Auch wenn die Sonne nicht mehr ganz so intensiv geschienen hat wie in den vorangegangenen Tagen, konnte Christoph Prüller nach dem Weltcup-Wochenende am Kulm mit einem strahlenden Lächeln eine positive Bilanz ziehen: „Sportlich ist es hervorragend gelaufen, die Weltpremiere der Kombinierer hat alles übertroffen, was wir uns erwartet haben. Die vielleicht etwa einfache, aber selektive Strecke mit Stadioncharakter hat für Abwechslung gesorgt und war für die Zuschauer extrem spannend. Ich glaube, dieses Format hat Zukunft, was auch das internationale Echo, das wir bekommen haben, unterstreicht“, betont der OK-Chef. Deshalb wolle man vonseiten der Bad Mitterndorfer daran festhalten („Die Kombination hat die Veranstaltung enorm aufgewertet“) und mit dem ÖSV entsprechende Gespräche führen.

Allerdings ist der Kulm derzeit noch nicht Teil des Skisprung-Weltcupkalenders für 2026/27. „Wir sind mit der FIS, dem österreichischen Skiverband, der Region und dem Land intensiv im Austausch. Es gibt Pläne für mehr Veranstaltungen am Kulm, doch müssen da die Stakeholder mitspielen“, sagt Prüller, der bereits auf mögliche Zukunftsszenarien verweist: „Es gibt Pläne für mehr Veranstaltungen wie etwa das drei in vier. Das heißt, dass der Kulm nur jedes vierte Jahr, wenn Olympische Spiele sind, aussetzt. Auch ein Grand Slam mit den anderen Skiflugschanzen ist angedacht – aber das sind alles noch Zukunftsvisionen“, sagt Prüller, der zugleich betont: „Wir geben die Hoffnung für 2027 noch nicht auf, es gibt derzeit im Kalender noch freie Termine und ein paar Wackelkandidaten.“

26.200 Fans am Kulm

Klar ist, „dass das Skifliegen die Formel 1 des Skisprungsports ist“, drückt es Prüller aus und unterstreicht: „Wir wären gewillt, den Kulm jedes Jahr zu veranstalten. Aber wir haben in Österreich bei Frauen und Männern bereits vier Fixtermine im Kalender. Und der ÖSV kann bei der FIS nicht einfach so einen weiteren Austragungsort einfordern. Zudem gibt es noch viele Anfragen aus anderen Ländern. Aber das fällt alles in die Sportpolitik, wir sind hier nur für die Umsetzung verantwortlich. Und das können wir ganz gut, wie das Wochenende wieder gezeigt hat.“ So sind insgesamt 26.200 Zuschauer an die Schanze gepilgert. Prüller: „Damit sind wir sehr zufrieden. Vor allem, weil wir aufgrund der Olympischen Spiele kaum Platz für Werbung hatten.“

Die Entscheidung, ob man 2027 noch einen Platz im Kalender bekommt, sollte im Juni oder Juli bekannt werden. Klar ist, jedes Jahr Pause schadet der Veranstaltung: „Umso öfter du aussetzt, desto höher ist die Fluktuation bei den Mitarbeitern. Weil die verändern auch ihr Leben – und wenn sie dann nicht mehr greifbar sind, muss man wieder mehr investieren. Außerdem braucht es eine Regelmäßigkeit zum Erhalt und zur Verbesserung der Infrastruktur.“