AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Nadal nach Verletzungspause in Melbourne sicher weiter

Rafael Nadal hat am Montag in seinem ersten Match seit vier Monaten die erste Hürde bei den Australian Open genommen. Trotz langer Verletzungspause setzte sich der Spanier gegen James Duckworth (AUS) 6:4,6:3,7:5 durch. Der 32-jährige Spanier hatte zuletzt bei den US Open im September ein Turniermatch bestritten. Der Schotte Andy Murray verabschiedete sich am Montag hingegen schon von Melbourne.

© APA (AFP)
 

Nadal hatte nach einem Fünfsatz-Thriller gegen Dominic Thiem im Viertelfinale im Halbfinale aufgeben müssen. "Es ist ein wichtiger Sieg, weil es ist der erste seit einer Weile ist und gleichzeitig gibt es mir die Chance, wieder auf den Platz zu gehen. Und genau das ist es, was ich brauche", meinte Nadal. Der elffache French-Open-Sieger trifft nun auf den Australier Matthew Ebden.

Der Abgesang eines der besten Tennisspieler des vergangenen Jahrzehnts hätte am Montag in Melbourne fast eine unerwartete Verlängerung gebracht. Andy Murray, als großer Außenseiter gegen den Spanier Roberto Bautista Agut in die erste Australian-Open-Runde gegangen, bot bei seinem wohl letzten Auftritt "down under" einen über vierstündigen Fight und verlor erst in fünf Sätzen: 4:6,4:6,7:6,7:6,2:6.

Der 31-jährige Schotte, der vor dem Turnier wegen seiner anhaltenden Hüftprobleme seinen Abschied vom Profitennis bis spätestens Wimbledon angekündigt hatte, lag gegen Doha-Sieger Bautista Agut wie eigentlich erwartet schon mit 0:2-Sätzen zurück. Doch dann packte der auf der Tour auch wegen seines trockenen Humors unheimlich beliebte Murray seine enormen Kämpferqualitäten aus.

Und viel hätte nicht gefehlt und die frühere Nummer eins der Welt, hätte das Match noch komplett gedreht. Murray gewann die Sätze drei und vier im Tiebreak (zu 5 bzw. 4) und erzwang so, von den Fans begeistert gefeiert, noch Satz fünf. Zum Happy End kam es aber nicht, denn im fünften Durchgang ging dem zweifachen Olympiasieger die Luft aus. Bautista Agut siegte nach 4:09 Stunden mit 6:2 im fünften.

Standing Ovations, eingespielte Abschieds-Worte von Roger Federer, Rafael Nadal und vielen weiteren Topspielern schienen Murray nach einem Match, in dem er gezeigt hat, was sein Körper (doch) noch zulässt, fast zu viel. Und so ließ er sich noch ein kleines Hintertürchen offen: "Vielleicht sehe ich euch wieder. Ich werde alles tun, was möglich ist, um es zu versuchen", meinte der dreifache Major-Sieger.

"Ich habe es in all den Jahren geliebt, hier zu spielen... wenn das mein letztes Match war", meinte Murray mit brüchiger Stimme. Die angedachte, größere Hüft-Operation soll ihm eigentlich für die Zeit nach dem Sport ein besseres Leben ermöglichen. Doch dem leidenschaftlichen Tennisspieler ist es zuzutrauen, dass er es selbst danach noch einmal probiert, zurückzukehren.

Murray wird einen baldigen Entschluss über eine zweite Operation an seiner rechten Hüfte fällen. Er werde sich vermutlich in der kommenden Woche entscheiden, sagte der 31-jährige Schotte nach seiner Fünf-Satz-Niederlage gegen den Spanier Roberto Bautista Agut am Montag in Melbourne.

Wegen langwieriger Schmerzen an der Hüfte, die trotz einer Operation vor einem Jahr weiterhin auftreten, hatte er am Freitag angekündigt, seine Karriere zu beenden. Murray würde gern im Sommer in Wimbledon abtreten, hatte aber auch nicht ausgeschlossen, sich schon nach den Australian Open zu verabschieden.

