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Nach Kritik

Thomas Müller erhielt offenen Brief und Spott aus San Marino

Die Angelegenheit war eine deutliche. 8:0 besiegte Deutschland in der WM-Qualifikation San Marino. Angreifer Thomas Müller stellte nach der Partie die Sinnfrage solcher Spiele - und davon war man in San Marino nicht sonderlich angetan.

Thomas Müller
Thomas Müller © AP
 

Thomas Müller hatte keinen großen Spaß in San Marino. Acht Tore schenkte sein Team dem Zwergstaat ein, er traf allerdings nicht. "Mit professionellem Fußball hat das nichts zu tun", sagte er. Er meinte zwar, dass es für „San Marino natürlich ein Highlight ist, gegen den Weltmeister zu spielen“ - doch er und seine Kollegen seien „bei solchen Spielen und Verhältnissen auf solch schmierigem Platz einer Gefahr ausgesetzt, die vielleicht nicht nötig ist“. Und die von ihm kritisierten, dichten Spielpläne werden dadurch auch nicht dünner. „Deshalb hilft kein Jammern. Wir müssen die Aufgaben durchziehen, auch wenn das Spiel in der Highlightliste meiner Karriere nicht vorkommen wird.“

Alan Gasperoni ist Journalist und war lange Zeit Vereins- und Verbandspräsident in San Marino. Die Äußerungen von Müller wollte er nicht unkommentiert lassen - und antwortete mit einem offenen Brief. Das vom Magazin "Zeitspiel" auf Deutsch übersetzte Schreiben:

Offener Brief von Alan Gasperoni an Thomas Müller:

Lieber Thomas Müller,

natürlich hast Du recht! Spiele wie das vom Freitag braucht kein Mensch. Auch Du nicht! Lieber Thomas, es nutzt Dir ja wirklich nicht, kostenlos an einem spielfreien Bundesliga-Wochenende nach San Marino zu kommen, wenn Du gleichzeitig mit Deiner Frau in Deiner Luxusvilla zusammen sein könntest. Alternativ könntest Du ja auch ein paar Tausend Euro einsacken, wenn Du an einem Sponsorenevent teilnehmen könntest.

Ich armer Tropf habe jedoch zehn gute Gründe für den Abstecher nach San Marino, um an einem Spiel zwischen San Marino gegen Deutschland teilzunehmen. Denk einfach mal darüber nach

1.) Es zeigt, dass Du noch nicht mal gegen solche Rumpeltruppen wie uns Sanmarinesen triffst; und gib es zu: Du warst stinksauer, dass unser Keeper Simoncini Dich am Tore schießen gehindert hat.

2.) Das Spiel zeigt, dass der Fußball nicht im Besitz von Deutschland ist. Das Spiel gehört euch nicht. Auch wir sind Teil des Spiels und lieben es – ob Du willst oder nicht – sag das auch Rummenigge und Beckenbauer!

3.) Es zeigt Hunderten von Journalisten, dass es da Männer gibt, die ihren Traum leben …. Und nicht nur Schecks hinterher rennen.

4.) Es zeigt, dass ihr Deutschen euch nicht geändert habt. Selbst aus der Geschichte habt ihr nichts gelernt … Machtgelüste sind keine Siegesgarantie

5.) Es zeigt 200 Nachwuchsfußballern, dass ihre Trainer richtig liegen, wenn sie davon sprechen, dass sich Einsatz und Opferbereitschaft auszahlen. Vielleicht erleben diese Burschen bald solche Spiele gegen den Weltmeister nicht mehr … Wer weiß?

6.) Mit dem Geld, das wir durch die Übertragungsrechte einnehmen, zahlen wir nicht nur Deinen gestörten Wochenendfrieden, sondern auch ein neues Fußballcamp im Niemandsland von Acquaviva. Das Camp hättest Du mit Deiner Gage aufbauen können, wir brauchten aber dieses Spiel über 90 Minuten mit seinen Übertragungsrechten dafür!

7.) Es dient einem Zwergstaat, der mit seinen Einwohnern nur einen Teil Deines Stadions in München füllt, um mal wegen eines guten Grundes in die Zeitungen zu kommen; und ein Fußballspiel ist immer ein guter Grund.

8.) Es dient Deinem Freund Gnabry, um in der Mannschaft zu debütieren und drei Tore zu schießen. Nun kann er bei Werder einen besseren Vertrag aushandeln.

9.) Es gibt einem traurigen Sanmarinesen neue Kraft, weil er sieht, was für ein stolzes Team San Marino hat.

10.) Und es zeigt mir, dass ihr zwar die schicksten Adidas-Trikots haben könnt, aber immer die bleiben werdet, die weiße Tennissocken in den Sandalen tragen.

So, und nun bist Du am Zug, lieber Thomas

Beste Grüße, Dein Alan

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Danke für Ihr Verständnis.

sidestep
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BRAVO lieber Alan

Mit diesem offenen Brief hast du nicht nur dem großkopferten Müller den zu hoch getragenen Kopf zurecht gerückt, sondern der ganzen Fußballnationalmannschaft Deutschland die in dieser Richtung mehr als überheblich ist. Du hast mir aus dem tiefsten Herzen geschrieben!

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zyni
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Weisse Froteesocken,

ja, genau, das sind die deutschen Touristen.... Echt lustiger offener Brief.

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Idur1958
1
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Bravo!

Endlich wagt es einer, die richtigen Antworten auf die Anwürfe des Obergroßmauls Müller zu finden!
Der Thomas ist ein Kotzbrocken sondergleichen. Vielleicht findet sich ja einer, der ihm wirklich eine aufs Maul haut!

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tosonny
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Die vier Kommentoren da unten und ...

...der Briefschreiber haben wohl das gleiche Leiden, nämlich einen Deutschland-Komplex (inklusive jede Menge Neid) sondergleichen. Müller hat erstens recht und zweitens ist es sein gutes Recht, das auch zu sagen. Der liebe Herr Verbandspräsident ist allerdings beleidigend geworden ...weil er letztlich ein ärmlicher Wicht mit Minderwertigkeitskomplexen zu sein scheint.

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plolin
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Passt schon.

Das größte Großmaul seit es deutschen Fußball gibt. Hahaha.

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luffygc
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Müller ???

Eine bessere Antwort für dieses "Grossmaul" gibt es nicht !!!! SUPER !!!!

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ronto
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genial

einfach genialer Brief
spricht mir aus der seele
herzlichen dank

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ma12
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Haha

Ist der Müller nicht Stürmer und hat seit Monaten nicht mehr getroffen?
Dann reißt der Bayrische Koffer noch die Goschn auf! Ein voller Heini!

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Play68
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Respekt,

Eine sehr gute Antwort !

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