Rund 17.700 Österreicherinnen und Österreicher samt Angehörigen sind laut Außenministerium derzeit im Krisengebiet im Nahen Osten registriert. 2600 davon sind Reisende, der Großteil davon (1700) in den Vereinigten Arabischen Emiraten, etwa in Dubai und Doha. Bislang konzentrierte sich das Außenministerium darauf, besonders vulnerable Menschen (Kranke, Schwangere etc.) bei der Ausreise zu unterstützen. Von Ausreisen auf eigene Faust über den Landweg raten die Behörden ab. Sicherer sei es, in den Gebäuden abzuwarten, bis wieder Flüge möglich sind.
Mehrere Angriffswellen auf Dubai aus dem Iran
Einer, der derzeit in Dubai auf eine Heimreisemöglichkeit wartet, ist der Steirer Wolfgang Bravc. Mit zwei Freunden ist der Inhaber eines Sicherheitsunternehmens zum Fallschirmspringen in die Emirate gereist. Als die Drei am Samstag in rund 3800 Meter Höhe gerade den ersten Sprung aus dem Flugzeug machen wollten, setzte die Maschine plötzlich zum steilen Sinkflug an. „Wir haben sofort gemerkt, dass etwas nicht stimmt“, berichtet Bravc. „Am Boden sagte man uns, dass wir das Rollfeld sofort verlassen sollten, weil es ein mögliches Angriffsziel ist.“
Bravc und seine Freunde zogen sich in das gemietete Apartment zurück, um 0.37 Uhr kam über die Smartphones der erste Alarm wegen eines iranischen Raketenangriffs. „Ich habe vorher gecheckt, wie lange man in die Tiefgarage des Gebäudes braucht, da kommt mir meine Ausbildung in Sicherheitsfragen zugute“, sagt Bravc. In den nächsten Stunden sollten vier weitere Angriffswellen folgen. „Man hört die dumpfen Schläge, wenn Raketen abgeschossen werden und spürt auch die Druckwellen. Die Regierung informiert aber sehr offen, man fühlt sich verhältnismäßig gut aufgehoben.“
Ob der gebuchte Rückflug am Donnerstag halten wird, steht in den Sternen. „Ich rechne nicht damit“, sagt Bravc. Also heißt es vorerst ausharren. Auf eigene Faust die Rückreise auf dem Landweg zu wagen, kommt für den Sicherheitsprofi nicht infrage. „Das wäre zu riskant und steht nicht dafür.“
Wunsch nach rascher Rückkehr – nach Dubai
Auf einen Flug in die andere Richtung, nämlich aus der Steiermark nach Dubai, wartet derzeit Elisa Steiner. Die selbstständige Bewusstseins- und Mentaltrainerin weilt auf Heimatbesuch, will aber raschestmöglich zurück in die Emirate. „Es ist natürlich ein mulmiges Gefühl, aber man muss sich vor Augen halten, dass ja nicht Dubai selbst angegriffen wird, sondern die US-Militärbasen“, sagt Steiner.
Mehr Sorgen als die Sicherheitslage in Dubai bereitet ihr die geplante Anreise. „Ich bin mir nicht sicher, ob ich derzeit die Länder der Region wirklich überfliegen möchte.“ Im Emirat selbst sei die Lage weniger angespannt, als man annehmen würde, wie Steiner Freunde und Bekannte berichten. „Es sind weniger Autos auf den Straßen unterwegs, aber die Dinge gehen sonst größtenteils ihren gewohnten Gang.“