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MarathonKipchoge pulverisierte Weltrekord in Berlin in 2:01:39

Eliud Kipchoge hatte den Marathon-Weltrekord schon lange in den Beinen - in Berlin knackte ihn der Kenianer am Sonntag im dritten Anlauf nach 2015 und 2017.

45. Berlin-Marathon
Eliud Kipchoge © APA/dpa/Soeren Stache
 

Der Kenianer Eliud Kipchoge ist am Sonntag in eine neue Marathon-Dimension vorgedrungen. Der 33-Jährige markierte in Berlin in 2:01:39 Stunden einen neuen Fabel-Weltrekord. Der Olympiasieger war damit nicht nur 1:18 Minuten schneller als sein Landsmann Dennis Kimetto bei der bisherigen Weltbestzeit. Er ist auch der erste Läufer, der die klassischen 42,195 Kilometer unter 2:02 Stunden absolvierte.

"Ich war perfekt vorbereitet und wollte nur mein Rennen laufen. Nun bin ich unendlich dankbar und glücklich", sagte Kipchoge in einer ersten Reaktion. Es war sein dritter Anlauf, in der deutschen Hauptstadt den Weltrekord zu knacken. Seit 2002 ist kein Männer-Weltrekord mehr woanders als in Berlin gelaufen worden. Kimetto hatte die Strecke auf dem gleichen Kurs dort vor vier Jahren in 2:02:57 bewältigt.

Achter Rekord in 20 Jahren

Kipchoge sorgte bei der 45. Auflage des Marathon-Klassikers in Berlin bereits für den achten Männer-Weltrekord der vergangenen 20 Jahre. Zum vierten Mal in Serie gelang ein solcher einem Läufer aus dem kenianischen Hochland - nach Patrick Makau (2011), Wilson Kipsang (2013) und Kimetto (2014) schaffte es nun Kipchoge. Sein zweitplatzierter Landsmann Amos Kipruto verlor in 2:06:23 Std. bereits fast fünf Minuten. Ex-Weltrekordler Kipsang wurde in 2:06:48 Dritter.

Neben einem stattlichen Antrittsgeld darf sich Kipchoge, durch den Sport ohnehin schon Millionär, über eine satte Prämie von insgesamt 120.000 Euro freuen: 50.000 Euro für den Weltrekord, 40.000 für den Berlin-Sieg und 30.000 Euro zusätzlich als Bonus für seine Zeit unter 2:04 Stunden. Zweimal war er zuvor in Berlin beim Angriff auf Kimettos Zeit gescheitert. 2015 bremsten ihn nicht optimal sitzende Laufschuhe, im Vorjahr verhinderten Regen und Wind die Krönung - dennoch fehlten damals nur 35 Sekunden zum Weltrekord.

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© AP

2018 waren die Bedingungen vor allem in der Anfangsphase perfekt. Im Windschatten seiner anfangs drei Pacemaker schlug Kipchoge sofort ein Höllentempo an und hatte schon nach fünf Kilometern einen Vorsprung von neun Sekunden auf Verfolger Kipsang. Die Halbmarathon-Marke passierte Kipchoge in 61:06 Minuten - da war er schon 39 Sekunden schneller als Kimetto bei seinem Rekord-Rennen. Während Kipchoge weiter auf die Tube drückte, brach Kipsang bei Kilometer 25 ein.

Kipchoge, der mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Eldoret lebt, hat den Marathon sogar schon einmal in 2:00:25 Stunden abgespult - allerdings unter Laborbedingungen. Bei dem Projekt "Breaking2" des Sportartikelherstellers Nike lief er am 6. Mai 2017 auf dem Formel-1-Kurs in Monza zwar die schnellste Zeit überhaupt, der Leichtathletik-Weltverband (IAAF) erkannte sie aber nicht als Weltrekord an - unter anderem deshalb, weil bei dem Nachtrennen in jeder Runde die Tempomacher ausgewechselt wurden.

 

Die Weltrekord-Entwicklung im Männer-Marathon seit 1969

2:08:33 Std. Derek Clayton (AUS) Antwerpen 30.05.1969
2:08:18 Robert de Castella (AUS) Fukuoka 06.12.1981
2:08:05 Steve Jones (GBR) Chicago 21.10.1984
2:07:12 Carlos Lopes (POR) Rotterdam 20.04.1985
2:06:50 Belayneh Densimo (ETH) Rotterdam 17.04.1988
2:06:05 Ronaldo da Costa (BRA) Berlin 20.09.1998
2:05:42 Khalid Khannouchi (MAR) Chicago 24.10.1999
2:05:38 Khalid Khannouchi (MAR) London 14.04.2002
2:04:55 Paul Tergat (KEN) Berlin 28.09.2003
2:04:26 Haile Gebrselassie (ETH) Berlin 30.09.2007
2:03:59 Haile Gebrselassie Berlin 28.09.2008
2:03:38 Patrick Makau (KEN) Berlin 25.09.2011
2:03:23 Wilson Kipsang (KEN) Berlin 29.09.2013
2:02:57 Dennis Kimetto (KEN) Berlin 28.09.2014
2:01:39 Eliud Kipchoge (KEN) Berlin 16.09.2018

 

Anm.: Geoffrey Mutai (KEN) lief am 18. April 2011 in Boston 2:03:02
Stunden. Die Zeit wurde wegen zu starken Gefälles und Rückenwindes
aber nicht als Weltrekord anerkannt

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