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Nach Skandal-DerbyRapid-Präsident Krammer garantiert Stadionverbote

Nach dem Skandalderby in Wien garantiert Rapid-Präsident Michael Krammer Stadionverbote und Regressforderungen an die Identifizierten. Um 15 Uhr tritt er mit einer Stellungnahme vor die Medien.

FUSSBALL TIPICO BUNDESLIGA: SK RAPID WIEN - FK AUSTRIA WIEN
© APA/HERBERT NEUBAUER
 

Dass es um die Lernfähigkeit gewisser Rapid-Fans nicht allzu gut bestellt ist, haben die Ereignisse beim 1:1 im 325. Wiener Fußball-Derby eindrucksvoll bewiesen. Wie schon vor einem halben Jahr stand auch am Sonntag das Duell mit der Austria im Allianz Stadion kurz vor dem Abbruch, weil Besucher der "Block West"-Tribüne Spieler der "Veilchen" mit zahlreichen Gegenständen bewarfen.

Diesmal dürften die Hütteldorfer allerdings nicht so glimpflich davonkommen wie im August 2017, als die Bundesliga eine Geldstrafe von 30.000 Euro verhängte. Nicht nur die Pönale dürfte höher ausfallen - die möglichen Sanktionen sehen auch eine Stadion- oder Stadion-Sektor-Sperren vor. Die Bundesliga war am (heutigen) Montag bereits mit der Auswertung der Vorfälle beschäftigt, eine Entscheidung des zuständigen Senats 1 wird aber erst für den kommenden Montag erwartet.

Bei Rapid rechnet man mit harten Strafen. "Das wird teuer", sagte Club-Präsident Michael Krammer dem "Kurier" (Montag-Ausgabe) und kündigte Regressforderungen gegenüber den Randalierern an, die durch die Videoauswertung identifiziert werden sollen. Im Gegensatz zu den Vorfällen im vergangenen Sommer werde es diesmal auch Stadionverbote geben. "Dafür garantiere ich", erklärte Krammer. Um 15 Uhr wird der Rapid-Präsident sich im Rahmen einer Pressekonferenz zum Thema äußern.

 

Gezielte Strafen für Rapid-Fans nach Derby-Ausschreitungen

Unmittelbar nach dem Spiel hatten weder der Präsident noch Wirtschafts-Geschäftsführer Christoph Peschek Stellungnahmen zu den Vorfällen abgegeben. Dafür gab es unglückliche Wortmeldungen aus der sportlichen Abteilung. So sprach etwa Trainer Goran Djuricin im Zusammenhang mit den Attacken auf Raphael Holzhauser davon, dass sich Rapid-Fans nicht provozieren lassen dürften - obwohl der Austria-Kapitän keinerlei Provokationen vom Stapel ließ.

Rapid-Torschütze Dejan Ljubicic stellte nach dem Schlusspfiff die Theorie auf, wonach nichts passiert wäre, hätte Holzhauser den Eckball schneller ausgeführt. Einige Stunden später nahm der Mittelfeldspieler nach Ansicht der TV-Bilder diese Aussage "mit Bedauern" zurück.

Holzhauser wurde bereits in der vierten Minute im Bereich der Cornerfahne mit Gegenständen - darunter Feuerzeuge und kleine Schnapsflaschen - beworfen. Ein Treffer bescherte dem früher im Rapid-Nachwuchs engagierten 24-Jährigen eine blutende Wunde im Bereich des Schlüsselbeins. "Aber dass ich abtrete, war kein Thema", sagte Holzhauser.

Drei-Stufen-Plan

Dadurch wurde laut Schiedsrichter Rene Eisner ein Spielabbruch vermieden. "Hätte er mir gesagt, dass er nicht weiterspielen kann, hätte ich abgebrochen", erklärte der Unparteiische. So kam es zur Anwendung des "Drei-Stufen-Plans": Nach den ersten Vorfällen in der vierten Minute gab es eine Stadion-Durchsage. Als Holzhauser und Felipe Pires in der 26. Minute neuerlich zu Zielscheiben wurden, schickte Eisner die Mannschaften für einige Minuten in die Kabine. Ein weiterer Vorfall hätte den Abbruch bedeutet.

