Iran gegen Marokko - Erstes Spiel als letzte Chance

Nach 20-jähriger Absenz ist Marokko wieder bei einer WM dabei und träumt vom Achtelfinale. Dazu muss am Freitag (17.00 Uhr MESZ/live ORF eins) aber ein Auftaktsieg gegen den Iran her. Für beide Teams hat das Duell in der schweren Gruppe B mit Spanien und Europameister Portugal vorentscheidende Bedeutung. "Ein Must-Win-Spiel für beide Teams", sagte Iran-Coach Carlos Queiroz.

© APA (AFP)
 

Nach der schmerzhaften Wahl-Niederlage im Rennen um die Weltmeisterschaft 2026 wollen Marokkos Kicker um Juventus-Abwehrstar Medhi Benatia ihre 35 Millionen Landsleute wenigstens mit dem ersten WM-Sieg seit 20 Jahren beglücken. "Wenn wir bei der WM schon nach der Vorrunde ausscheiden, wäre das eine riesige Enttäuschung", sagte Trainer Herve Renard vor dem Auftaktspiel gegen den Iran.

Ein selbstbewusster Spruch des Franzosen - warten danach doch die Fußball-Schwergewichte Portugal und Spanien. Renard setzt daher bei der fünften WM-Teilnahme der Nordafrikaner nach 1970, 1986, 1994 und 1998 vor allem auf eine starke Defensive um Abwehr-Juwel Achraf Hakimi vom Champions-League-Sieger Real Madrid und Kapitän Benatia. Letzterer war es auch, der Marokko höchstpersönlich zur Endrunde führte. Im entscheidenden Qualifikationsspiel gegen die Elfenbeinküste traf er zum 2:0-Endstand und bekannte danach: "Das war der wundervollste Moment meiner Karriere."

Der Iran muss im Kampf um den zweiten Sieg bei der fünften WM ohne den defensiven Mittelfeldmann und Russland-Legionär Saeid Ezatolahi von Amkar Perm auskommen, der für die erste Partie gesperrt ist. Dennoch geht Irans Nationaltrainer Queiroz kämpferisch und voller Optimismus ins Spiel. "Wir tolerieren nicht, dass jemand uns sagt, dass wir nicht gewinnen können", sagte der Portugiese am Donnerstag. "Und wir tolerieren nicht, dass jemand unsere Erwartungen und Hoffnungen infrage stellt, oder anzweifelt, dass wir mithalten können."

Queiroz schätzt sein Team noch stärker ein als bei der WM 2014. "Wir haben jetzt viele junge Spieler mit vielen Qualitäten, vor allem im Mittelfeld und im Angriff", lobte er. "Wir sind ein sehr wagemutiges Team." Der Erwartungsdruck im Iran ist laut Queiroz weder für ihn noch für seine Mannschaft ein Problem - ganz im Gegenteil. "Wir genießen auch den Druck und alles, was dazugehört", erklärte der Portugiese und scherzte: "Und gegen Druck ist Gewinnen die beste Medizin im Fußball."

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