Es ist ein mehr als vier Quadratmeter großer Krippenberg mit mehr als 100 Figuren, der – maßgeschneidert in das Gewölbe der Turmkapelle der Pfarrkirche Grafendorf – die Passion Jesu zum Thema hat. Das Werk wurde von Krippenbaumeisterin Waltraude Lechner mit 14 Krippenbauenden in rund 1.000 ehrenamtlichen Stunden umgesetzt. Die älteste Teilnehmerin war 70, die jüngste acht Jahre alt. Heuer feiert es sein 15-Jahr-Jubiläum. „Insgesamt 14 Szenen werden dargestellt – vom Einzug Jesu in Jerusalem über das letzte Abendmahl und die Kreuzigung bis zur Auferstehung“, erklärt Lechner.
In Grafendorf gibt es eine gewachsene Krippenkultur: Seit den 1990er-Jahren werden gemeinsam Krippen für den privaten Rahmen gebaut. Darüber hinaus kann zu Weihnachten eine lebensgroße Krippe beim Dorfbrunnen bestaunt werden – sie geht auf eine Initiative der Landesobfrau der Krippenfreunde Österreichs zurück. Die Idee zur Passionskrippe fußte auf dem Wunsch nach einer Gemeinschaftsarbeit und fand schnell Zustimmung wie Unterstützung. Nach Lechners Entwurf wurden geschnitzte Köpfe, Hände und Füße im Südtiroler Grödnertal erworben, die Figuren in Grafendorf finalisiert und in liturgischen Farben eingekleidet.
15 Teammitglieder, 15 Lämmer
Übrigens: Der Oberhirte findet sich in der Passionskrippe mit 15 Lämmern wieder – die Gruppe symbolisiert Pfarrer Alois Puntigam-Juritsch mit dem Team des Krippenbaus. Bei der Segnung vor 15 Jahren wurde dieses Detail als Überraschung enthüllt. Ursprünge von Passionskrippen lassen sich ins zweite bis vierte Jahrhundert nach Christus zurückverfolgen, hierzulande konnte sich ihre Art aber nicht zuletzt aufgrund des ernsten Themas nicht so richtig durchsetzen. Umso größer ist die Freude, dass sich die Darstellung rund um den Leidensweg Jesu heute zunehmender Wertschätzung erfreut, so Lechner. Auch die Krippenbaukunst kann Nachwuchs vermelden – demnächst treten vier Kandidaten zur Meisterprüfung an.