Der deutsche Radstar John Degenkolb hatte nach eigener Aussage keinen Kontakt zu dem im Blutdoping-Skandal involvierten Erfurter Arzt Mark S. "Ich kannte ihn nicht. Vom Namen her ist er mir natürlich ein Begriff gewesen, auch wegen der Gerolsteiner-Affäre damals, weil er da auch involviert war", sagte Degenkolb der Deutschen Presse-Agentur am Rande der Radrundfahrt Paris-Nizza.

Die neuerliche Doping-Affäre bezeichnete der frühere Sieger von Mailand-Sanremo und Paris-Roubaix als "großen Schock, nicht nur für mich, sondern für uns alle". Der Skandal sei im Peloton ein Thema. "Es ist schon etwas, worüber man sich unterhält, gerade auch mit den deutschen und den österreichischen Fahrern", ergänzte Degenkolb, der seit geraumer Zeit in Oberursel bei Frankfurt beheimatet ist.

Doping-Netzwerk

Bei einer Razzia war vor gut zwei Wochen während der Nordischen Ski-WM in Seefeld und zeitgleich in Thüringen ein mutmaßliches Doping-Netzwerk um den Erfurter Arzt Mark S. ausgehoben worden. Der Mediziner soll zahlreiche Sportler versorgt haben. Bisher sind acht Athleten involviert, darunter auch die österreichischen Radprofis Stefan Denifl und Georg Preidler. Anhand der Zahl von gefundenen Blutbeuteln in Erfurt werden weitere Fälle erwartet.

"Das ist immer schlecht, egal welche Sportart es betrifft. Man sieht ja auch, dass es Sportart-übergreifend ist und dass dann solche Leute versuchen, ihr Unwesen, nicht nur in einer Sportart zu treiben, sondern überall irgendwelche Leute einfangen. Das ist schon erschreckend", betonte Degenkolb.