Das Skigebiet vor der Haustür, quasi der Hausberg des Landesskiverbandes Kärnten in diesen Tagen, der Mölltaler Gletscher hat noch bis Mitte November geschlossen. Das trifft vor allem die Burschen und Mädchen in den LSVK-Kadern alpin, Snowboard und Freestyle hart. "Wir müssen heuer zum Training auf das Kitzsteinhorn oder auf den Rettenbachferner nach Sölden fahren, das ist für unsere Kadermitglieder schwierig, aber noch schlimmer für die Vereine im Land", weiß LSVK-Alpinreferent Andi Kristan. Obwohl dadurch die Spritkosten steigen, die Quartiere teurer geworden sind, "geht es sich heuer mit dem Elternbeitrag noch aus, müssen wir ihn nicht erhöhen".

Für die Snowboarder und Freestyler gilt das nicht, wie LSVk-Referentin Anja Ebner bestätigt: "Da der Mölltaler ausfällt, mussten wir schon für das erste Training den Elternbeitrag erhöhen, da wir gezwungen sind, weite Strecken zurückzulegen, um Schnee zu finden." Trotzdem steigt die Gesamtzahl der Aktiven an. "Im Snowboard kommen wieder mehr Kinder, aber die brauchen wird dringend, weil durch Corona die Gesamtzahl an Aktiven weniger geworden ist. Nun planen wir Initiativen, die Kids wieder zurück zu unserem Sport zu bringen", sagt Ebner. Im kommenden Winter gibt es erstmals einen Freestyle-Landescup. "Das erste Rennen dazu wird Anfang Jänner ausgetragen. Die alpinen Boarder starten Mitte Jänner mit dem Europacup auf der Simonhöhe."

Recht entspannt blickt der Referent für Sprunglauf und Nordische Kombination, Franz Wiegele jun. dem Winter entgegen: "Da bei uns das Material nicht wirklich teurer geworden ist, gibt es auch keine Einbußen oder Erhöhungen. Wir wollen versuchen, in der Villacher Alpenarena alle Schanzen in Betrieb zu setzen. Das sollte gelingen, da immer mehr Nationen ihre Wettkämpfe in Villach austragen wollen. Im Winter kommen sogar deutsche Veranstalter mit ihren Bewerben zu uns." Einzig das Nachttraining steht noch nicht fest. "Da müssen wir noch ausreden, was möglich ist", sagt Wiegele, der sich freut, dass "Kinder und Eltern wieder vermehrt zu uns kommen". Auf eines weißt Wiegele noch hin: "Bei den Kinderbewerben ist die Anzahl der Verletzungen wesentlich geringer als im Fußball."

Die gestiegenen Fahrtkosten sind auch für die Langläufer und Biathleten ein Problem. "Wir müssen zum Teil auf die Eltern zurückgreifen, versuchen alles ganz normal durchzuziehen", erklärt LSVK-Referatsleiter Andreas Lindner. Er hat mit seinem Team "sieben Landescups und drei No-Boarders-Bewerbe geplant. Wir hoffen auf eine hohe Teilnehmerzahl". Sehr erfreulich ist für ihn die "Entwicklung beim Nachwuchs. Langlauf boomt, die Eltern bringen ihre Kinder. Einziger Wermutstropfen - es steht bei vielen nicht der Wettkampf im Vordergrund, sondern nur der Spaß an der Bewegung, was aber auch etwas wert ist. Und vielleicht bleibt doch das eine oder andere Mädchen, der eine oder andere Bub hängen".

Schon seit Wochen voll im Training sind die Skibergsteiger. "Wir haben mit dem Nationalteam schon 30 Schneetage in den Beinen, waren schon zwei Mal auf dem Dachstein. Da es da keine Skifahrer mehr gibt, gehört uns der Berg alleine", freut sich Heinz Verbnjak, LSVK-Referatsleiter und ÖSV-Nationaltrainer. "In Kärnten steigen die Vertical-Landesmeisterschaften wieder am Dreiländereck. Die Teuerung trifft sein Referat nicht: "Wir brauchen nur Schnee, keine Lifte."