 

Am Montag schrieb Holzhauser auf Facebook: "Ich als Spieler möchte mich wie jeder andere in seinem Beruf sicher fühlen und erwarte entsprechende Maßnahmen von den Vereinen und der Bundesliga. Ich habe gestern durch mein Weiterspielen ein Zeichen für Fairness gesetzt und habe mir einmal mehr nicht den Spaß am Spiel nehmen lassen. Ich kämpfe für die Austria und mein Team und bedanke mich bei allen Fans die diese Art von Gewalt nicht tolerieren. DERBY ist Hass Emotionen und alles was dazu gehört aber sobald Gewalt im Spiel ist sollten wir uns alle distanzieren."

Lob für Holzhauser gab es von Trainer Thorsten Fink. "Er hat sich vorbildlich verhalten. Es ist schade, dass die Fans so reagieren, dass es in Österreich noch so ist, dass man mit Schirmen geschützt werden muss." Der Deutsche wies auch darauf hin, dass zwei nicht vom "Block West" gestartete "Flitzer" im Finish einen aussichtsreichen Austria-Angriff unterbanden. Laut Eisner bestand in dieser Situation allerdings keine Gefahr, deshalb musste nicht abgebrochen werden.

Rapid-Coach Djuricin gab danach zu Protokoll, er verurteile die Vorfälle "enorm", wehrte sich aber gegen Pauschalverurteilungen. "Unsere Fans sind toll, es gibt aber immer einzelne, die auszucken und einen Schwachsinn machen wie heute. Vielleicht können die Fans das untereinander bereinigen und diejenigen zur Verantwortung ziehen." Seinen Club kosteten diverse Fan-Randale seit der Saison 2010/11 gemäß den Rapid-Geschäftsberichten rund 1,2 Millionen Euro an Strafzahlungen.

Eine Chronologie über Vorfälle mit Rapid-Fans

  • 22. Mai 2011: Hunderte Rapid-Anhänger stürmen im Derby gegen die Austria beim Stand von 0:2 auf den Rasen und attackieren Austria-Fans mit Leuchtraketen. Das Spiel wird abgebrochen und mit 3:0 für die "Veilchen" gewertet. Rapid erhält als Strafe ein Geisterspiel und eine Pönale von 50.000 Euro.
  • 23. August 2012: Zwischen Fans von Rapid und PAOK Saloniki kommt es im Play-off-Hinspiel der Europa League in Thessaloniki zu schweren Ausschreitungen. Die UEFA sanktioniert die Hütteldorfer mit einem Geisterspiel und einer Geldstrafe von 75.000 Euro.
  • 7. September 2013: Nach einem Freundschaftsspiel im Hanappi-Stadion gegen den 1. FC Nürnberg liefern sich die befreundeten Fan-Gruppen beider Clubs Kämpfe mit der Polizei.
  • 4. April 2014: Zwei Tage vor dem Derby schlagen vermummte Rapid-Fans abends in der Nähe der Generali Arena den Austria-Nachwuchsspieler Valentin Grubeck krankenhausreif.
  • 9. November 2014: Beim Derby im Happel-Stadion kommt es zu Ausschreitungen. Die Folge: In den darauffolgenden beiden Duellen der Erzrivalen bleiben die Gästesektoren geschlossen. Zudem gibt es bedingte Sperren der Heimsektoren, die schließlich für beide Clubs schlagend werden - im Fall von Rapid am 4. März 2015 gegen Altach.
  • 4. März 2015: Da Rapid gegen Altach im Happel-Stadion laut Bundesliga einen "alternativen Fan-Sektor" zuließ, müssen die Grün-Weißen 15.000 Euro zahlen.
  • 4. August 2016: Rapid-Profi Maximilian Entrup wird beim Auslaufen nach dem Heim-3:0 in der Europa-League-Qualifikation über Schodsina im Allianz Stadion Ziel einer Knallkörper-Attacke von Hütteldorfer Anhängern. Der Stürmer war einst Mitglied der aktiven Austria-Fanszene.
  • 12. Februar 2017: Nach Ausschreitungen vor und während des Derbys im Happel-Stadion muss Rapid 35.000 Euro und die Austria 20.000 Euro zahlen.
  • 8. April 2017: Nach eigenen Angaben holen die Rapid-Ultras den Mannschaftsbus nach einem 0:3 in Ried bei der Heimreise von der Autobahn. Dabei handelt es sich laut Verein um eine "ganz normale Aussprache zwischen einer Fußball-Mannschaft und Fans, bei der es zu keinen negativen Vorfällen kam".
  • 6. August 2017: Rapid-Fans provozieren mit Wurfgeschoßen auf Austrias Raphael Holzhauser eine mehrminütige Derby-Unterbrechung. Der Club erhält dafür eine Geldstrafe von 30.000 Euro.
  • 13. August 2017: In der Südstadt gegen die Admira fliegen wieder aus dem Rapid-Sektor Gegenstände auf das Spielfeld. Die Partie wird unterbrochen, Rapid muss 15.000 Euro bezahlen.
  • 4. Februar 2018: Neuerlich steht das Derby im Allianz Stadion vor dem Abbruch, weil Gegenstände unter anderem auf Holzhauser - der eine blutende Wunde erleidet - und Felipe Pires geworfen werden. Zudem unterbinden zwei Platzstürmer im Finish einen vielversprechenden Austria-Angriff.

