Vielleicht hat auch alles so kommen müssen. Das Schicksal lässt sich bekanntlich nur bedingt beeinflussen. Was im eigenen Schaffensbereich liegt, jedoch sehr wohl. Und hier gilt KAC-Stürmer Daniel Obersteiner wohl als leuchtendes Beispiel. Seit Jahren unternimmt der 26-Jährige unermüdlich Anläufe, um eine wichtige Rolle im Rotjacken-Kader einzunehmen – er galt stets als einer der talentiertesten Klagenfurter. Doch es galt verletzungsbedingt einige Rückschläge zu verkraften.

Vor zwei Jahren etwa, als sich sein Durchbruch abzeichnete, dämpfte ihn eine langwierige Knieverletzung. Vergangene Saison wurde er davon erneut heimgesucht. Ausgerechnet heuer, nach diesen auch mental herausfordernden Jahren, wirkt Obersteiner stärker und gefestigter denn je. Beweis? Mit 13 Treffern und zehn Assists bilanziert er als bester heimischer Spieler in der internen Scorerwertung. „Es ist super, dass es so läuft. Beim Team und bei mir. Zwei Saisonen waren ja wie verhext“, wirkt Obersteiner erleichtert.

Seine stärksten Vorstellungen zeigte er etwa beim 7:3 gegen Fehervar (zwei Tore, ein Assist, +2), beim 5:2 gegen Salzburg (zwei Tore, +2) sowie beim 8:0 gegen Villach (ein Tor, zwei Assists, +3). Und trotz solcher auffälligen Leistungen bleibt er zumeist ein wenig im Hintergrund, wird vielleicht sogar unterschätzt. Doch die Rotjacken wissen um seine Qualitäten, erkennen Obersteiners Entwicklung auf- und abseits des Eises an. Insofern dürfte es nicht überraschen, dass der variabel einsetzbare Stürmer vor einer (längerfristigen) Vertragsverlängerung steht: „Es sieht nicht so schlecht aus“, sagt er grinsend, und sichtlich erleichtert, dass er nicht bis zum Schluss um einen Kontrakt zittern muss. „Mit so einer Ungewissheit musst du umgehen können. Aber es freut mich, dass es sich abzeichnet, beim KAC bleiben zu dürfen.“

Ob in der vierten Linie oder in der Top-Formation – Obersteiner stellt sich stets in den Dienst der Mannschaft, gibt dem Klub damit zusätzliche Optionen. Er liest das Spiel ausgezeichnet, bewegt sich in gefährliche Räume, vernachlässigt nie die Defensive und seine ansatzlosen Schüsse bringen gegnerische Goalies ins Schwitzen. Diese Qualitäten könnten für einen KAC mit nicht niedriger werdendem Altersschnitt in der Offensive zukünftig überaus dienlich sein.