe Video von Samstagnacht)

REDAKTEURIN SONJA HAIDER-KRÄTSCHMER BERICHTET VON DER S 36

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7.45 Uhr. In der Sölk trat der Bach über die Ufer und überflutete weite Teile v.a. im Ortsteil Fleiß, ebenso wurde der Ortskern in Öblarn durch eine Verklausung im Ortsgebiet überflutet - zahlreiche Keller mussten ausgepumpt werden (Öblarn), Bewohner mussten evakuiert werden (Fleiß).

In Donnersbachwald waren 16 Feuerwehren mit über 100 Mann im Einsatz, nachdem es das Ortsgebiet noch weitläufiger als in der Nacht zuvor überschwemmt hatte.

"Zur Zeit sind Lageerkundungen und bereits wieder Aufräumarbeiten im Gange", so Bereichsfeuerwehrsprecher Schlüßlmayr.

7.30 Uhr. Im Ennstal standen in der Nacht auf Sonntag 28 Feuerwehren mit 350 Leuten im Einsatz.  Hier ist auch ein Rückhaltebecken am Gröbminger Hausberg "Kammspitze" gebrochen, weshalb der in Folge über die Ufer getretene Hofmanningbach Überflutungen in Gröbming verursachte, die Feuerwehren pumpten zahlreiche Keller aus.

7 Uhr. Eine zweite dramatische Unwetternacht haben viele Obersteirer hinter sich. Besonders arg erwischt hat es wieder den Bereich Öblarn, Donnersbachtal uns Sölk, berichtet der Liezener Feuerwehrsprecher Christoph Schlüßlmayr.

Demnach sind im Bereich des Sölkpasses noch immer Menschen mit ihrem Auto eingeschlossen, weil sie nach Murenabgängen nicht vor und zurück können. "Die Betroffenen haben einen Notruf abgesetzt, die alarmierten Feuerwehren konnten allerdings nicht zum Einsatzort vordringen, weil die Straße teilweise komplett weggerissen wurde. Die Personen (inkl. der Bewohner in den Almgebieten) sollen heute Vormittag per Hubschrauber gerettet werden"

Sonntag, 0 Uhr. In Öblarn im Bezirk Liezen ist der Strom ausgefallen. Teile des Ortes stehen unter Wasser, der Walchenbach ist über die Ufer getreten. Die Feuerwehr muss zahlreiche Keller auspumpen.

Samstag, 23.40 Uhr. Die S 36 in Richtung Judenburg ist nach wie vor wegen Überflutungen gesperrt. Die Polizei hat im Stau stehende Fahrzeuge umdrehen lassen und bei St. Lorenzen bei Knittelfeld abgeleitet. 

Samstag 23.30 Uhr. Schwer getroffen hat es den Bezirk Murtal, vor allem den Raum Knittelfeld. Hier sind derzeit mehrere Hundert Mann im Einsatz. Bereichsfeuerwehrsprecher Erwin Grangl gibt einen ersten Überblick. "In Flatschach konnten wir zwei Personen aus einem Auto in einem Bach retten, ganz arg erwischt hat es Kobenz, wo Zivilschutzalarm ausgelöst werde musste." In Kobenz ist sogar das Rüsthaus überflutet, ein riesiges Gartenfest beim Gasthaus Rainer musste abgesagt werden. In Seckau sitzen derzeit etwa Gäste beim Hofwirt fest, weil die Straßen in alle Ausfahrtsrichtungen gesperrt sind. Der Ingering-Bach hat einen extrem hohen Pegelstand, auf der S 36 steht im Bereich Knittelfeld der Verkehr in Fahrtrichtung Judenburg still. Kleine-Redakteurin Sonja-Haider Krätschmer steht auf der Schnellstraße im Stau: "Wir stehen hier mitten in einem Bach." Bereichsfeuerwehrchef Grangl: "Personenschäden gibt es keine, jetzt stehen einmal die Sicherungsmaßnahmen im Vordergrund, damit ja nichts passiert."