Nach der Niederlage am Montag hatte er den Fans im Interview auf dem Platz sogar gesagt: "Vielleicht sehen wir uns wieder. Ich werde alles versuchen, was möglich ist." In seiner Pressekonferenz erläuterte er aber erneut, ein Eingriff diene vor allem dazu, seine Lebensqualität zu verbessern. Wenn er jetzt vier Monate warte und sich dann auf Wimbledon vorbereite, könne er immer noch nicht richtig gehen. Wie es nach einem Eingriff weitergehe, sei offen. "Bei solch einer Operation gibt es keine Garantie, dass ich danach wieder spielen kann", sagte er. "Das ist eine richtig große Operation."

Murray ist einer der "Big Four". Über ihn sind nur Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic zu stellen. Neben Nadal, der sich schon zuvor in drei Sätzen in die zweite Runde gespielt hatte, blieb auch Titelverteidiger Federer am ersten Turniertag des ersten Grand-Slam-Turniers des Jahres siegreich. Fast zeitgleich mit Murray auf dem Center Court benötigte der 37-jährige Schweizer gegen den Usbeken Denis Istomin knapp zwei Stunden zum 6:3,6:4,6:4. Federer ließ dabei dank gutem Aufschlag keinen einzigen Breakball zu. Federers nächster Gegner ist der Brite Daniel Evans.

Schon am ersten Tag musste sich aber auch ein Top-Ten-Spieler verabschieden: John Isner unterlag seinem Landsmann Reilly Opelka nicht nur größenmäßig: Der 21-jährige Weltranglisten-97. ist einer der wenigen, der Isner (2,08 m) mit seinen 2,11 m noch überragt. Opelka gewann das "Giganten"-Duell mit einem typischen Aufschläger-Ergebnis: 7:6(4),7:6(6),6:7(4),7:6(5). Isner gewann lediglich die Assen-Wertung: 47 gegenüber 40 von Opelka.

Unter den vorzeitig Gescheiterten befindet sich auch Kyle Edmund. Der als Nummer 13 gesetzte Brite musste sich dem ehemaligen Weltranglisten-Vierten Tomas Berdych (CZE) mit 3:6,0:6,5:7 beugen, Edmund war im Vorjahr bis ins Halbfinale vorgestoßen. Der als Nummer 5 gesetzte Kevin Anderson benötigte gegen den Franzosen Adrian Mannarino fünf Sätze, siegte letztlich aber noch sicher mit 6:3,5:7,6:2,6:1.

Bei den Damen war das Aus der als Nummer 14 gesetzten Deutschen Julia Görges vorerst die größte Überraschung. Sie musste sich der US-Amerikanerin Danielle Collins mit 6:2,6:7(5),4:6 beugen. Für die Wimbledon-Halbfinalistin 2018 eine bittere Enttäuschung, war sie als frischgebackene Auckland-Siegerin doch mit großen Hoffnungen nach Melbourne gereist.

Wimbledon-Siegerin Angelique Kerber, eine weitere Deutsche, hatte hingegen einen "gemütlichen" Start ins Turnier. Die Nummer zwei ließ der Slowenin Polona Hercog beim 6:2,6:2 keine Chance. Kerber hat 2016 die Australian Open schon einmal gewonnen. Auch Titelverteidigerin Caroline Wozniacki, "down under" als Nummer 3 gesetzt, startete erfolgreich in den "Happy Slam". Die Dänin besiegte die Belgierin Alison Van Uytvanck mit 6:3,6:4. Die einstige Weltranglisten-Erste Wozniacki hatte im vergangenen Jahr in Melbourne den ersten Grand-Slam-Titel ihrer Karriere geholt.

Den klarsten Sieg feierte Maria Scharapowa im Auftaktmatch in der Rod-Laver-Arena. Die Russin ließ der britischen Qualifikantin Harriet Dart überhaupt kein Game. Ein Novum feierte Katie Boulter: Die Britin besiegte die Russin Jekaterina Makarowa im neu eingeführten bis 10 ausgespielten Tiebreak des dritten Satzes. Sie jubelte zunächst zu früh, weil sie gedacht hatte, das Tiebreak endete wie üblich bei 7 gewonnenen Punkten.

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren