Stockbetrunken war der 26-Jährige, als er mitten in der Nacht am Grazer Lendplatz die Rollläden eines Standls aufbrach. Im Visier des Täters: Eine volle Flasche „Berliner Luft“. Doch auch er selbst geriet ins Visier - einer am Standl montierten Überwachungskamera. Die nahm der Mann nach dem Diebstahl des Pfefferminzlikörs nicht gerade fachgerecht ab. Bog sie zurecht, um mögliche Spuren zu verwischen. Vergebens.

So gut es sein Zustand zuließ, versuchte sich der verdutzte Dieb wenige Minuten darauf elegant aus der Affäre zu ziehen, als die von einem Zeugen alarmierte Polizei vor ihm aufsalutierte. Doch das spontan gefundene Versteck des Likörs und der demolierten Kamera in einem offenen Mistkübel erwies sich als untauglich. Untauglich auch der Versuch der Exekutive, den Dieb zu verhören. Befund: Volle Berauschung.

Alkohol als Auslöser für Diebstahl

„Immer, wenn ich Alkohol trinke, gerate ich außer Kontrolle“, verrät der Somalier bei seinem Prozess am Straflandesgericht. Der Schubhäftling hat alkoholbedingt insgesamt vier Strafanträge angesammelt. Zwei drehen sich um Materielles (Diebstahl von diversen Waren bei Hofer und Interspar, jeweils auf frischer Tat ertappt.).

Einmal geht es um eine handfeste Körperverletzung. Im Asylheim soll der Angeklagte Stunk mit einem Mitbewohner verursacht haben. Diesen ließ er nicht ausschlafen, man geriet sich in die Haare. Der 26-Jährige versuchte sich als Vorreiter eines EU-weiten Handyverbots, drohte das Smartphone seines Landsmannes aus dem Fenster zu werfen. Der schrak auf, griff beim Fenster raus. Genau in diesem Moment warf der Angeklagte das Fenster zu. Blutende Wunde. Infiziert. Bakterien. Zweimalige Operation.

Für seine Aussetzer entschuldigt sich der 26-Jährige. Einen Verletzungsvorsatz habe er nicht gehabt. Dennoch: Vier Monate unbedingte Haft. Akzeptiert.