Die Sinnfrage beantwortet sich in Ausnahmesituationen manchmal wie von selbst. Vor den Tests gegen Schwenningen und Wolfsburg war die Stimmung angesichts der Personalsituation beim KAC gedämpft, die Erwartungshaltung klein. Zehn Cracks wurden in Nationalteams von Österreich, Dänemark und Slowenien einberufen. Ausgedünnte Rotjacken standen ausgewachsenen DEL-Teams gegenüber. Und in dieser Situation gaben Maximilian Preiml (21) und Thomas Klassek (19) ihre Visitenkarte ab. Über mangelnde Einsatzzeit konnten sich die beiden nicht beschweren.

Immer und immer wieder schickte Trainer Kirk Furey die beiden über die Bande, testete sie selbst in Unterzahlsituationen. Das Resultat? Zwei echte Lichtblicke für die Zukunft der KAC-Defensive. Klassek: „Ich habe vergangenen April wertvolle Erfahrung im Nationalteam gesammelt. Da habe ich bereits gegen Tschechien und Slowenien mit ebenfalls guter Besetzung gespielt. So beginnt man sich auf hohes Niveau im Profi-Eishockey einzustellen. Hoffentlich darf ich das weiterhin versuchen, umzusetzen.“ Meistens sah man sie mit einem Lächeln, auch Trashtalk war dabei. Kurzum: Es schien, als würden sich hier zwei langjährige Routiniers gegen Wolfsburgs Truppe wehren. Sie spielten staubtrocken, fehlerfrei.

Sablattnig als Vorbild

Die Erleichterung stand den beiden Verteidigern ins Gesicht geschrieben. „Das war definitiv ziemlich schwierig, mit so einem begrenzten Line-up diese gute Leistung abzuliefern. Wolfsburg und ihre Riegel haben richtig hart gespielt. Aber wir haben sie dann doch irgendwie durchschaut, alle haben gekämpft für dieses positive Resultat“, erzählt Klassek, der in Tobias Sablattnig ein Vorbild sieht: „Er hat vergangenes Jahr den Durchbruch geschafft, eine solide Saison gespielt. Daran will ich mich anlehnen.“

Fans bettelten um Klasseks Schuhbänder. Der Youngster spielte mit
Fans bettelten um Klasseks Schuhbänder. Der Youngster spielte mit © KK/Quendler

Gleichzeitig wird der Kampf ums Leibl in nächster Zeit wohl intensiver. Fünf sind gesetzt (Unterweger, Jensen Aabo, Maier, Nickl, Strong). Das sei aber nicht das Thema. „Ob U20, U20-Nationalteam oder hier – es ist für mich kein Unterschied. Ich versuche fokussiert, konzentriert zu sein, hart zu spielen. Vielleicht sind dann ein paar Einsätze drinnen“, sagt Klassek, der aber nun süchtig scheint, vom Gefühl vor Heimpublikum zu spielen: „Es hat richtig Spaß gemacht. Vor heimischer Kulisse richtig im Spiel zu sein – das ist etwas Besonderes. Und wenn man diese Atmosphäre der Fans aufnimmt, fühlt man sich noch stärker.“ Und all das zeigt, dass in schier ausweglosen Situation durchaus ein Sinn steckt.