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NBA - Die Gewinner und Verlierer des Restart-Spielplans: Zion im Playoff-Rennen nun in der Pole Position?

Der Spielplan für den Restart der NBA-Saison ist da, doch was bedeutet er für das Playoff-Rennen? Sind die Pels auf einmal Favorit auf Platz 8 im Westen? Und schafft Dallas einen Sprung nach vorne?

© imago images / Icon SMI
 

Eine Übersicht über den kompletten Spielplan findet Ihr hier.

Die Gewinner des Restart-Spielplans

New Orleans Pelicans

  • Bilanz in der bisherigen Saison: 28-36 (Platz 10 in der Western Conference)
  • Die kommenden Gegner: Jazz, Clippers, Grizzlies, Kings, Wizards, Spurs, Magic, Kings

Bevor die Saison Mitte März aufgrund der Coronavirus-Pandemie unterbrochen wurde, galten die Pels als aussichtsreicher Kandidat, um trotz des damals zehnten Rangs doch noch einen Playoff-Platz im hart umkämpften Westen zu ergattern. Das lag natürlich an Zion Williamson - und am leichten Restprogramm.

Nun fallen zwar die schlechtesten acht Teams der Association als Gegner weg, dennoch hat NOLA auch in Disney World den leichtesten Rest-Spielplan aller 22 Teams. Das ist nur fair, trotz zahlreicher Kommentare auf Twitter, dass die NBA den Pels mit Absicht einen leichten Spielplan untergeschoben hätte, in dem Versuch, Zion irgendwie in die Postseason zu hieven.

Tatsächlich ist der Spielplan für New Orleans basierend auf der zusammengerechneten gegnerischen Siegquote leicht schwieriger geworden (49,5 Prozent statt zuvor 44,1 Prozent). Dennoch haben die Konstrukteure des Spielplans offensichtlich versucht, die Schwierigkeit des eigentlichen Restprogramms möglichst in die Bubble zu übertragen.

Nur drei der acht verbliebenen Spiele der Pels sind gegen aktuelle Playoff-Teams. Darunter die Jazz, die durch den Ausfall von Bojan Bogdanovic geschwächt sind, und der direkte Konkurrent aus Memphis. New Orleans scheint im Rennen um Platz acht also einen kleinen Vorteil zu haben.

Für die Wizards, Spurs, Magic und Kings, die finalen vier Pelicans-Gegner in der regulären Saison, könnte es in den jeweiligen Partien zudem um nichts mehr gehen. Möglicherweise ist das ein weiterer Vorteil für Zion und Co. in der Hoffnung auf Platz acht im Westen.

Twitter

Philadelphia 76ers

  • Bilanz in der bisherigen Saison: 39-26 (Platz 6 in der Eastern Conference)
  • Die kommenden Gegner: Pacers, Spurs, Wizards, Magic, Trail Blazers, Suns, Raptors, Rockets

Direkt hinter den Pelicans folgen die Sixers mit dem zweitleichtesten Restprogramm, geht man von der gegnerischen Siegquote aus. Nach dem Duell mit den Pacers hat Philly fünf Gegner mit einer negativen Bilanz vor der Brust. Gute Voraussetzungen, um sich vor dem Start der Playoffs in einen Rhythmus zu spielen.

Gleichzeitig ebnet der relativ leichte Spielplan den Sixers den Weg, einen Sprung in der Tabelle zu machen. Die Heat (zu Miami später mehr) auf Platz vier haben nur zwei Spiele Vorsprung, zudem kann Philly auf einen womöglich genesenen Ben Simmons zurückgreifen.

Die Sixers werden entsprechend versuchen wollen, einem Erstrundenmatchup mit den Celtics (die belegen aktuell Platz 3 im Osten) zu umgehen. Als Viert- oder Fünftplatzierter würden aller Voraussicht nacht die Heat oder Pacers in Runde eins warten - in den Conference Semifinals droht in diesem Szenario allerdings ein Duell mit den Milwaukee Bucks.

Das Platzierungs-Rennen im Westen

Trotz der möglichen Aufholjagd der Sixers im Osten, das Rennen um die beste Ausgangslage vor der Postseason in der Western Conference wird wohl nochmal einiges mehr an Spannung bieten. Da ist einerseits natürlich der bereits angesprochene Kampf um den letzten Playoff-Rang, doch auch die Platzierungen davor sind alles andere als in Stein gemeißelt.

