Die Aufregung war groß, als Eastwood mitteilen ließ, dass das Interview im "Kurier" mit ihm "frei erfunden" sei. Es erschien anlässlich seines 95. Geburtstags - in Form eines Frage-Antwort-Interviews. Dass dadurch der Anschein eines aktuellen Gesprächs erweckt wurde, zeigt nicht zuletzt, dass zahlreiche Medien wie die international tätige Nachrichtenagentur Reuters Zitate aus dem Interview übernahmen. Dadurch verbreiteten sich die Aussagen rasch. Eastwood meldete sich daraufhin zu Wort und gab an, in den Wochen zuvor keine Interviews geführt zu haben.
Wien
Presserat rügt "Kurier" für (Schein-)Interview mit Eastwood
Der Presserat rügt den "Kurier" für ein Ende Mai des Vorjahres erschienenes "Interview" mit Clint Eastwood, das in dieser Form nie stattgefunden hat. Die Autorin - die freie Journalistin Elisabeth Sereda - hatte es laut eigenen Angaben aus alten Aussagen des Hollywood-Stars zusammengesetzt. Allerdings wurde dies nirgendwo kenntlich gemacht. Der Senat 3 des Presserats ortet einen "groben journalistischen Fehler" und einen Verstoß gegen Punkt 2 des Ehrenkodex (Genauigkeit).
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