Peter Hrstic wird 60Vom Scharfschützen zum „Entwicklungshelfer“

Peter Hrstic, der ehemalige Kärntner Kultkicker, feiert heute seinen 60. Geburtstag. Der Ball bestimmt großteils sein Leben.

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Peter Hristic 2004 als Trainer von Spittal © KK
 

Wegen seiner außergewöhnlichen Schusskraft, die der Klagenfurter häufig auch von der Mittellinie aus demonstrierte, wurde er nicht nur bei Rapid „Bumm-Bumm-Peter“ gerufen. Dabei war der für seine Distanzschüsse gefürchtete Mitteldfeldspieler nicht unbedingt ein muskulöser Typ. „Es war reine Technik, ich habe dafür viel geübt“, erzählt der Vater von Niko, der ihn vor einigen Monaten zum stolzen Großvater gemacht hat. In Waidmannsdorf, in einer sportlichen Familie aufgewachsen, lernte der mittlere der drei Hrstic-Brüder (neben Davor und Josef) das Fußballspielen logischerweise bei der Austria unter den schon verstorbenen Nachwuchstrainern Koren und Filzwieser. 1985, nachdem er sich bei der Austria ins Rampenlicht gespielt hatte, holte ihn Otto Baric zu Rapid, wo er drei Jahre in der legendären Hütteldorfer Mannschaft mit Panenka, Lainer, Konsel, Kranjcar, Krankl und Konsorten kickte.

Klar, dass er auch im Finale des Europacups gegen Everton (1:3) dabei war. 1988 wechselte er zu Swaroski Tirol, wo er es mit dem legendären Ernst Happel als Trainer zu tun hatte. „Baric, dann Happel - was Besseres kann einem jungen Fußballer nicht passieren“, schwärmt er heute noch von diesen Legenden der Branche. Auf seiner fußballerischen Österreich-Tour ging es für die Offensivkraft dann nach Salzburg zur Austria.Wie sieht Hrstic den Profi-Fußballer von vorgestern und heute? „Wir waren nicht so gläsern und haben im Vergleich Peanuts verdient,“ erläuert er kurz und bündig.

Aller guten Dinge, sagt der Volksmund, sind Drei. Bei Hrstic und seiner Karriere trifft das tatsächlich zu. Der Kärntner wurde drei Mal österreichischer Meister, feierte drei Cupsiege und absolvierte für Österreich drei Länderspiele. Dabei hätte er keines verloren (0:0 gegen Holland, 2:2 gegen Schweiz) und beim 5:1 gegen Zypern trug er sich auch in die Torschützenliste ein. „So gesehen“,schmunzelt er, „bin ich ich wahrscheinlich einer der erfolgreichsten Teamspieler“.

Zur Person

Peter Hrstic

Geboren: 24. September 1961 in Klagenfurt
Familie: verheiratet mit Silvia (seit 33 Jahren), Sohn Niko, Enkel Jakob

Stammklub: Austria Klagenfurt
Bundesligavereine: Austria Klagenfurt, Rapid, Swarovski Innsbruck, Austria Salzburg

Karriere: dreifacher ÖFB-Meister, dreifacher Cupsieger, drei Länderspiele (ein Tor)
derzeitiger Job: Individual-Trainer

 


Nach der Rückkehr nach Kärnten war die Regionalliga sein bevorzugtes Spielfeld. Hrstic, mit der UEFA-A-Lizenz ausgestattet, arbeitete als Trainer, Co-Trainer und Sportdirektor. Vor etlichen Jahren hatte er eine Marktlücke entdeckt,machte sich als Individualtrainer quasi selbstständig. Sein bekanntester Kunde war Paul Scharner, als der bei Wigan Athletics in der englischen Premiere-League tätig war. Damals ging es für Hrstic regelmäßig nach England, um mit Scharner zusätzlich zu üben.

Die Auswahl seiner Klienten heute reicht vom zehnjährigen Nachwuchskicker bis zum deutschen Profi. „Die kommen einmal oder auch öfters in der Woche zu mir“, klärt der „Entwicklungshelfer“ in Sachen Fußball auf. Denn: Um besser zu werden, müsse jeder Fußballer heute Zusatz-Trainingsschichten schieben. Hrstic verweist auf den Unterschied zwischen einem Mannschafts- und seinem Individaltrainung: „Bei mit hat einer um die 1000 Ballkontakte pro Einheit, beim Verein höchstens 200.“ Das Training und der Fußball halten den Neo-60er jung. Tatsächlich spielt das Runde bei Peter Hrstic eine Schlüsselrolle: „Mein Leben neben der Familie ist Fußball,“ sagt er selbst.

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