Teamchef Franco Foda verrätDie EM-Startelf steht beim ÖFB-Team beinahe fest

Die Reaktionen nach dem 0:0 des ÖFB-Nationalteams gegen die Slowakei. Zwei bis drei Stellen sind für den Euro-Start noch zu vergeben. Selbstkritische Spieler klagten über Hitze. Daniel Bachmann ist glücklich.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Das ÖFB-Team
Das ÖFB-Team © APA/HERBERT NEUBAUER
 

Franco Foda muss sich natürlich mit den Erkenntnissen aus den beiden Testspielen gegen England und die Slowakei auseinandersetzen. Aber der Trainer von Österreichs Nationalmannschaft blickt auch schon nach vorne und dies durchaus frohen Mutes. „Wir haben im Stadion eine gute Stimmung erlebt und ich glaube, sie wird von Tag zu Tag besser werden.“ is Österreich am Sonntag zum EM-Auftakt auf Nordmazedonien trifft. Der Teamchef hat nach den beiden Partien seine Euro-Startelf „bis auf zwei, drei Positionen“ im Kopf, wie er meinte. Ein bisschen Konkurrenzkampf muss schon sein. „Sie haben eineinhalb Tage Zeit, Kraft zu tanken. Die Trainingswoche wird dann noch entscheidend sein“, versucht Foda seine Kaderleute zu motivieren, dass sich jeder Hoffnungen machen darf. „Wir brauchen bei so einem Turnier alle Spieler.“

Der Nationaltrainer musste eingestehen, dass für sein Team gegen die Slowakei nicht alles wunschgemäß verlaufen sei. „Wir wollten das Spiel gewinnen, es wurde leider nur ein 0:0. In der ersten Hälfte hat uns etwas das Tempo nach vorne gefehlt, wir hatten zu wenig Tiefgang und waren beim Abschluss zu unentschlossen“, meinte Foda, der sich auch bewusst war, dass ein Gegentreffer leicht hätte passieren können. „Wir hatten auch Glück, nicht in Rückstand geraten zu sein. Nächste Woche wird uns ein ähnliches Spiel erwarten. Da müssen wir klarer sein und dürfen uns nicht solche Abspielfehler leisten.“

Österreich - Slowakei 0:0: Die Leistung der ÖFB-Spieler in der Einzelkritik

Daniel Bachmann 4

Der Watford-Legionär ging abermals mit breiter Brust zu Werke. Er hatte mehr zu tun, als ihm lieb war, meisterte aber alle Prüfungen bravourös. Ein Tormann, auf den man sich verlassen kann.

APA/HANS PUNZ

Christopher Trimmel 2

Zeigte wenig von seinem Offensivdrang, seine gewöhnlich guten Flanken brachte er nur einmal nach einem Eckball. Spielte ohne Druck einen Fehlpass, der zu einer Großchance der Slowaken führte.

APA/HANS PUNZ

Philipp Lienhart 3

Spielte unauffällig, was für einen Innenverteidiger selten eine schlechte Eigenschaft ist. Überließ den Spielaufbau aber meist seinen Kollegen Martin Hinteregger oder David Alaba.

APA/HERBERT NEUBAUER

Martin Hinteregger 3

In der Spieleröffnung gewohnt stark, spielte eine Superflanke auf Marko Arnautovic. Hatte defensiv aber wieder Probleme
im Stellungsspiel und in der Zweikampfführung.

GEPA pictures

Andreas Ulmer 2

Hatte defensiv seine Mühe und bringt im Nationalteam seinen Offensivdrang nicht zur Geltung. Besetzte teilweise gemeinsam mit dem Flügelspieler die Spur. Kommunikationsprobleme?

GEPA pictures

Florian Grillitsch 3

Gewohnt passsicher hatte der Hoffenheim-Legionär die eine oder andere gute Idee auf dem Fuß. Hatte wie Arnautovic Pech, dass sein Weitschuss nur an die Stange ging.

GEPA pictures

David Alaba 3

War besser als zuletzt im Nationalteam.Forderte Bälle und verteilte sie gleich wieder. Ließ in der ersten Spielhälfte eine
Abschlusschance ungenützt, weil er zögerte und nicht schoss.

