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Tour de FranceZweitjüngster Sieger, aber es bleiben Zweifel

Mit Sieger Tadej Pogacar und Primoz Roglic prägten zwei Slowenen die Corona-Ausgabe der Tour de France. Aber Zweifel begleiten die Leistungen der Rad-Profis.

Tadej Pogacar © AFP
 

Tadej Pogacar geht als zweitjüngster Sieger der modernen Radsport-Ära in die Annalen der Tour de France ein. Die Stärke des ab Montag 22-jährigen Slowenen bei der verspätet ausgetragenen Corona-Edition der Frankreich-Rundfahrt sorgte für Erstaunen, aber auch einige Zweifel. Schließlich wurden bereits viele ursprüngliche Helden der Tour früher oder später als Dopingsünder entlarvt. Pogacar gewann jedenfalls die 107. Große Schleife.

Bisher hat sich jedoch weder Pogacar, noch sein von ihm am vorletzten Tag mit einer Machtdemonstration im Bergzeitfahren noch vom Thron gestürzter Landsmann Primoz Roglic diesbezüglich etwas zuschulden kommen lassen. Dass Pogacar, der im dominanten Jumbo-Team von mehreren herausragenden Edelhelfern unterstützte Roglic und andere im Lauf der Tour zahlreiche Aufstiegsrekorde unterboten, sollte aber zumindest kritische Fragen an mancher Sonderleistung aufwerfen.

So rieben sich in den vergangenen drei Wochen nicht nur Kommentatoren öfters ungläubig die Augen, selbst gestandene Tourprofis staunten über das enorme Tempo mancher Konkurrenten. Seine Leistungen seien ausschließlich "das Ergebnis harter Arbeit", betonte Pogacar und Roglic ergänzte auf das Doping-Thema angesprochen: "Von meiner Seite aus könnt ihr mir vertrauen. Ich habe nichts zu verstecken."

Vorbelastete im Team

Teile ihres mit ehemaligen oder derzeitigen Betreuern besetzten Umfelds sind durchaus fragwürdig. In Pogacars Emirates-Rennstall sind beispielsweise mit Mauro Gianetti und Matxin Joxean Fernandez zwei einschlägig Vorbelastete als Teamchefs tätig. Damit ist das Team aber nicht alleine, auch in anderen haben nach wie vor überführte oder zumindest an Dopingfällen beteiligte Ex-Profis oder Manager das Sagen.

Im Bezug auf Pogacar könnte das vom nachträglich überführten Langzeit-Tourdominator Lance Armstrong ausgesprochene Sonderlob für dessen Vorstellung im Zeitfahren am Samstag als Warnung dienen. "Das war eine der besten Leistungen, die wir je im Radsport gesehen haben. Absolut unglaublicher Sieg von Pogacar", schrieb Armstrong auf Twitter.

Dem interessierten Beobachter bleibt ohnehin einmal mehr nur die Hoffnung, dass im gesamten Tourfeld sozusagen ausnahmsweise alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Fest steht vorerst aber nur, dass Pogacar in der Endabrechnung der Stärkste war. Nach drei Etappensiegen - wie bei der Vuelta 2019 - sicherte er sich als erster Fahrer der 107-jährigen Tourgeschichte gleichzeitig das Gelbe Trikot des Gesamtbesten, das Bergtrikot und das Weiße des stärksten Jungprofis.

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Danke für Ihr Verständnis.

dieRealität2020
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Aus meiner Sicht. für mich keine Frage, solange man keinen Nachweis für Doping findet, kann ich nicht sagen diese Leistungen sind durch Doping entstanden.

Einerseits gibt es die Gesetze für Doping, nur findet man auch das Material immer? andererseits wird vergessen, dass es auch "normales" Doping gibt. Es gibt da ja den Unterschied zwischen Menschen. Was bei einem Sportler als Doping angesprochen werden kann, wirkt beim anderen nicht zB. Sex um den immer wieder diskutiert wird.
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Ich denke die Feststellung, "möge der Bessere gewinnen" hat sich halt schon lange überholt. Aber auch ohne Gesetze, waren nicht da auch schon manche Sportler gedopt? natürlich mit normalen Dopingmittel.

wjs13
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Mit Physik kann man das recht gut überprüfen

Man kann herausfinden ob die Leistung, z.B. des Bergzeitfahrens überhaupt menschenmöglich ist. So haben sich schon andere "Größen" verdächtig gemacht.
Noch was: Die Dopingjäger hinken den Dopern immer so 1-2 Jahre hinterher und in keiner Sportart wird es so professionell und innovativ wie im Radsport betrieben.

Monolog75
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Blutproben länger als 10 Jahre aufheben!

Dann ist auch die Dopingagentur dazu bereit um Aufzuklären welches Mittel die Jungs so schnell gemacht hat. Selbst im Amateurbereich und auch bei Rennen für Jedermann ist die physische Leistung in den Bewerben nicht immer mit der Qualität und Quantität des Trainings erklärbar!

GanzObjektivGesehen
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Der schnellste gewinnt.

Mein Handballtrainer brachte gerne den Spruch „Fairness is for losers“.
Hart aber wahr....

undhetz
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Der Neid ist ein Luder ...

Leistung hat der Österreicher immer schon skeptisch betrachtet ... eben ein Schnitzel und Gugelhupfland ...

radisoft
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Es haben halt...

... genug Negativbeispiele dafür gesorgt, dass automatisch Zweifel aufkommen, wenn Mal einer schnell ist. Glaubt einfach keiner mehr.

vanhelsing
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Lasst sie doch dopen....

Ist eh ihre Gesundheit und ihr Leben!!

hbratschi
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dass irgendwer solche...

...leistungen ohne doping unmöglich sind, das weiß ohnehin jeder. nichtsdestotrotz unglaublich, was die burschen schaffen, denn man braucht nicht glauben, dass "pulverl schlucken" alleine reicht, um eine rundfahrt zu gewinnen. jeder erwachsene muss sich aber im klaren sein, dass der preis hoch ist. und: FINGER WEG VON DEN KINDERN! als "fertiger" rennfahrer muss man sich dann selbst entscheiden, welchen weg man einschlägt...

scionescio
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@hbratschi: Ich gebe dir absolut Recht ...

... mir tun nur die paar ehrlichen und ungedopten Sportler leid, die auch hart trainieren und trotzdem nur Staffage für die gedopten Stars sind.

hbratschi
2
9
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korrektur

"irgendwer" kann man streichen...🙈😇