Der erste Eindruck hat immer etwas Prägendes. Im positiven oder gar im negativen Sinn. Zurecht sagt er viel über einen Menschen aus. Später wird man sich daran zurückerinnern. Das könnte auch bei Kevin Clark zutreffen, der am Dienstag seinen ersten Eiskontakt in Klagenfurt hatte. Er gilt als Weltenbummler, hat viel gesehen und erlebt. Mit seinem weißen Stock bewies er seine technischen Qualitäten, hämmerte einige Schüsse in die Maschen, zeigte sich beweglich und wendig, dynamisch und kraftvoll. Von „eingerostet sein“ keine Spur, auch wenn er sein letztes Pflichtspiel im März 2024 absolviert hatte. Und nach einer guten halben Stunde lieferte er für militärisch-klare Sätze. Weil unmittelbar danach der medizinische Check im „Altis“ wartete. Clark über...
... seine ersten Gedanken zum KAC-Vertrag: „Ich will gewinnen. Deswegen bin ich hier. Das ist das Ziel, nein, das ist der Plan.“
... über sein Comeback: „Dazu gibt es viele Details. Ich wollte nicht, dass meine Familie (zwei Kinder) wieder mit mir umziehen muss. Deshalb kam es zum US-Einwanderungsverfahren, durfte dabei sechs Monate das Land nicht verlassen. Erst im Dezember erhielt ich die nötigen Dokumente. Und dann wollte ich das richtige Team, den richtigen Moment abwarten – und nicht bloß für irgendeinen Klub spielen.“
... das, was er über den KAC gehört hat: „Ich bin neu hier. Aber es gibt diese traditionellen Klubs wie Eisbären Berlin, Adler Mannheim, schwedische Teams, die gewinnen. Und hier gibt es den KAC. Es ist eine kleine Stadt mit einem schönen See, ich kann zu Fuß zum Training gehen.“
... die letzten Monate ohne Profibetrieb: Ich habe stets an mir gearbeitet. Egal, ob es für den KAC ist oder es mich woanders hingeführt hätte. Ich habe versucht, außerhalb des Eises in Form zu bleiben. Als dieses Engagement näher gerückt ist, bin ich öfters aufs Eis gegangen. Ihr werdet im ersten Spiel sehen, dass ich ab dem ersten Shift alles ins Rennen werfen werde.
... seine Aufgaben: „Ich werde mich dort einfügen, wo ich gebraucht werde, wo ich helfen kann. Ich will dem Team zusätzliche Kraft geben, um zu gewinnen.“
... seine Akklimatisation im taktischen Rotjacken-Korsett: „Ich habe einige Spiele studiert, mir die Spielweise angesehen, habe mit den Trainern darüber gesprochen.“
... sich als Spielertyp: „Das werden wir in ein paar Tagen herausfinden. Ich bin ein Eishockey-Spieler. Ich bewege mich gerne an der Grenze, will anderen unter die Haut gehen, bin in den unangenehmen Räumen zu finden. Ich versuche, eine komplette Spielweise zu liefern. Tore schießen ist ein Aspekt, aber nicht der einzige. Ich denke, es braucht aber mehr, als nur diese Details zu zeigen. Wie soll man sich selbst wertschätzen, wenn man einmal kein Tor schießt?“
... seine neuen Kollegen: „Ich kenne niemanden persönlich. Aber von einigen hört man, wenn man lange in Europa unterwegs ist.“