Ein schwerer Forstunfall, bei dem ein 18-Jähriger lebensgefährlich verletzt wurde, passierte am Dienstagnachmittag in Gasen im Bezirk Weiz. Der junge Mann war mit seinen Eltern bei Forstarbeiten im Wald beschäftigt. Dabei zog er einen Fichtenstamm mithilfe einer Traktor-Seilwinde über eine Waldböschung hinauf.
Auf Höhe der Forststraße sägte der junge Mann den etwa 35 Zentimeter dicken Baumstamm mit einer Motorsäge durch. Der Baumstamm stand jedoch laut derzeitigen Ermittlungen noch unter Spannung und schleuderte daraufhin gegen den Teenager. Der junge Mann wurde daraufhin vom Baumstamm erfasst und gegen eine Böschung der Forststraße gedrückt.
Der Mann erlitt beim Unfall lebensgefährliche Verletzungen und wurde vom Roten Kreuz sowie einem Notarzt-Team noch vor Ort und Stelle behandelt. Schließlich wurde der 18-Jährige mit einem Rettungshubschrauber ins LKH Graz geflogen.
Forstunfälle als ständige Gefahr
Der Fall reiht sich leider in eine traurige Serie ein. Erst vor wenigen Tagen wurde ein 70-jähriger Mann aus Slowenien bei einem Forstunfall in Kärnten schwer verletzt. Als der Mann die Äste von einem bereits gefällten Baum unter Zuhilfenahme einer Motorsäge zu entfernen versuchte, senkte sich der Baumstamm ruckartig zu Boden und klemmte dessen linkes Bein ein. Der Arbeiter prallte infolge auch noch mit dem Kopf gegen einen weiteren Baum und verlor dadurch kurzzeitig das Bewusstsein.
Generell gilt: Forstarbeiten sind gefährlich. Die Kombination aus Arbeiten mit schwerem Gerät in abgelegenen Gebieten, die nur schwer von der Rettung erreicht werden können, und der Gefahr von herabstürzenden Bäumen hat auch in der Vergangenheit schon für Tragödien gesorgt.
Verloren 2019 noch 27 Personen bei Waldarbeiten ihr Leben, waren es nach nahezu kontinuierlicher Steigerung 2023 schon 36. Die Steiermark sticht dabei aus der Statistik heraus. In keinem anderen Bundesland gab es 2024 so viele tödliche Forstunfälle wie in der Steiermark. So ereigneten sich 14 der insgesamt 43 tödlichen Forstunfälle in der grünen Mark.
Forstunfälle nehmen in kalter Jahreszeit zu
„Die immer weiter steigenden Zahlen vor allem im Bereich der privaten Waldarbeit verdeutlichen, dass hier mehr Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden müssen“, sagt die Unfallspezialistin Johanna Trauner-Karner vom Forschungsbereich Sport- und Freizeitsicherheit in der Präventionsinstitution KFV. Gerade die kalte Jahreszeit sei besonders gefährlich. Das bestätigt auch ein Blick auf die Zahlen. Mehr als ein Viertel der Unfälle ereignete sich in den Wintermonaten. Die nun vermehrt einsetzende schlechte Witterung wird demnach zur Gefahr.