AP

Valentino Lazaro 2

Der schwächsteSpieler im ÖFB-Trikot. Konnte offensiv für keine Akzente sorgen und war defensiv auch selten Unterstützung. Einfach kein guter Tag, Lazaro kann viel mehr.

GEPA pictures

Marcel Sabitzer 2

Der Spielmacher kann im Nationalteam selten seine Leipzig-Form abrufen. Auch gegen die Slowakei nicht. Es fehlte Spielwitz. Das Bemühen kann man Sabitzer nicht absprechen.

AP

Christoph Baumgartner 3

Probierte viel – aber es gelang wenig. War in der ersten Hälfte
einer von wenigen, der in 1-gegen-1-Duelle ging. Sorgte mit einem energischen Vorstoß für Gefahr. Ihm fehlte etwas die Kraft.

AP

Sasa Kalajdzic 3

Der Stuttgart-Stürmer schont weder sich noch seinen Gegenspieler – auch gegen die Slowakei. Er sorgte aber für weniger Torgefahr als in seinen bisherigen Auftritten im Nationalteam.

AFP
1/11

Groß war die Freude naturgemäß beim neuen Einser-Tormann Daniel Bachmann. „Es ist unglaublich, wie es gelaufen ist, aber ich habe immer an mich geglaubt.“ Mit Druck könne er bestens umgehen. „Da wird man noch besser, noch schärfer, noch aggressiver. Und es gibt nichts Geileres, als bei einem großen Turnier zu spielen“, betonte der Watford-Legionär. Die Feldspieler zeigten sich nach dem 0:0 auch durchaus selbstkritisch. „Wir wollten unbedingt gewinnen, schnell spielen, viele Chancen kreieren, aber wir waren manchmal etwas unkonzentriert, haben auch einiges zugelassen“, meinte etwa Sasa Kalajdzic. Andere wiederum wurden von den nach etlichen Kältetagen ungewohnt hohen Temperaturen überrascht. „Ich hatte Probleme mit der Hitze“, erklärte Christoph Baumgartner, der auch auf die mangelnde Chancenverwertung einging. „Das Thema wird uns diese Woche begleiten, aber nach dem Spiel gegen Nordmazedonien wird es vom Tisch sein“, sagte der 21-Jährige zuversichtlich.

Auch Marko Arnautovic spürte die Wärme. „Mit der Luft war es ein Problem. Es war sehr heiß. Wenn man drei Wochen nur trainiert, nicht spielt, bleibt die Luft weg. Aber vom Muskel her war es kein Problem“, sagte der Rückkehrer und meinte zu seinem Auftritt: „Mein Job ist es nicht einfach, auf dem Platz zu stehen, sondern alles zu geben und Tore zu machen, das hat leider nicht geklappt. Es waren genug Chancen da.“

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.

fersler
1
2
Lesenswert?

es

ist eigentlich davon auszugehen, dass für die Slowakei die gleichen Temperaturen geherrscht haben. 'Ausred verloss mi net'.

Windstille
2
10
Lesenswert?

Foda?

Dieser Trainer schickt eine Woche vor EM-Beginn eine Elf ins Spiel, die so nie mehr spielen wird. Von den Spielerwechseln gar nicht zu sprechen ... Das soll einmal wer verstehen! Ein letzter Test sollte eigentlich dazu da sein, die stärkste Besetzung Selbstvertrauen tanken zu lassen - das war mit dieser Aufstellung von vornherein nicht möglich. Aber die Kritik am Trainer muss sich bei dessen Vergangenheit in dieser Tageszeitung natürlich in Grenzen halten ...

Gotti1958
4
11
Lesenswert?

Stille

Die nächste Mutation ist auf dem Weg. Aus 9 Millionen Virologen werden 9 Millionen Trainer.

Windstille
1
3
Lesenswert?

Toller Kommentar!

Wirklich gelacht - einzig den Euro für das Phrasenschwein haben´s vergessen. UND: Ich glaube, Trainer sind uns allen bei weitem lieber anstelle der Virologen und dieser Pandemie.

gruherb
2
3
Lesenswert?

😀

Super Kommentar, sie haben mich zum Lachen gebracht, Danke