Sein unberechtigterweise geführter Magistertitel hat dem Mann die entscheidenden Türen geöffnet. Er gab sich selbstbewusst als klinischer Psychologe aus und bot an, als Erwachsenenvertreter fungieren zu wollen. In Dutzenden Pflegschaftsverfahren wurde der nunmehr 38-Jährige schließlich als solcher bestellt. Nachdem er dabei die Vermögensverwaltung der Betroffenen übertragen bekommen hat und für deren Konten zeichnungsberechtigt war, nutzte er seine Stellung, um den Geldhahn anzuzapfen. Unterm Strich dieser „Verwaltung“ der ihm anvertrauten Vermögen steht, so der Vorwurf der Grazer Staatsanwaltschaft, eine bittere Bilanz: 35 Opfer, denen insgesamt ein Schaden in der Höhe von 582.000 Euro entstanden sein soll.