Wenn man in tennisaffinen Kreisen über die aktive Karriere von Goran Ivanisevic spricht, fallen mit großer Wahrscheinlichkeit zwei Charakterisierungen: Kanonenaufschläger und Heißsporn. Erstere verdankt der Kroate einem Rekord, der bis heute seine Gültigkeit hat: 1477 Asse gelangen dem 193 cm großem Linkshänder innerhalb eines Kalenderjahres. Eine Leistung, die ihm auch den wenig kreativen Spitznamen "Herr der Asse" eintrug. Für zweitere ist eine weit weniger hohe Zahl verantwortlich: Drei Rackets zertrümmerte der damals 29-Jährige im Jahr 2000 beim Turnier von Brighton, was ihn mangels eines weiteren Spielgeräts zur Aufgabe zwang. "Ivanisevic attackierte den Betonplatz wie ein arbeitswütiger Straßenbauer", beschrieb der "Independent" seinerzeit den Tobsuchtsanfall, den der Mann aus Split Jahre später mit einer gehörigen Portion Humor kommentierte: "Wenn jemand so ein Talent hat wie ich, kann er seinen Schläger auf jedem Belag zerstören – ich kann es sogar auf Wasser."
Coach von Novak Djokovic
Goran Ivanisevic: Vom Heißsporn zum Ruhepol
Novak Djokovics Trainer Goran Ivanisevic machte eine bemerkenswerte Wandlung durch.
© APA/AFP/WILLIAM WEST