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Erste Liga

Warum Arimany kein Torero sein will

Sergi Arimany ist Katalane, Stürmer, Torjäger und offenbar ein Glücksgriff für den KSV. Warum man ihn trotzdem nicht als "Torero" bezeichnen sollte. Christoph Heigl erzählte er, was er sich sonst so denkt.

SOCCER - OEFB Cup, Allerheiligen vs Kapfenberg
Sergi Arimany © GEPA pictures
 

Gleich zu Beginn eine freundliche Warnung: Sollten Sie jemals Sergi Arimany anreden, unterdrücken Sie bitte den aufgelegten Wortwitz, den spanischen Torjäger scherzhaft als "Torero" begrüßen zu wollen. Das ist für ihn ein rotes Tuch, eine Beleidigung sondergleichen. Denn Arimany stammt aus Katalonien. Und dort ist der Stierkampf verpönt und verboten.

 

Mit dem stolzen Spanier - viel besser: Katalanen - aus Girona scheint dem KSV ein Goldgriff gelungen zu sein. Mit insgesamt vier Toren in bislang fünf Spielen hat sich der Mittelstürmer aus der vierthöchsten spanischen Spielklasse ("Tercera Division") schnell etabliert und Kapfenberg überraschend an die Tabellenspitze der Ersten Liga geschossen. Viel ist über den sympathischen Typen mit Vollbart und Kultfrisur nicht bekannt. Höchste Zeit, ihm auf den Zahn zu fühlen.

Sergi Arimany über . . .
. . . Österreich: "Ich muss gestehen, dass ich nicht viel über das Land und die Liga wusste. Am Samstag hat mein Manager gesagt, er hätte Kontakt zu Österreich, und am Montag saß ich schon im Flieger. Ich habe nur eine kleine Tasche gepackt (lacht) - und jetzt nach sieben Wochen habe ich immer noch nicht mehr."

. . . Kapfenberg: "Eine kleine Stadt, das Stadion liegt sehr zentral und ist für mich wie mein Wohnzimmer. Ich fühle mich sehr wohl. Alle im Klub waren schon beim Probetraining unglaublich nett zu mir. So ein Team habe ich noch nie erlebt! Ein Transfer ins Ausland zu einem Profiklub war mein Traum, und ich hätte es nicht besser erwischen können."

. . . die vierthöchste Spielklasse in Spanien: "Es gibt gute Spieler, aber die Klubs haben kein Geld und schlechte Infrastruktur. Ein paar wenige können vom Fußball leben. Ich bin eigentlich Turnlehrer und habe in der Nachmittagsbetreuung mit Volksschulkindern gearbeitet. Trainiert wurde drei Mal in der Woche um 20 Uhr. Das war mir zu wenig. Ich bin ehrgeizig, ich will mein Potenzial zu 100 Prozent ausreizen, ich will explodieren. Und dazu brauche ich einen Profiklub wie Kapfenberg."

. . . über seine Familie: "Ich bin ein Familienmensch. Heute kommen erstmals meine Mama und meine älteren Schwestern Gisela und Mireia zum Spiel gegen St. Pölten. Mein Vater zu Hause lebt auf einem Bauernhof, wir haben Hunde, Pferde, einfach irrsinnig viele Tiere (lacht). Das ist wie ein Zoo."

. . . über den FC Barcelona: "Der beste Klub der Welt."

. . . über Pep Guardiola: "Er ist Katalane wie ich und der beste Trainer der Welt, mit seiner Leidenschaft ein Vorbild für alle. Es sollte mehr Menschen wie ihn geben. Er hört jedem zu."

. . . seine Vorbilder: "Mir gefällt Didier Drogba, er hat eine Topeinstellung, er spielt immer für die Mannschaft. Ibrahimovic oder Ronaldo spielen nur für sich und schießen Tore nur für sich."

. . . über Arimany-Tore: "Ich will wie Drogba sein, ich schieße Tore nicht für die Zeitungsschlagzeilen, sondern für das Team. In Kapfenberg sind wir 20 Spieler, beim Training mit den Jungen sogar 30. Ich bin nicht wichtig."

. . . seinen "Zwilling" Andreas Lasnik: "Andi ist ein unglaublicher Fußballer mit super Einstellung, er ist unser Capitán. Dass er heute wegen des Ausschlusses fehlt, tut uns weh. Drei Spiele Sperre sind viel zu hart. Aber alle Spieler sind stark und intelligent."

. . . über die Fans: "Ich hoffe, dass heute viele zum Spiel kommen. Die Leute müssen wissen: Wir machen einen besseren Job, wenn uns viele anfeuern."

CHRISTOPH HEIGL

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