Es war eine blutige Racheaktion einer erst 14-Jährigen, für die sie schließlich verurteilt worden ist: Das Mädchen forschte ihre Kontrahentin aus, verlangte von der Schülerin eine Entschuldigung. Bekam keine – und stach ihr deshalb mit einem Messer in den unteren Rücken.
Der Fall, geschehen in Graz, war außergewöhnlich: Die junge Bulgarin war nämlich einige Monate davor selbst Opfer von Gewalt geworden und wollte sich dafür rächen. Beim Prozess im Herbst 2024 wurde sie verurteilt. Der Schöffensenat sprach für die absichtliche schwere Körperverletzung eine unbedingte Haftstrafe in der Höhe von 18 Monaten aus.
In unbewohntes Haus gelockt
Nun steht die strafrechtliche Aufarbeitung des ersten Vorfalls an, wie Verena Oswald, Mediensprecherin des Straflandesgerichts, der Kleinen Zeitung bestätigt: Im Februar 2024 soll die Bulgarin von einigen Mädchen in ein verlassenes Gebäude in Graz gelockt und dort mit Tritten und Schlägen (unter anderem mit einer Eisenstange) malträtiert und verletzt worden sein. Auch ihre Haare und die Kleidung sollen durch die Peiniger angezündet worden sein, so der Vorwurf. Eine Stunde lang sei die damals 14-Jährige im Haus festgehalten und mehrfach mit dem Tod bedroht worden.
Insgesamt sind von der Staatsanwaltschaft sechs junge Mädchen (zwei davon werden als Haupttäterinnen geführt) angeklagt. Der Prozess findet Ende April am Straflandesgericht statt.