UruguayDer Traumsturm Suarez/Cavani soll es richten

Der heimliche Favorit der Gruppe A ist sehr von der Laune der beiden Superstürmer Luis Suarez und Edinson Cavani abhängig. Vor allem Suarez will nach seiner Beißattacke bei der vorangegangenen WM viel gutmachen.

Suarez
Suarez © APA/AFP/MIGUEL ROJO
 

Uruguay zählt zwar nicht einmal 3,5 Millionen Einwohner, aber mit zwei WM-Titeln und insgesamt fünf -Halbfinal-Teilnahmen zu den großen Fußball-Nationen. In Russland ist der Copa-America-Rekordsieger nun schon zum 13. Mal bei einer Endrunde dabei und trifft in der Gruppe A auf die Außenseiter Ägypten und Saudi-Arabien sowie das Gastgeber-Team. Der erneute Achtelfinaleinzug ist somit Pflicht.

Nach der verpassten Qualifikation für die WM 2006 übernahm Oscar Tabarez das Traineramt und ist nun der längstdienende sowie älteste Teamchef der WM in Russland. Der mittlerweile 71-Jährige führte "La Celeste" (Die Himmelblaue) wieder in die Erfolgsspur. So kam 2010 erst mit dem 2:3 im WM-Halbfinale gegen die Niederlande das Aus. Ein Jahr später gewann Uruguay dann zum 15. und bisher letzten Mal die Copa America.

Traumsturm für "La Celeste"

Vor vier Jahren setzte es zwar eine 1:3-Auftaktniederlage gegen das Sensationsteam aus Costa Rica, doch mit Siegen über England (2:1) und Italien (1:0) glückte dennoch der Vorstoß ins Achtelfinale, in dem mit dem 0:2 gegen Kolumbien das Aus kam. Vor allem das Spiel gegen die Italiener war damals wegen der Beißattacke von Superstar Luis Suarez monatelang in aller Munde. Der Torjäger hatte seinen Gegenspieler Giorgio Chiellini in die Schulter gebissen.

Suarez wurde deshalb für neun Pflicht-Länderspiele sowie vier Monate für alle Fußball-Aktivitäten gesperrt. Erst Ende März 2016 durfte der Barcelona-Angreifer wieder für das Nationalteam auflaufen. Tabarez, der diese Sanktion mehrmals als "völlig überzogen" kritisiert hatte, stand aber stets zu seinem Rekordtorschützen Suarez, der gemeinsam mit Paris-Saint-Germain-Star Edison Cavani den Traumsturm der "Urus" bildet.

Uruguay

Hauptstadt: Montevideo
Einwohner: 3,444 Mio.
Verband: Asociacion Uruguaya de Futbol (AUF), gegründet 1900
Teamchef: Oscar Tabarez (seit Februar 2006)
Bekannteste Spieler: Luis Suarez (FC Barcelona), Edinson Cavani (Paris St. Germain), Diego Godin, Jose Gimenez (beide Atletico Madrid), Maxi Pereira (FC Porto)
FIFA-Weltrangliste: 17. (Stand 17. Mai)
Dressen: Himmelblau-Schwarz
Weg zur WM: als Zweiter der Südamerika-Quali qualifiziert
WM-Teilnahmen (inkl. 2018): 13 (1930, 1950, 1954, 1962, 1966, 1970, 1974, 1986, 1990, 2002, 2010, 2014, 2018)
Größte Erfolge: zweifacher Weltmeister (1930 und 1950), 15-facher Copa-America-Sieger (Rekord/zuletzt 2011), Olympiasieger 1924, 1928

Aber auch das Abwehrzentrum mit dem Atletico-Madrid-Duo Diego Godin und Jose Gimenez besitzt Weltklasse-Format und ist es gewohnt, gegen Ausnahmekönner wie Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo zu spielen. "Wir sind aber kein Superteam", pflegt der ehemalige Lehrer Tabarez trotzdem stets das Understatement, um die Erwartungshaltung klein zu halten, droht doch Uruguay bereits im Achtelfinale ein Duell mit Europameister Portugal oder Ex-Weltmeister Spanien.

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