"Wir haben Davids Berater beim letzten Gespräch gesagt, dass wir bis Ende Oktober Klarheit haben wollen und eine Antwort, denn für so eine wichtige Position und Personalie wollen wir Planungssicherheit haben", sagte Hainer. Hainer zufolge war die Alaba-Seite auf die Offerte des Rekordmeisters nicht eingegangen. Stattdessen hätten der Österreicher und seine Berater die Frist nun verstreichen lassen.

"Wir haben bis gestern nichts gehört. Daraufhin hat unser Sportvorstand Hasan Salihamidzic noch einmal aktiv bei dem Berater nachgefragt und die Antwort war, dass das Angebot immer noch unbefriedigend ist und wir weiter nachdenken sollen. Daraufhin haben wir uns entschieden, das Angebot komplett vom Tisch zu nehmen. Das heißt, es gibt kein Angebot mehr", erklärte Hainer.

Nach Sport1 -Informationen wurde Alaba von Hainers Aussagen überrascht, zuvor habe es keine Gespräche mit dem Camp des Verteidigers gegeben. Ein Abschied scheint nun unumgänglich. Alabas Vertreter soll vor allem die mangelnde Wertschätzung des Österreichers im Verein sauer aufgestoßen sein.

Ausschlaggebend für die gescheiterten Verhandlungen sind wohl die hohen Gehaltsforderungen des 28-Jährigen. Alabas Berater Pini Zahavi hatte der Sport Bild zufolge ein Salär von bis zu 25 Millionen Euro jährlich gefordert.

Darauf wollten die Bayern nicht eingehen. Erst in der vergangenen Woche sollen erneute Gespräche ergebnislos verlaufen sein.

Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Salzburg erklärte Alaba, von den Aussagen nur aus den Nachrichten erfahren zu haben und sagte: "Ich hätte es sehr gerne gehabt, dass Internes intern bleibt. Wie meine Person in der Öffentlichkeit dargestellt wird in den letzten Monaten, entspricht nicht der Wahrheit." Bezüglich seiner Gehaltsforderungen versicherte er, "dass die Summen, die in den Raum gestellt werden, nicht der Wahrheit entsprechen. Ich war enttäuscht und verletzt darüber, dass das von offizieller Seite nicht dementiert wurde."

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FC Bayern bot Alaba wohl bis zu 17 Millionen Euro

Der Verein hielt dabei offenbar am bisherigen Angebot fest. Dabei hätte Alaba elf Millionen Euro jährlich plus Prämien von maximal sechs Millionen Euro verdienen können. Außerdem boten die Bayern dem Österreicher ein fünftes Vertragsjahr an.

"Wir haben David und seinem Berater schon vor längerer Zeit ein sehr, sehr gutes Angebot gemacht, wir haben über Monate verhandelt und wir finden das Angebot sehr fair und wettbewerbsfähig - vor allem in der heutigen Zeit", sagte Hainer über die Offerte des FC Bayern. "Es ist unsere Aufgabe, dass wir den FC Bayern sportlich, aber auch wirtschaftlich durch die schwierige Phase führen", führte der 66-Jährige aus.

Damit läuft Alabas nach Ende der Saison im Juni 2021 aus, er könnte den Verein im Anschluss ablösefrei verlassen. Der in Teilen öffentlich ausgetragene Poker zwischen Alaba und den Münchnern hatte zuletzt für reichlich Wirbel und Streit gesorgt. So hatten sich unter anderem Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß und Alabas Vater George verbal attackiert.

FC Bayern: Alaba "ist ein liebenswerter Kerl"

Hainer wollte aber nicht nur schmutzige Wäsche waschen, sondern lobte Alaba auch noch einmal für seine Verdienste. "Ich will noch mal dazu sagen, dass wir David unheimlich schätzen, er ist ein liebenswerter Kerl, er ist Publikumsliebling, er ist ein Eigengewächs des FC Bayern München, und deswegen würden wir es auch so bedauern, wenn wir getrennte Wege am Ende der Saison gehen müssen", sagte Hainer.

Alaba spielt seit 2008 für den FC Bayern. Mit den Münchnern gewann er zweimal die Champions League (2013 und 2020) und wurde neunmal Deutscher Meister (2010 und 2013 bis 2020).

David Alaba: Leistungsdaten in der Saison 2020/21

Wettbewerb Spiele Tore Vorlagen Minuten Bundesliga 5 - - 371' Champions League 2 - - 180' UEFA Super Cup 1 - 1 112' DFL-Supercup - - - -