Die Denver Nuggets auf Platz 3 trennen gerade einmal vier Spiele von den Dallas Mavericks auf Platz 7, dazwischen liegen die Jazz, Thunder und Rockets fast gleichauf. Die Tabelle und damit die Playoff-Platzierungen werden in den restlichen acht Spielen also nochmal kräftig durcheinander gewirbelt werden.

Was das mit dem Spielplan zu tun hat? Denver hat das wohl härteste Restprogramm (MIA, OKC, SAS, POR, UTAH, LAL, LAC, TOR), der Schwierigkeitsgrad der anderen vier Teams ist als etwas leichter und allesamt auf einem ähnlichen Niveau einzuschätzen. Ein besonderes Augenmerk wird also auf den direkten Duellen liegen, beispielsweise Mavs vs. Rockets, Thunder vs. Jazz oder Nuggets vs. Jazz.

Dallas kann sich im Übrigen ebenfalls als Gewinner bezeichnen, immerhin geht es in vier Partien gegen Teams mit einer negativen Bilanz (2x Suns, Blazers, Kings). Ansonsten warten aber die direkten Konkurrenten Rockets und Jazz und zwei Brocken in den Bucks und Clippers.

Gewinner des Restart-Spielplans: Europäische NBA-Fans

Der enge Zeitplan und die Tatsache, dass alle Spiele zentral an einem Ort gespielt werden, haben für die europäischen Basketball-Fans einen gewaltigen Vorteil: Zahlreiche Spiele starten bereits am frühen Abend zur deutschen Primetime. Ganze 36 von 88 Partien, um genau zu sein.

Fast täglich werden die NBA-Stars im Abendprogramm über die deutschen Bildschirme flimmern, inklusive einiger Kracher. Auch Dennis Schröder, Maxi Kleber und Daniel Theis werden einige Male mit den Thunder, Mavs beziehungsweise Celtics bereits am Mittag Ortszeit im Einsatz sein.

Die Verlierer des Restart-Spielplans

Memphis Grizzlies

  • Bilanz in der bisherigen Saison: 32-33 (Platz 8 in der Western Conference)
  • Die kommenden Gegner: Trail Blazers, Spurs, Pelicans, Jazz, Thunder, Raptors, Celtics, Bucks

und Portland Trail Blazers

  • Bilanz in der bisherigen Saison: 29-37 (Platz 9 in der Western Conference)
  • Die kommenden Gegner: Grizzlies, Celtics, Rockets, Nuggets, Clippers, Sixers, Mavs, Nets

Die Blazers und Grizzlies werden wohl mit der ein oder anderen Sorgenfalte auf den Spielplan der Pelicans schauen. Portland hat ausschließlich Teams auf dem Zettel, die aktuell einen Playoff-Platz belegen.

Als die Saison unterbrochen wurde, waren die Blazers beim Strength of Schedule im Mittelfeld der Liga angesiedelt. Nun haben sie das fünft-härteste Restprogramm. Dazu muss das Team aus Oregon auch noch auf Trevor Ariza verzichten , der freiwillig vom Restart absieht. Immerhin können sie wohl auf die Rückkehrer Jusuf Nurkic und Zach Collins bauen.

Die Grizzlies dagegen hatten ohnehin ein schwieriges Restprogramm vor der Brust, daran hat sich nicht viel geändert. Immerhin darf Memphis darauf hoffen, dass die Top-Teams aus dem Osten gegen Ende der regulären Saison nicht mehr mit voller Kapelle antreten. Außerdem haben die Grizzlies immer noch ihren Vorsprung von dreieinhalb Spielen auf Portland und New Orleans - und einen Vorteil in einem eventuellen Play-In-Turnier, sollten sie Platz 8 halten.

getty © imago images / Jan Huebner

Miami Heat

  • Bilanz in der bisherigen Saison: 41-24 (Platz 4 in der Eastern Conference)
  • Die kommenden Gegner: Nuggets, Raptors, Celtics, Bucks, Suns, Pacers, Thunder, Pacers

Ähnlich hart wie Portland trifft es auch Miami: Der ursprüngliche Spielplan sah für die Heat das 14.-schwerste Restprogramm vor - nun haben sie für den Restart das zweitschwerste aufgebrummt bekommen.

Eigentlich hatte das Team aus dem Süden Floridas die Hoffnung, in den verbleibenden Partien noch die Boston Celtics von Platz 3 zu verdrängen (2,5 Spiele Rückstand). Ziel war es, einem potenziellen Zweitrundenmatchup mit den Bucks zu entkommen. Dies wird nun ein äußerst schwieriges Unterfangen.

