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Corona bedroht IronmanWie schnell können sich die Eisernen vom Kollaps erholen?

Das Jahr 2020 erweist sich für den Ironman-Konzern als Desaster. Nun fiel das Flaggschiff, die WM auf Hawaii, der Corona-Pandemie zum Opfer. Klagenfurt droht die Absage.

IRONMAN 2018 - Zieleinlauf und Siegerehrung TOP 3 Maenner - Klagenfurt Juni 2018
Wie schnell kann sich der Ironman-Konzern vom Jahr 2020 mit unzähligen Renn-Ausfällen erholen? © Markus Traussnig
 

Ein Ironman ist nur für die Härtesten vorgesehen. Naturgewalten im Wasser oder auf der Straße, die entweder Hitze oder schwere Unwetter während dieses Langdistanz-Triathlons (3,8 km Schwimmen, 180 km Rad, 42,1 km Laufen) enthalten können. Und insgesamt, je nach körperlicher Konstitution, als 17-stündige, permanente Bewegungseinheit den Tag füllt. All diese Faktoren brechen Eiserne nicht. Sehr wohl aber ein global verhasster Virus, der zur Covid-19-Pandemie geführt hatte.

Über 170 Rennen pro Jahr veranstaltet das gleichnamige Unternehmen „Ironman“. Unzählige davon mussten heuer bereits abgesagt werden. Darunter mittlerweile auch das Herzstück des Konzerns: die jährlich stattfindende WM der Eisernen auf Hawaii-Kona. Es ist so etwas wie der Heilige Gral für die Langatmigen unter den Triathleten. Und auch die WM auf der Halbdistanz, die heuer im neuseeländischen Taupo stattfinden hätte sollen, musste auf 2021 verschoben werden. „Aufgrund des Zeitplans, weltweite Reisebeschränkungen und anderer Umstände, die außerhalb unserer Kontrolle liegen, können die Rennen nicht wie geplant durchgeführt werden“, heißt es seitens „Ironman“.

Kärnten Läuft & Graz-Marathon

Frohen Mutes am See, bangen unter dem Uhrturm

Kärnten Läuft“ ist seit Jahren die größte Breitensportveranstaltung am Wörthersee. Der Hauptbewerb führt eigentlich von Velden über 21 Kilometer nach Klagenfurt und aktuell scheint die Austragung 2020 gesichert, wenn auch in neuer Art und Weise. Gelaufen wird mit Start und Ziel beim Wörtherseestadion auf Rundkursen. Insgesamt stehen fünf zeitlich strikt getrennte Bewerbe auf dem Programm – rund 4000 Teilnehmer könnten es dank eines Hygiene- und Sicherheitskonzepts am 22. und 23. August werden. „Die Veranstaltung ist auf Schiene und wir haben mit den Behörden alles abgesprochen“, sagt OK-Chef Michael Kummerer.

Er ist auch für den Graz-Marathon (10./11. Oktober) verantwortlich und ist er nicht ganz so optimistisch. „Zumindest nicht, was den gewohnten Ablauf und die Zahl der Bewerbe betrifft. Die Lockerungen haben keine entscheidende Verbesserung für Sportveranstaltungen gebracht. Aber wir arbeiten mit den Behörden daran, Änderungen abzustimmen, die eine Veranstaltung ermöglichen.“

Damit prescht das börsennotierte Unternehmen in die Offensive und verhindert Spekulationen. „Es ist schwierig, diese Entscheidung im Juli zu treffen, aber sie wird unseren Athleten, Austragungsstädten und Partnern die notwendige Klarheit verschaffen“, meint Boss Andrew Messick. So knallhart die Eisernen in ihrer Entscheidung, so fragil die wirtschaftlichen Strukturen. So tragen das Firmen-Vermögen zu einem großen Teil die abertausenden Athleten mit ihren Teilnahmegebühren. Einschnitte in Folge der Corona-Krise sind also aufgrund der Veranstaltungsausfälle vorprogrammiert.

Mit diesen Entscheidungen zu Hawaii und Utah schwinden auch auf der anderen Seite der Erdkugel die Hoffnungen. Der ehrgeizige Plan, den Ironman Austria in Klagenfurt am 20. September unter allen Umständen durchzuführen, droht zu platzen. Bis spätestens 27. Juli muss diesbezüglich Klarheit herrschen. Als Knackpunkt erweist sich die Vorgabe, dass die im Start-Konzept vorgesehenen 200er-Gruppen während des Rennens nicht durchmischt werden dürfen. De facto unmöglich.

Die Komplexität der Durchführung samt Bürokratie spiegelt sich wider: Insgesamt fünf betroffene Bezirkshauptmannschaften und die Landessanitätsbehörde sowie Exekutive müssten für das Rennen grünes Licht erteilen. Und hier sind mögliche Zuschauer noch gar nicht thematisch inkludiert. Seitens des Landes sei man aber „bemüht, um die Leitveranstaltung, die sich hinsichtlich touristischer, regionaler Wertschöpfung zum Zugpferd entwickelt hat, bis zum bitteren Ende zu kämpfen.“ Ironman stuft die Chancen 50:50 ein. Fraglich, ob das gegen diesen Virus reicht.

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