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Premier LeagueManchester United ist nach Debakel gegen Tottenham im Krisenmodus

Manchester United und Liverpool mussten am Sonntag bittere Niederlagen hinnehmen. Vor allem bei United ist man nach dem schwachen Saisonstart im Krisenmodus.

© AFP
 

Liverpool und Manchester United sind am Sonntag in Debakel gelaufen. Englands an Titelgewinnen erfolgreichste Clubs kassierten jeweils mehr als ein halbes Dutzend Gegentore. Meister Liverpool ging bei Aufsteiger Aston Villa mit 2:7 unter, ManUnited verlor im Old Trafford gegen Tottenham mit 1:6. Vor allem in Manchester herrschte danach - wieder einmal - Krisenstimmung.

Jose Mourinho kostete den Sieg bei seinem Ex-Club natürlich aus. Bei United war er vor knapp zwei Jahren entlassen worden. Der Portugiese nutzte die Möglichkeit auch, Kritik, wonach er ein auf die Defensive bedachter Trainer sei, zu widerlegen. "Stellt euch vor, sie hätten einen offensiv orientierten Trainer. Mit einem defensiven Trainer haben sie sechs (Tore) erzielt. Mit einem offensiven würden sie zehn, elf, zwölf schießen", sagte Mourinho. Schon in der Europa League hatte Tottenham beim 7:2 gegen Maccabi Haifa scheinbar nach Belieben getroffen.

Manchester erlebte einen Horror-Abend. Dabei begann er mit einem jubelnden Ole Gunnar Solskjaer. Eine halbe Minute war gespielt, als die "Red Devils" einen Elfmeter zugesprochen bekamen, den Bruno Fernandes zum 1:0 nutzte. Fünf Minuten später hatten die Spurs bereits die Wende geschafft, zur Pause lagen die Gäste gegen eine nach Rot für Anthony Martial (28.) bereits dezimierte United-Elf schon 4:1 voran.

Der von den Fans ungeliebte Geschäftsführer Ed Woodward verfolgte das Geschehen von der Tribüne aus und dürfte froh gewesen sein, dass aufgrund der Corona-Pandemie keine Anhänger zugelassen sind. Es wurde erwartet, dass United am letzten Tag des Transferfensters noch reagiert. Der vereinslose Stürmer Edinson Cavani und Linksverteidiger Alex Telles vom FC Porto sollten kommen. Ein großer Wurf, wie der für Dortmund spielende englische Internationale Jadon Sancho, kündigte sich nicht an.

Solskjaer, der Mourinho im Dezember 2018 nachgefolgt war, war bedient. Es sei "die schlimmste Niederlage meiner Karriere als Coach von Manchester United", meinte der Norweger. "Es ist aber nicht der schlimmste Tag in der Geschichte von Manchester United. Wir sind schon früher zurückgekommen", betonte Solskjaer. Er erhielt zumindest die Unterstützung der TV-Experten. Die ehemaligen United-Stars Gary Neville und Patrice Evra gingen jedoch mit Woodward hart ins Gericht.

So monierte Neville, dass die US-Besitzer auf dem Transfermarkt zu zögerlich agieren und sah einen damit verbundenen "psychologischen Schaden" für die Mannschaft. Diese würde immerhin sehen, wie sich die Konkurrenz aus Liverpool oder London verstärke. Evra sprach von einem Club "in Trümmern". Er fühle mit Solskjaer. "Ich unterstütze keine Gewalt, aber viele Leute in diesem Club brauchen nun eine Ohrfeige", so der Franzose. Als 16. mit nur drei Zählern nach drei Spielen hechelt United der Spitze nun schon früh hinterher.

In Birmingham versuchte sich Jürgen Klopp in einer Erklärung für das zuvor Gesehene. Man muss in Liverpools Vereinsgeschichte mehrere Jahrzehnte zurückgehen, um ein Spiel zu finden, in dem die "Reds" sieben Gegentore kassiert haben. Im April 1963 unterlagen sie gegen Tottenham 2:7. "Ich hab im Fußball schon alles gesehen, das heißt aber nicht, dass ich eine Lösung für alles habe", sagte Klopp. "Wir haben offensichtlich den Faden verloren. Man konnte schon in der ersten Hälfte sehen, wie die Körpersprache abfällt."

Villa-Neuzugang Ollie Watkins, der vergangene Saison mit Zweitligist Brentford den Aufstieg knapp verpasst und noch nie in der Premier League getroffen hatte, erzielte alleine in der ersten Hälfte drei Tore gegen den Meister. Als regierender Champion hatte zuletzt Arsenal im Jahr 1953 ein Ligaspiel mit sieben Gegentoren beendet. "Alle Sachen, die man in einem Fußballspiel nicht machen sollte, haben wir heute Abend gemacht", resümierte Klopp zurecht.

Während Villa nach dem besten Saisonstart seit 1962 als Tabellenzweiter in die Länderspielpause geht, ist Liverpool nach der ersten Saisonniederlage Fünfter. Die zweiwöchige Pause kommt Klopp nach dem Debakel ungelegen. "Ich würde liebend gern morgen und Dienstag eine Trainingseinheit haben und mit den Jungs darüber sprechen", sagte der Deutsche. "Hoffentlich kommen sie gesund wieder und wir können die zwei Tage nutzen, um uns auf Everton vorzubereiten." Der Stadtrivale ist Tabellenführer.

Kommentare (1)

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einmischer
0
0
Lesenswert?

6:1, 7:2,...........

Hartberg ist in guter Gesellschaft :-)