Zumal die Celtics einen durchaus machbaren Spielplan haben (Bucks, Blazers, Heat, Nets, Raptors, Magic, Grizzlies, Wizards). So könnte Boston auch noch auf Platz zwei schielen, um die Nets oder Magic in der ersten Playoff-Runde zu bekommen. Die Raptors (Lakers, Heat, Magic, Celtics, Grizzlies, Bucks, Sixers, Nuggets) haben das schwierigste Restprogramm aller 22 Disney-Teams.

NBA: Die aktuellen Tabellen im Westen und Osten

Osten WESTEN
Platz Team Bilanz Platz Team Bilanz
1. Milwaukee Bucks 53-12 1. Los Angeles Lakers 49-14
2. Toronto Raptors 46-18 2. L.A. Clippers 44-20
3. Boston Celtics 43-21 3. Denver Nuggets 43-22
4. Miami Heat 41-24 4. Utah Jazz 41-23
5. Indiana Pacers 39-26 5. Oklahoma City Thunder 40-24
6. Philadelphia 76ers 39-26 6. Houston Rockets 40-24
7. Brooklyn Nets 30-34 7. Dallas Mavericks 40-27
8. Orlando Magic 30-35 8. Memphis Grizzlies 32-33
9. Washington Wizards 24-40 9. Portland Trail Blazers 29-37
10. New Orleans Pelicans 28-36
11. Sacramento Kings 28-36
12. San Antonio Spurs 27-36
13. Phoenix Suns 26-39

Phoenix Suns

  • Bilanz in der bisherigen Saison : 26-39 (Platz 13 in der Western Conference)
  • Die kommenden Gegner: Wizards, Mavs, Clippers, Pacers, Heat, Thunder, Sixers, Mavs

und Washington Wizards

  • Bilanz in der bisherigen Saison: 24-40 (Platz 9 in der Eastern Conference)
  • Die kommenden Gegner: Suns, Nets, Pacers, Sixers, Pelicans, Thunder, Bucks, Celtics

Die Chancen der Suns und Wizards auf die Postseason sind überschaubar, daran ändert auch der Restart-Spieplan nichts. Was aber besonders bitter ist: Phoenix und Washington sind die einzigen beiden Teams, von denen kein einziges Spiel aus der Disney-Bubble im nationalen US-amerikanischen Fernsehen übertragen wird. Immerhin sind beide jeweils einmal auf NBA TV zu sehen.

Am Freitag, den 31. Juli, kommt es sogar zum direkten Duell zwischen den Wizards und Suns. Die Begeisterung für diese Partie wird sich wohl auch trotz monatelanger Trockenzeit für die NBA-Fans in Grenzen halten. Übrigens: Tip-Off der Partie ist um 22 Uhr deutscher Zeit. Das Einschalten via League Pass sollte sich dank Moritz Wagner und Isaac Bonga dennoch lohnen ...

Die Highlights des Restart-Spielplans

Los Angeles Lakers vs. Los Angeles Clippers, Freitag, 31. Juli, 3 Uhr

LeBron James vs. Kawhi Leonard, der erste der Western Conference gegen den zweiten - und das in der Eröffnungsnacht. Muss man noch mehr sagen?

Boston Celtics vs. Milwaukee Bucks, Samstag, 1. August 0.30 Uhr

Weiter geht's am zweiten Spieltag mit einem Top-Duell aus dem Osten. Das erste Spiel von Giannis Antetokounmpo nach dem Restart sollte man ohnehin nicht verpassen, erst recht nicht, wenn es gegen Boston mit Jayson Tatum, Jaylen Brown und Co. geht.

Dallas Mavericks vs. Houston Rockets, Samstag, 1. August, 3 Uhr

Der Auftakt der Mavs zum Disney-Turnier hat es in sich. Mit den Houston Rockets wartet ein direkter Konkurrent im Rangeln um die besten Playoff-Platzierungen, beide Teams werden dieses Spiel unbedingt gewinnen wollen. Dazu Luka Doncic vs. James Harden an einem Wochenende, was will das Basketball-Herz mehr?

Memphis Grizzlies vs. Portland Trail Blazers, Freitag, 31. Juli, 22 Uhr

und Memphis Grizzlies vs. New Orleans Pelicans, Dienstag, 4. August, 0.30 Uhr

Können die Grizzlies in den direkten Duellen mit den Verfolgern ihre Position sichern? Oder machen es die Blazers und Pelicans im Rennen um den letzten Playoff-Platz nochmal spannend? Eine Entscheidung wird es in diesen beiden Spielen noch nicht geben, da Portland und New Orleans in den weiteren Begegnungen ein Play-In-Turnier erzwingen könnten. Spannung ist dennoch garantiert.

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