"Das ist lebensverändernd", meinte Littler zu dem enorm gestiegenen Preisgeld im Siegerinterview. Er ist der erste Dartsprofi seit dem Schotten Gary Anderson vor zehn Jahren, der seinen WM-Titel verteidigte bzw. erst der vierte überhaupt, dem das gelingt. "Es fühlt sich großartig an", erklärte der jüngste Zweifachchampion aller Zeiten.

Teenager Littler kam im jüngsten WM-Finale der Geschichte - auch sein Gegner ist erst 23 Jahre alt - nur langsam in Schwung. "Im ersten Satz war ich nicht zufrieden, aber ich habe mich davon nicht beirren lassen und mir gesagt, dass ich nur Geduld haben muss, um meinen Rhythmus zu finden. Dann lief alles nach Plan." Van Veen sicherte sich zwar den Eröffnungssatz, vergab aber einen Setdart im nächsten. Littler nutzte dies, glich aus und spielte sich in der Folge teilweise in einen Rausch.

Der Weltranglistenerste ließ sich auch von einer Wespenattacke bei 3:1-Satzführung nicht aus der Ruhe bringen und konnte zudem im Finale wieder auf die Unterstützung des Publikums im Ally Pally zählen. Beim Niederländer mehrten sich hingegen die Fehler, die Nummer zehn des Turniers konnte in seinem ersten WM-Finale nicht mehr an die starken Leistungen aus den Runden davor anknüpfen und resignierte zusehends. In den letzten sechs Sätzen gewann Van Veen gerade einmal mehr drei Legs.

Am Ende blieb Littler im Finale mit einem 106-Punkte-Schnitt sowie 16 180er-Aufnahmen souverän. Das Darts-Aushängeschild war souverän bis ins Finale marschiert. "The Nuke" (die Atombombe), wie der Engländer genannt wird, hatte auch in der dritten Runde mit dem Wiener Mensur Suljovic kein Problem und war nur im Achtelfinale von Rob Cross wirklich gefordert worden. Bei dieser WM gab Littler lediglich vier Sätze ab, zwei davon gegen Cross.