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Danke für Ihr Verständnis.

Puntigamersturmgraz
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Die gesamte Klubführung...

...vom Präsidenten angefangen über den Manager Sport und Wirtschaft und den talentfreien Fan Hawara Marek waren anscheinend auch mal solche Vorzeigefans im Block West. Sie wirken auf mich nämlich so als ob sie das alles schwer in Ordnung finden wie sich diese Hirnlosen seit Jahren aufführen. Wäre dem nämlich nicht so hätte man schon etliche male etwas dagegen unternehmen können. Da Pariasek rundet dann noch das Ganze noch harmonisch ab...

Sepp57
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Die Fußballfan- Szene

ist auch längst von Rechtslastigen (auch Rechtsextremisten), Antisemiten, Islamophoben und Neonazis unterwandert. Das sind natürlich nicht die Akademiker von Germania, sondern eher das untere Ende der Gesellschaft, das sog. Prekariat. Ein echtes "White Supremacy" halt, sieht man ja deutlich.
Man informiere sich einmal über das Thema "Politisches Profil der Fußball-Fanszene", es ist bereits wissenschaftlich untersucht worden.

ACorven
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Du weisst aber schon....

....welche politische Farbe der Verein Rapid hat und somit auch der Großteil der Fans..... bitte keine britischen Studien auf österreichische Alkleichen umlegen.

Sepp57
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Als

Andreas Ivanschitz zum verhassten Konkurrenten Red Bull gewechselt war, haben die Hütteldorf-Fans ein Transparent aufzogen mit der Aufschrift „Judasschitz raus aus Hütteldorf“ . . .

homerjsimpson
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Strafen sollten (auch) die Klubführung treffen....

.. die schauen seit Jahren zu. Beweis: Beim letzten Vorfall gab es nicht ein Stadionverbot, wie der Rapid-Präsi selbst zugibt. Also wer ist da schuld, ein paar "durchdrehende Fans" oder die, die das immer wieder zulassen? Antwort ist wohl klar....

Sepp57
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So wie sich die

Fußball-Fans in Europa (manchmal) benehmen, das wäre etwa in den USA beim Super Bowl völlig unvorstellbar.
Was sind das für hirnlose Gratler bei uns?

QZ9O0LN33YP2AXVK
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dumme Jungs

in der Gruppe sind die möchte gern Rambos stark alleine schauen die am Dienstag Bauer sucht Frau und am Mittwoch die Wiederholung weil die es beim ersten mal nicht verstanden haben - machen alle in die Hose und rufen nach der Mamma

Eyeofthebeholder
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Eine 3:0 Strafverifizierung sowie 3 Rapid-Heimspiele ohne Publikum

wären, neben den Strafzahlungen, vielleicht eine Sprache, die diese "Fans" verstünden!

georgXV
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?

das (überhaupt NICHT) akzeptable Verhalten der sogenannten Fans, spiegelt sehr gut die Zusammensetzung des Vereinspräsidiums, insbesondere den ("höchstverdienten") Ex-Präsidenten, wider !!!