Eigentlich sprach alles gegen einen Start von Jonas Hermann bei der Kanu-Freestyle-Europameisterschaft Ende August in Graz. Den ganzen Juni konnte er wegen einer Ellbogenverletzung nicht trainieren und wenige Tage vor der EM plagte den 17-Jährigen noch eine Ohrentzündung. Dennoch ließ sich der Grazer das „Heimspiel“ in seiner geliebten Sportart nicht entgehen.“ Am ersten Tag war ich noch ziemlich frustriert über meine Leistung”, erzählt er. Doch schon zwei Tage später stand Hermann als Erster im Finale der Juniorenklasse und holte sich souverän die Silbermedaille – mit neuer persönlicher Bestleistung.
Zum Wassersport kam Jonas Hermann durch seinen Vater Christoph Staber, der unter anderem Kajaklehrer ist. Im Sommer nahm er schon in jungen Jahren an Kursen auf der Salza, der Möll oder der Soca teil. „Später habe ich Freestyle Kanu bei Freunden meines Vaters gesehen und wollte das unbedingt auch können“, erinnert er sich. Seither ist der Sportler drei bis fünfmal pro Woche auf der Welle, um zu trainieren. Auch Urlaube, in denen nicht ein wilder Fluss im Mittelpunkt steht, sind selten geworden. „Da kann ich einfach abschalten.“
Gemeinschaft als Anker
Was ihn in all den Jahren an dem Sport gehalten hat, ist auch die offene Gemeinschaft der Kanuten untereinander. „Ich kenne keine andere Sportart, in der man so zusammenhält”, sagt der junge Sportler. „Man freut sich richtig über die Erfolge der anderen. Das nimmt viel Druck raus.“
Mit dem neuen Schuljahr hat auch sein letztes Jahr in der Juniorenklasse begonnen. Jonas Hermann hat schon genaue Pläne, wie er in dieser abschließen will. Bis zu den Kanu-Freestyle-Weltmeisterschaften im nächsten Jahr im bayerischen Plattling will er noch einmal richtig Gas geben. „Es wäre natürlich schön, wenn ich mit einem Weltmeistertitel die Juniorenklasse verlassen könnte.“